Wegen Coronavirus: Kommunionkinder müssen sich noch gedulden

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Wie jedes Jahr sollten jetzt wieder viele Castrop-Rauxeler Kinder zur Erstkommunion gehen. Doch die Corona-Krise lässt das große Fest ausfallen. Es gibt aber eine Perspektive.

von Joel Kunz

Castrop-Rauxel

, 23.05.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kommunionkinder waren bereit für ihre Erstkommunionfeier – doch dann kam die Kontaktsperre. Bei den Konfirmanden ist es umgekehrt, ihr Unterricht kann wegen der Bestimmungen gar nicht erst beginnen.

Die Kinder waren durch den Kommunionunterricht schon gut vorbereitet und warteten nur noch auf die Erstkommunionfeier. Traditionell findet diese am sogenannten Weißen Sonntag, dem Sonntag nach Ostern oder dem darauf folgenden Sonntag, statt.

In diesem Jahr fiel der Weiße Sonntag auf den 19. April. Doch zu diesem Zeitpunkt befand sich ganz Deutschland noch mitten im Lockdown – und der damit auferlegten Kontaktsperre. Gottesdienste in den Kirchen fanden nicht statt oder sind ins Internet verlegt worden.

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Kersten Brandt-Gösmann, Gemeindereferentin in St. Lambertus im Pastoralverbund Castrop-Rauxel-Süd, leitet die Erstkommunionvorbereitung auch in den Gemeinden St. Marien, Hl. Schutzengel, St. Elisabeth, Heilig Kreuz und St. Franziskus. „Die Kinder hatten die Vorbereitung so gut wie abgeschlossen“, sagt sie. „Doch dann kam die Kontaktsperre und deshalb konnte die Erstkommunion nicht mehr gefeiert werden.“

Deshalb helfen hier auch digitale Unterrichtsmethoden wie Videokonferenzen, die inzwischen von Schulen genutzt werden, nichts mehr: „Die Schüler sind vorbereitet und warten nur noch auf ihre Erstkommunion.“

Keine Feiern mit der ganzen Familie möglich

Obwohl nach den Lockerungen der vergangenen Wochen wieder vereinzelt Gottesdienste in Castrop-Rauxel stattfinden, wären die Feiern zu groß für die Kirchen. „Alle möchten an der Feier teilnehmen, es ist für die ganze Familie stets ein großes Ereignis“, sagt Kersten Brandt-Gösmann.

Vorerst sei eine Erstkommunionfeier ohnehin nicht möglich: Das Erzbistum Paderborn hat alle Erstkommunionen und Firmungen in das zweite Halbjahr 2020 verschoben.

Auf unbestimmte Zeit verschoben

Pfarrer Winfried Grohsmann bedauert diese Entwicklung. Er rechnet ebenfalls nicht mit einer zeitnahen Erstkommunionfeier. „Das wurde jetzt erst einmal auf lange Zeit nach hinten verlegt“, sagt er. „Ich denke nicht, dass sich vor Beginn der Herbstferien etwas ergeben wird.“

In der Kirchengemeinde bleibt man realistisch. „Die Gesundheit der Menschen ist am wichtigsten für uns alle und geht jetzt erst einmal vor. Wir wollen nichts riskieren und werden die Feiern später in diesem Jahr durchführen“, so Kersten Brandt-Gösmann. Man warte weitere Lockerungen der Regierungen ab.

„Wir werden den Eltern und Kindern sofort Bescheid geben, wenn es soweit ist“, sagt die Gemeindereferentin. Eines ist ihr wichtig zu betonen: Die Feiern finden auf jeden Fall statt. Es wird bloß noch ein paar Monate dauern.

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Die Geschäfte und Restaurants sind wieder offen. Es gibt immer mehr Lockerungen. Wir berichten täglich live und kostenlos über die Auswirkungen des Coronavirus in Castrop-Rauxel und Umgebung. Von Beate Dönnewald, Iris Müller, Lukas Wittland, Uwe von Schirp

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