VRR mahnt Bahnunternehmen Abellio wegen Problemen im Ruhrgebiet ab

ÖPNV

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat mehrere Abmahnungen gegen das Bahnunternehmen Abellio ausgesprochen. Auch eine Bahnlinie in Castrop-Rauxel ist betroffen.

von Joel Kunz

Castrop-Rauxel

, 14.05.2020, 17:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bei den Zügen der Abellio hat es in letzter Zeit wegen Personalmangels viele Ausfälle gegeben. Der VRR sieht vertragliche Vereinbarungen verletzt - und zieht jetzt Konsequenzen.

Bei den Zügen der Abellio hat es in letzter Zeit wegen Personalmangels viele Ausfälle gegeben. Der VRR sieht vertragliche Vereinbarungen verletzt - und zieht jetzt Konsequenzen. © J. Gutzeit

In den vergangenen Wochen hat es im Ruhrgebiet auf den durch das private Bahnunternehmen Abellio betriebenen S-Bahn und Regionallinien vermehrt Ausfälle gegeben.

Der VRR als ÖPNV-Aufgabenträger in der Region hat Abellio für betroffene Linien deshalb abgemahnt und forderte eine unverzügliche Verbesserung der Verkehrsleistungen.

„Schlechte und nicht akzeptable Leistungen“

Der VRR begründete die Abmahnungen als eine Reaktion auf „schlechte und nicht akzeptable“ Leistungen“ von Abellio. Laut VRR-Sprecher Dino Niemann entspreche die „Qualität und Quantität der Beförderungs- und Betriebsleistung nicht den verkehrsvertraglichen Leistungspflichten“. Es sei verstärkt zu Zugausfällen und zu massiven Angebotseinschränkungen gekommen.

Bereits Anfang Mai hatte Abellio angekündigt, den vertraglichen Verpflichtungen mit dem VRR auf lange Sicht nicht nachkommen zu können. Grund dafür sei ein akuter Personalmangel, so Abellio. Schon seit Wochen seien viele Mitarbeiter erkrankt.

Coronakrise bremst Ausbildung

Aufgrund der Corona-Pandemie sei es auch derzeit nicht wie ursprünglich geplant möglich die fehlenden Stellen zu besetzen, da Abellio den Ausbildungsbetrieb vorübergehend ausgesetzt hat.

Im Zuge der Abmahnung fordert der VRR Abellio nun auf, erkennbare Maßnahmen einzuleiten, um die verkehrsvertraglichen Vereinbarungen wieder erfüllen zu können. Dafür hat der VRR für die einzelnen Bahnlinien spezifische Fristen gesetzt. Beispielsweise wurden für die Verbindungen S 3 und RE 49, die am stärksten betroffen waren, Fristen von Mitte bzw. Ende Juni verhängt.

Linie S 2 betroffen

Die S-Bahn-Linie S 2, die auch in Castrop-Rauxel hält, fährt nach einer Einschränkung im März seit April wieder regulär. Dennoch hat der VRR auch für diese Linie ein Ultimatum zur Leistungsverbesserung bis 15. Juli gesetzt.

Abellio hat inzwischen auf die Abmahnungen reagiert und die Forderungen des VRR als „nachvollziehbar“ bezeichnet. Als direkte Maßnahmen kündigte das Unternehmen die Einstellung von zehn Leih-Triebfahrzeugführern an, die bereits im Mai die Arbeit aufnehmen sollen.

Des Weiteren wolle man auf verstärktes Recruiting setzen und rechne auch mit einem baldigen Rückgang der Krankheitsfälle im Unternehmen. Auch durch das Engagieren von Ausbildern aus Schwesterunternhemen wolle man das Anlernen der künftigen Lokführer beschleunigen.

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Die Bahnen von Abellio fahren ab Montag (20.4.) wieder nach dem regulären Fahrplan. Ab Anfang der Woche können teilweise aber andere Einschränkungen auf die Kunden zukommen.

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