Rajko Kravanja: „Zusammenhalten und den Mut nicht sinken lassen“

Weihnachtsbrief

Die Castrop-Rauxeler haben im Corona-Jahr viel leisten und ertragen müssen. Aus diesem Grund dankt Bürgermeister Rajko Kravanja allen Einwohnern für ihren großen persönlichen Einsatz

Castrop

von Rajko Kravanja

, 24.12.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit einer Weihnachts-Botschaft wendet sich Bürgermeister Rajko Kravanja auch in diesem Jahr an alle Castrop-Rauxeler.

Mit einer Weihnachts-Botschaft wendet sich Bürgermeister Rajko Kravanja auch in diesem Jahr an alle Castrop-Rauxeler. © dpa

Liebe Castrop-Rauxelerinnen und Castrop-Rauxeler,

das Jahr 2020 wird in der Tat in die Geschichte eingehen. Ein trauriges Jahr, das uns gezeigt hat, wie verwundbar wir als Gesellschaft sind. Hochentwickelt und zeitgleich so machtlos ausgeliefert. Dennoch haben die Bürgerinnen und Bürger Castrop-Rauxels eindrucksvoll in schweren Stunden gezeigt, dass wir zusammenhalten und gemeinsam gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie ankämpfen. Das macht wiederum Mut für die kommende Zeit.

Daher möchte ich den vielen Ehrenamtlichen und den Mitarbeitenden im Gesundheitswesen, aber auch den vielen Mitarbeitenden im Einzelhandel und in der Verwaltung danken, die seit Anfang des Jahres die Auswirkungen der Corona-Pandemie bewältigt und das Leben organisiert haben.

Alle haben die Kontakte reduziert

Zusätzlich zu diesem unermüdlichen (in vielen Fällen ist das übrigens wörtlich zu nehmen) Einsatz haben wir Kontakte reduziert, um uns und andere zu schützen. Doch bei aller Digitalisierung zeigt sich auch, dass wir die Nähe von Menschen benötigen – erst recht die unserer Eltern und Großeltern. Daher möchte ich allen danken, die verantwortungsvoll und schweren Herzens uns alle geschützt haben, indem sie Kontakte gemieden haben.

Und dann haben wir nach einer Zeit der Entbehrung auch wieder eine Zeit mit vielen Highlights verdient.
Rajko kravanja
Bürgermeister Rajko Kravanja

Bürgermeister Rajko Kravanja © Volker Engel

Die Auswirkungen dieser Pandemie werden uns noch weit in die nächsten Jahre beschäftigen. Wie viele Menschen werden ihr Leben gelassen haben? Gibt es gesundheitliche Langzeitschäden? Werden alle Geschäfte und Gaststätten wieder öffnen? Wie lange werden wir noch Maske tragen müssen?

Auch gesellschaftlich hat uns die Pandemie vor Augen geführt, dass mehr Grenzen, mehr Nationalstaaten keinen Sinn machen, weil die großen Herausforderungen der Zukunft (insbesondere auch der Klimawandel) sich nicht an Grenzen stören. Sie können nur gemeinsam gelöst und müssen zugleich lokal umgesetzt werden.
Und so danke ich allen Castrop-Rauxelerinnen und Castrop-Rauxelern für ihr Verständnis und ihre Mithilfe bei der Umsetzung der Schutzmaßnahmen vor Ort. Nun liegt noch die große Herausforderung der Organisation der Impfungen vor uns, aber auch das bekommen wir gemeinsam hin.

Zeit mit neuen Highlights verdient

Und dann haben wir nach einer Zeit der Entbehrung auch wieder eine Zeit mit vielen Highlights verdient. Je nach Infektionslage haben wir den Kindern unserer Stadt ein großes Kinderfest versprochen, wir wollen gemeinsam den Spatenstich der neuen Brücke am Wasserkreuz begehen, wir wollen den Bildungscampus in der Altstadt einweihen und vor allem wollen wir wieder bei fröhlichen Festen zusammenkommen.

Liebe Castrop-Rauxelerinnen und Castrop-Rauxeler, ich danke Ihnen für Ihre Entbehrungen und Ihre Solidarität. Halten Sie weiterhin durch, tragen Sie den Kopf hoch und lassen ihn nicht sinken.

Wie groß das Herz und wie stark die Seele unserer Stadt sind, hat sich schon oft in der Geschichte gezeigt. In der Zeit des Wiederaufbaus, während der Zeit des Bergbaus, bei der Abstimmung um die „Europastadt“ vor 70 Jahren und auch heute, wenn es darum geht, rechtsextremen Ideologien Grenzen zu setzen.
Ich bin mir sicher, dass diese Stärke und der Zusammenhalt sich in und auch nach der Zeit mit Corona bestätigen. Denn wir haben zwar etwa 75.000 individuelle Biographien, Lebensentwürfe und Charaktere, aber wir sind auch 75.000 Demokraten, die füreinander einstehen, wenn es darauf ankommt. Mit Stolz können wir sagen: Wir sind 75.000 Menschen – aber wir sind eine Europastadt Castrop-Rauxel.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien frohe und besinnliche Weihnachtsfeiertage. Mögen wir das neue Jahr 2021 in Gesundheit, Zuversicht und persönlichem Wohlergeben durchleben!

Herzlichst Ihr

Rajko Kravanja

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