Warmer März: Erster Spargel in Castrop-Rauxel

Frohe Landwirte

Dank des milden Winters gibt es jetzt schon Spargel - früher als im vergangenen Jahr. Was das derzeit milde Wetter sonst noch für Auswirkungen hat, berichtet Landwirt Norbert Klöcker. Ein anderes wichtiges Thema ist für die Bauern die neue Düngeverordnung. Auch dazu haben wir nachgefragt.

CASTROP-RAUXEL

, 04.04.2017, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Warmer März: Erster Spargel in Castrop-Rauxel

Auf dem Hof Sanders gibt es im Hofladen jetzt schon den ersten Spargel zu kaufen.

„Auf dem normalen Feld stechen wir jetzt seit zehn Tagen“, sagte Lars Dickhöfer, Betriebsleiter auf dem Hof Sanders in Henrichenburg, am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion. Damit beginnt die Ernte früher als im vergangenen Jahr. 

Norbert Klöcker, Inhaber des gleichnamigen Hofes, ist mit dem „ruhigen, guten Winter“ zufrieden. „Wenn es Dauerfrost gibt, dann haben wir im kommenden Jahr weniger Schädlinge. Außerdem keimt das Getreide in sehr milden Wintern zu früh. Wenn die Temperaturen dann wieder fallen, wird das ein Problem", so der Hofbesitzer. Das blieb diesmal aus.

Auswirkungen der neuen Düngeverordnung

Ein anderes, wichtiges Thema für die örtlichen Landwirte ist die neue gesetzliche Düngeverordnung, die der Bundesrat am vergangenen Freitag verabschiedet hat. „Darin wird unter anderem geregelt, dass zukünftig höchstens 170 Kilogramm Nitrat pro Hektar eingesetzt werden dürfen“, sagt Heinrich Wiesmann, Vorsitzender des lokalen Ortsvereins der Landwirte.

Weiterhin soll das klassisch bekannte Versprühen von Gülle über einen Prallteller – mit einer Übergangsfrist bis 2020 – abgeschafft werden. „Im Grunde arbeiten wir auch in Castrop-Rauxel aber ohnehin schon länger mit anderen Methoden“, so Wiesmann. Üblich sei die Verteilung von Dünger mit sogenannten Schleppschläuchen oder Schlitzschuhen. „Diese Art der Ausbringung ist deutlich umweltschonender und effizienter.“

Alles gut in der Landwirtschaft?

Mit dieser Methoden werde nicht nur viel Düngemittel eingespart, das dann auch nicht in die Luft oder ins Grundwasser gelangen könne. Der Dünger könne so auch besser dosiert werden. „Das erhöht dann auch wieder unsere Erträge, denn überdüngte Pflanzen neigen dazu, nahe am Boden abzuknicken. Da kommt der Mähdrescher dann nicht mehr dran“, sagt Wiesmann.

Also eigentlich alles gut in der Landwirtschaft? Nun, fast: „Am Ende muss man wieder mehr Aufwand betreiben und dafür eben auch erst einmal investieren.“ Landwirte in Castrop-Rauxel seien davon aber weniger stark betroffen als etwa die Kollegen im nahen Münsterland. „Eigene Maschinen kann eigentlich nur der Betrieb anschaffen, der eine gewisse Größe erreicht hat. Wir arbeiten hier in erster Linie mit Dienstleistern, die mehrere Betriebe versorgen können.“

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