Wenn Ostern auf Corona trifft: Andrang in Castrop-Rauxels Supermärkten

dzEinkaufen

Volle Parkplätze, Schlangen vor den Supermärkten und volle Einkaufskörbe: Ostern steht vor der Tür. Das Einkaufen vor Feiertagen während Corona ist für alle eine Herausforderung.

Castrop-Rauxel

, 09.04.2020, 20:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einkaufen vor Feiertagen war schon immer eine Herausforderung. Viele Menschen, häufig gestresst, hetzen durch die Supermärkte und kaufen ein, als gäbe es kein Morgen. Hinzu kommt der Ausnahmezustand, der wegen des Coronavirus in den Supermärkten herrscht.

In vielen Geschäften gilt seit einigen Tagen die Einkaufswagen- oder Einkaufskorbpflicht und es gibt eine Begrenzung, wie viele Menschen sich im Laden aufhalten dürfen. Ist die Zahl erreicht, müssen die Kunden draußen Schlange stehen.

Hohe Kundenfrequenz in Castrop-Rauxeler Supermärkten

Der Parkplatz am Edeka Gronemann an der Dortmunder Straße ist am Donnerstagmorgen voll - wobei das wohl eher daran liegt, dass viele Castrop-Rauxeler dort parken und in Richtung Altstadt laufen, um den Parkgebühren zu entgehen.

Doch auch im Laden selbst herrscht viel Betrieb. Hinweisschilder an Wänden oder auf dem Boden weisen darauf hin, Abstand zu halten - nur wenige Kunden halten sich aber daran. Im Obst- und Gemüse-Bereich sowie in der Nähe der Wurst- und Fleischtheke herrscht dichtes Gedränge.

Vor allem sind es viele ältere Menschen, augenscheinlich der sogenannten Risikogruppe der Über-60-Jährigen zuzuordnen, die sich mit Lebensmitteln eindecken. Zum Teil stehen sie in Vierer- oder Fünfer-Gruppen zusammen und unterhalten sich.

Ein ähnliches Bild bei Edeka Richter und im Real an der Siemensstraße

Bei Edeka Richter auf Schwerin stehen viele Kunden in der Schlange zur Postfiliale. Darunter auch Heinz Kühn: „Ich schicke die Ostergeschenke für meinen Neffen und meine Nichte mit dem Paket weg. Auch, wenn wir uns nicht sehen können, sollen sie sich über eine Kleinigkeit freuen.“

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Im Kaufland im EKZ Widumer Tor ist am frühen Morgen deutlich mehr los als sonst. Wie ein User bei Facebook postet, gibt es kurz nach der Öffnung lange Schlangen am Eingang sowie an der Kasse.

„Wir hatten einen intensiven Frühstart mit über 100 Leuten vor dem Eingang, das erwarten wir auch am Samstag. Wir hoffen aber, es verteilt sich etwas, nachmittags ist es bei uns deutlich ruhiger“, erklärt Marktleiter Nick Nebel.

Die Mitarbeiter der Supermärkte verräumen die Ware derzeit in Rekordzeit. Um leere Regale kommen sie ab und an trotzdem nicht herum.

Die Mitarbeiter der Supermärkte verräumen die Ware derzeit in Rekordzeit. Um leere Regale kommen sie ab und an trotzdem nicht herum. © Marcia Köhler

Insgesamt geht es in den Märkten hektisch zu. In den Gängen im Real-Markt steht Ware, die noch in die Regale geräumt werden muss. Mitarbeiter rufen sich Anweisungen zu, Aushilfspersonal beantwortet Fragen oder verräumt die Ware so schnell es geht. Eine Ausnahmesituation für alle Beteiligten.

Das Supermarktpersonal gibt sich die größte Mühe, dem Andrang sowie den Kunden gerecht zu werden.

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Gesellschaftspiele und ein Gläschen Wein zu Ostern

Toilettenpapier, Küchenrollen und auch Taschentücher gibt es in den Supermärkten seit Wochen kaum noch, meist sind diese Regale leer.

Ansonsten sind die Regale am Donnerstagmorgen aber gut gefüllt. In den meisten Einkaufswagen liegen neben den „Corona-Klassikern“ Seife, Toilettenpapier und Mehl Lebensmittel wie Joghurt, Grillfleisch und vor allem Fisch, dazu Wein und andere alkoholische Getränke.

„Wir versuchen uns das Osterfest so schön wie möglich zu machen. Mein Mann, meine Kinder und ich grillen gemeinsam. Das Wetter bietet sich ja an“, erklärt Claudia Schwarz, die gerade ihren Einkauf beendet.

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Osternaschereien sowie bemalte Ostereier gibt es noch genug. Dafür sind die Regale mit den Gesellschaftsspielen auffallend leer. „Man muss sich die Zeit ja irgendwie vertreiben. Dazu ein Gläschen Wein auf dem Balkon und man übersteht die Feiertage“, sagt Julia Steinchen. Sie kauft gleich drei Puzzles bei Real.

Der Marktleiter von Kaufland beobachtet Ähnliches. „Alles was mit Garten und Gesellschaftsspielen zu tun hat, läuft momentan.“

Übrigens: An der Kasse klappt das Abstandhalten mit Hilfe der Hinweisbalken auf dem Boden dann auch.

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