Warnstufe Rot im Kreis Recklinghausen: Was das für den Urlaub bedeutet

dzCoronavirus

Der Kreis Recklinghausen ist mit der Warnstufe Rot zum Risikogebiet geworden. Das hat Auswirkungen für die Menschen hier – gerade in der Urlaubszeit.

Kreis Recklinghausen

, 10.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Castrop-Rauxel, Dorsten und Haltern gehören nicht zu den am meisten betroffenen Städten im Kreis Recklinghausen. Gladbeck, Recklinghausen oder Waltrop liegen weit über dem Grenzwert und haben dafür gesorgt, dass der Kreis den Wochen-Inzidenz-Wert von 50 überschritten hat und damit als Risikogebiet gilt. Dass einzelne Städte selbst nicht über diesem Grenzwert liegt, ist egal, wenn man beispielsweise nach Bayern in den Urlaub fahren will.

Was bedeutet die Warnstufe Rot im Kreis selbst:

Der Kreis hat bislang nur Maßnahmen für den Grenzwert 35 festgelegt. Sie mussten zuletzt noch von der Bezirksregierung und dem NRW-Gesundheitsministerium bestätigt werden. Sie sahen vor:

  • Mund-Nasenschutz-Pflicht an weiterführenden Schulen für Lehrer und Schüler. In den kommenden zwei Wochen sind allerdings Herbstferien.
  • Mund-Nasenschutz-Pflicht für Zuschauer bei sämtlichen Sportveranstaltungen;
  • Mund-Nasenschutz-Pflicht für Erzieher in Kitas und im Offenen Ganztag;
  • kreisweite einheitliche Besucherregelungen in Kliniken, Pflege- und Altenheimen.

Private Feiern jetzt nur noch mit höchstens 25 Personen

Ab einer 7-Tages-Inzidenz von 50 sind zwingend zusätzliche Schutzmaßnahmen anzuordnen, so die Verordnung. In die Beratung ist in diesen Fällen auch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales einzubeziehen.

Klar ist, dass an Festen im öffentlichen Raum höchstens 25 Personen teilnehmen dürfen. Weitere Maßnahmen sollen im Laufe des Samstags beraten und verkündet werden.

In der Mehrheit der Bundesländer gilt ein Beherbungsverbot

Gerade jetzt in den Herbstferien muss sich jeder, der in Urlaub fährt, informieren, welche Vorgaben am Zielort gelten. Personen aus innerdeutschen Risikogebieten dürfen in der Mehrheit der Bundesländer nur beherbergt werden, wenn sie ein negatives Testergebnis vorweisen können, das nicht älter als 48 Stunden ist. Das wurde am Mittwoch (7.10.) bekannt. Aber es gibt keine einheitliche Regelung.

Urlaub an der Ostsee oder in den Bergen wird schwieriger. Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, das Saarland, Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen fordern den Test. Im Gegenzug für diese Testpflicht entfällt für Reisende zugleich die obligatorische zweiwöchige Quarantäne.

Allerdings: In der aktuellen Liste, auf die sich der Freistaat Bayern bezieht, ist der Kreis Recklinghausen noch nicht als Risikogebiet aufgeführt. Eine Aktualisierung ist erst für den 13. Oktober angekündigt.

Laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann können sich Bewohner von NRW-Risikogebieten, die in den Herbstferien verreisen wollen, für innerdeutsche Reisen nun kostenlos testen lassen. Das berichtete am Samstag der WDR.

Nach Berlin geht es noch ohne einen Corona-Test

Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es theoretisch ein Beherbergungsverbot. Es ist aber vorerst nicht in Kraft. „Es gibt keinen Automatismus“, sagte der Chef der NRW-Staatskanzlei, Nathanael Liminski, am Mittwoch. Also gilt auch hier: Castrop-Rauxeler, die beispielsweise im Sauerland Urlaub machen wollen, sollten sich vorsichtshalber vor Ort erkundigen.

In Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen, Bremen gibt es abweichende Regelungen beziehungsweise gar keine entsprechenden Corona-Schutzverordnungen. Urlaubern sollten sich vor der Anreise beim Hotel nach den aktuellen Regelungen erkundigen.

Berlin zum Beispiel plant aktuell kein Beherbergungsverbot. Da es aber selbst stark betroffen ist, wird der Urlaub hier durchaus eingeschränkt. Es gibt eine Sperrstunde: In Berlin bleiben Restaurants und Ladenlokale zwischen 23 Uhr und 6 Uhr geschlossen. In diesem Zeitraum dürfen sich im öffentlichen Raum im Freien auch nur maximal fünf gleichzeitig anwesende Personen aus unterschiedlichen Haushalten oder Personen aus zwei Haushalten treffen. Auch Diskotheken und Clubs sind geschlossen.

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