Weitere Castrop-Rauxeler Kita muss wegen Corona vorerst schließen

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Nach dem Corona-Ausbruch in der Kita „Mikado“ hat eine weitere Einrichtung in Castrop-Rauxel vorsorglich den Betrieb eingestellt. Vorausgegangen war ein Verdachtsfall bei einem der Kinder.

Castrop-Rauxel

, 27.10.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst vor knapp zwei Wochen wurde bekannt, dass die Kita „Mikado“ auf Schwerin aufgrund mehrerer positiver Corona-Fälle vorübergehend schließen muss. Nun hat es eine weitere Kita in Castrop-Rauxel erwischt. Auch hier wurde der Betrieb bis auf Weiteres eingestellt. Einen bestätigten Fall gibt es allerdings bislang nicht.

Testergebnis kommt im Laufe der Woche

Am Montagmorgen (26. Oktober) erhielt Lorenz Kirstein vom Kinderhaus Rasselbande die Nachricht, dass eine Familie, deren Kind die Kita in der ehemaligen Marienschule Merklinde besucht, positiv auf das Coronavirus getestet worden ist.

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„Beide Elternteile haben sich mit dem Virus infiziert. Das Kind war zwar am Montag schon nicht mehr in der Kita. Da es allerdings in der vergangenen Woche noch vor Ort war, haben wir die anderen Eltern heute gebeten, ihre Kinder umgehend abzuholen“, erklärt Kirstein.

Das betroffene Kind sei bereits getestet worden, das Ergebnis stehe jedoch noch nicht fest. Deshalb habe man entschieden, den Kita-Betrieb vorerst einzustellen. „Wir rechnen damit, dass das Test-Ergebnis im Laufe dieser Woche vorliegt und wir dann Gewissheit bekommen. Die Einrichtung wird jedoch nicht komplett geschlossen, sondern wir werden vorerst auf eine Form der Notbetreuung zurückgreifen“, so Kirstein.

Notbetreuung ist erforderlich

Da das Kinderhaus Rasselbande als Träger der Kita selbständig eine vorübergehende Schließung angeordnet habe, sei laut Kirstein bei einigen Eltern möglicherweise die eigene Lohnfortzahlung nicht gewährleistet. Da sei eine generelle Schließung der Kita nicht ohne Weiteres zu kompensieren.

„Bei uns liegt momentan weder bei den Kindern noch den Angestellten offiziell ein positiver Corona-Fall vor und wenn wir dann den Betrieb als Vorsichtsmaßnahme erst einmal einstellen, könnte das zu Problemen für einige Eltern führen.“

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Eine Lohnfortzahlung sei oftmals nur möglich, wenn die Schließung einer Betreuungs-Einrichtung direkt von einer Behörde - in diesem Fall dem Gesundheitsamt - angeordnet werde. Da dies aktuell nicht der Fall ist, werde man in den kommenden Tagen deshalb eine Notbetreuung organisieren.

Den Eltern müsse allerdings bewusst sein, dass mit dem Kita-Besuch ihrer Kinder durchaus ein höheres Infektionsrisiko einhergehen könnte. „Wir haben die Eltern gebeten, diese Betreuung wirklich nur im Notfall in Anspruch zu nehmen und sich vorher per Mail bei uns anzumelden, damit wir wissen, wie viel Personal benötigt wird“, betont Kirstein. Angestellte, die zur Corona-Risikogruppe gehören, werde man bei der Notbetreuung vorsorglich ausklammern.

Keine Komplett-Schließung seit Bestehen der Einrichtung

Indes bedeute ein positives Testergebnis Kirstein zufolge für die Kita das „Worst-Case-Szenario“: „Sollte sich auch das Kind infiziert haben, müssten vermutlich die Kinder und auch die Erzieher in Quarantäne. Das würde dann bedeuten, dass wir die Kita vorläufig doch komplett schließen müssten.“ Für welchen Zeitraum hänge schlussendlich von der Anordnung des Gesundheitsamtes ab.

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Einen vergleichbaren Schritt habe das Kinderhaus Rasselbande in den vergangenen 25 Jahren des Bestehens noch nicht vollziehen müssen. „Es gab vielleicht schon Situationen, in denen wir aufgrund eines sehr hohen Krankenstandes im Personal auf eine Notbetreuung umschwenken mussten. Aber eine solche Situation, wie sie uns jetzt möglicherweise ereilen könnte, hat es noch nicht gegeben“, erklärt Kirstein.

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