Für private Großkunden führt die Volksbank Castrop-Rauxel noch 2021 Strafzinsen ein. © Matthias Langrock
Banken

Volksbank in Castrop-Rauxel führt 2021 Strafzinsen für Privatkunden ein

Die Volksbank Castrop-Rauxel und die Volksbank Henrichenburg werden noch in diesem Jahr Strafzinsen für Privatkunden einführen. Allerdings sollen Kleinsparer nicht betroffen sein.

Die Volksbanken Castrop-Rauxel und Henrichenburg, die beide zur Dortmunder Volksbank gehören, reagieren auf die anhaltende Niedrigzinsphase.

Wie der Generalbevollmächtigte der Dortmunder Volksbank, Gregor Mersmann, am Mittwoch bei einem Pressegespräch erklärte, werde die Bank noch im Jahr 2021 sogenannte Negativzinsen auch für Privatkunden einführen. „2021 wird das Jahr, an dem die Dämme auf Privatkundenseite brechen“, sagte Mersmann wörtlich.

Allerdings sollen offenbar Kleinanleger nicht unter den auch als Strafzinsen bezeichneten Negativzinsen leiden. Mersmann wollte sich aber auf Nachfrage weder auf einen genauen Zeitpunkt für die Einführung der Strafzinsen festlegen lassen noch auf die Einlagenhöhe, ab der es Strafzinsen geben soll.

Strafzinsen offenbar erst ab sechsstelliger Einlagenhöhe

Wie der Vorstandsvorsitzende der Dortmunder Volksbank, Martin Eul, unter deren Dach die Volksbanken Castrop-Rauxel und Henrichenburg sich befinden, zeitgleich in einem Pressegespräch andeutete, sollen die Negativzinsen offenbar erst ab einer sechsstelligen Einlagenhöhe, zum Beispiel ab 125.000 Euro, greifen.

Gleichzeitig macht die Volksbank ihren Mitgliedern ein neues Angebot, um ihr Geld anzulegen: Ab sofort könnten Interessenten bis zu 50 Genossenschaftsanteile der Bank zum Preis von je 160 Euro erwerben, also bis zu 8000 Euro in die Bank investieren. Diese werden mit 2 Prozent jährlich verzinst.

„Das ist eine sehr lukrative Verzinsung“, sagte Mersmann. Und ergänzte: „Wir finden, das ist ein tolles Geschenk an alle Kunden im Bereich der Dortmunder Volksbank.“ Bislang konnten Privatleute nicht mehr als fünf Genossenschaftsanteile kaufen.

Mit der Einführung von Negativzinsen folgt die Volksbank der Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Wenn Banken bei der EZB Geld parken, müssen sie einen Strafzins von 0,5 Prozent bezahlen. Es soll sich damit nicht mehr lohnen, Geld anzulegen, und dementsprechend ein Anreiz sein, es zu investieren.

Er befürchte nicht, dass die Bank wegen der Negativzinsen Kunden verliere, sagte Mersmann: „Unsere Qualität wird vom Kunden erkannt und akzeptiert. Wir brauchen da nichts zu befürchten.“ Das gelte umso mehr, als auch einige Direktbanken schon mit Strafzinsen für Privatkunden arbeiteten.

Volksbanken blicken auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr

Insgesamt blicken die Volksbanken Castrop-Rauxel und Henrichenburg auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 zurück. Das Geschäftsvolumen der Banken sei um 93 Millionen Euro auf 735 Millionen Euro gewachsen. Die Kundenkredite stiegen um 54 Millionen Euro, ein Plus von fast 19 Prozent. Den Löwenanteil der Privatkredite machen Hausfinanzierungen mit rund zwei Dritteln des Volumens aus.

Auch die Einlagen stiegen erheblich: um 32 Millionen Euro. Mit der Einlagen-Steigerung zeigte sich Mersmann aber eben wegen der Negativzinsen gar nicht allzu zufrieden: „Das wollten wir nicht. Das belastet eine Bank über Plan“, sagte er.

Die Niederlassungsleiter der Volksbank Castrop-Rauxel, Markus Göke (r.), und der Volksbank Henrichenburg, Oliver Baron, sprachen am Mittwoch von einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2020.
Die Niederlassungsleiter der Volksbank Castrop-Rauxel, Markus Göke (r.), und der Volksbank Henrichenburg, Oliver Baron, sprachen am Mittwoch von einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2020. © Jan Heinze © Jan Heinze

Die Niederlassungsleiter der Volksbank Castrop-Rauxel, Markus Göke, und der Volksbank Henrichenburg, Oliver Baron, verwiesen auch auf eine weitere Erfolgszahl: Sie konnten 112 neue Mitglieder verzeichnen.

Konstant geblieben sei das Engagement der Banken: „In Castrop-Rauxel und Henrichenburg haben wir im vergangenen Jahr Einrichtungen aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Sport mit insgesamt 80.000 Euro gefördert“, sagte Göke. Er betonte: „Wir sind eine kerngesunde Bank.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Fühlt sich in Castrop-Rauxel und im Dortmunder Westen gleichermaßen zu Hause. Mag Politik, mag Kultur, mag Sport, respektiert die Wirtschaft und schreibt zur Not über alles, was anfällt.
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Matthias Langrock

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