Auch der Angeklagte Ralf H. muss weiter auf das Urteil warten. © Martin von Braunschweig
Schwurgericht

Wegen Quarantäne: Schalla-Prozess verzögert sich erneut

Nächster Rückschlag im Prozess um den Mord an Nicole-Denise Schalla vor 27 Jahren: Statt der geplanten Plädoyers hörten die Richter am Schwurgericht andere, unangenehme Nachrichten.

Noch vor Weihnachten hätte der Prozess gegen den Angeklagten Ralf H. aus Castrop-Rauxel zu Ende gehen sollen. Doch dieser Zeitplan ist jetzt Geschichte. Staatsanwalt Felix Giesenregen musste sich in häusliche Quarantäne begeben.

Theoretisch hätte das Gericht darauf bestehen können, dass für Giesenregen ein Kollege einspringt, der dann vielleicht noch im Dezember das Plädoyer halten könnte. Der Vorsitzende Richter Thomas Kelm hält das aber für keine gute Idee. Giesenregen habe das gesamte Verfahren begleitet und kenne sich mit den juristischen Feinheiten des Falles so gut aus wie kein anderer. Deshalb gebiete es die Fairness, dass er auch das Plädoyer halten solle.

Nächster Termin im Januar

Der neue Zeitplan sieht nun eine fast einmonatige Unterbrechung vor. Erst am 6. Januar wollen sich alle Beteiligten wieder treffen. An diesem Tag sollen nach derzeitigem Stand der Dinge die Plädoyers gehalten werden. Ob es auch schon ein Urteil gibt, steht noch nicht fest. Vorsorglich wurde auch noch der 11. Januar als Sitzungstag reserviert.

Die Staatsanwaltschaft hat Ralf H. wegen Mordes angeklagt. Der 56-Jährige bestreitet jedoch die Tat – obwohl er durch eine DNA-Spur am Körper der getöteten Schülerin belastet wird. Die Eltern des Opfers nahmen die erneute Verzögerung mit Kopfschütteln auf.

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