Rund 700 Kinder werden im Sommer in Castrop-Rauxel eingeschult. © picture alliance/dpa
Grundschulen

Viel mehr Erstklässler: Einige Eltern müssen um Wunsch-Schule zittern

Die Anmeldezahlen an den Grundschulen stehen vorläufig fest. Dass drei Schulen zusätzliche Klassen einrichten, entspannt die Lage. Für die Zukunft reicht das nicht.

Der Anstieg der Schülerzahlen bei Erstklässlern ist groß. 693 Anmeldungen an den zehn Grundschulen in Castrop-Rauxel liegen für das Schuljahr 2021/22 vor. Vor einem Jahr gab es 607 Anmeldungen. Ein Anstieg also, der mehr als drei Klassen ausmacht. Das hat jetzt auch die Politik beschäftigt. Für die Zukunft herrscht Handlungsbedarf.

Die vorläufigen Anmeldezahlen für das Grundschuljahr 2021/22 (Stand: 11. Februar 2021):

  • Waldschule 80 (Anmeldestand Januar 2020: 55)
  • Grundschule Am Busch 69 (50)
  • Grundschule Am Hügel 59 (70)
  • Cottenburgschule 63 (46)
  • Lindenschule 57 (43)
  • Marktschule Ickern 66 (94)
  • Erich-Kästner-Schule 47 (38)
  • Wilhelmschule 90 (56)
  • Elisabethschule 81 (76)
  • Grundschule Alter Garten 81 (79)

Dazu kommt: Sechs Kinder aus Castrop-Rauxel, die im Sommer schulpflichtig werden, sind noch nicht angemeldet. 16 Castrop-Rauxeler Kinder wurden an auswärtigen Schulen angemeldet.

Zweizügig in das kommende Schuljahr starten die Grundschule Am Hügel, die Lindenschule und die Erich-Kästner-Schule. Alle anderen Grundschulen werden drei Eingangsklassen bilden können.

Drei Grundschulen richten eine dritte erste Klasse ein

In Absprache mit den Schulleitungen sowie dem Schulamt Recklinghausen werden auch an der Grundschule Am Busch, an der Waldschule sowie an der Cottenburgschule im Sommer jeweils drei Eingangsklassen gebildet, obwohl diese drei Schulen im vergangenen Jahr noch zweizügig waren.

Mit diesen drei zusätzlichen Klassen entspannt sich die Lage deutlich. Dennoch sind bereits Ablehnungsbescheide herausgegangen, sagt Stadtpressesprecherin Maresa Hilleringmann. Wie viele es derzeit sind, dazu liegen dem Schulamt keine genauen Zahlen vor. Definitive Zusagen für die Eltern wird es übrigens erst in ein paar Wochen geben, wenn letzte Änderungen berücksichtigt wurden.

Der Blick auf die Zahlen zeigt, wo es eng werden könnte. Die Grundschule am Hügel hat derzeit 59 Anmeldungen, das ist zu viel für zwei Klassen. Das Gleiche gilt für die Lindenschule mit 57 Anmeldungen. Laut Gesetz dürfen in zwei Klassen maximal 56 Kinder aufgenommen werden.

Wilhelmschule hat 90 Anmeldungen, das sind noch zu viele

Bei den dreizügigen Klassen wird bei Elisabethschule und Grundschule Alter Garten die maximale Zahl von 81 Anmeldungen derzeit ganz genau erreicht. Die Wilhelmschule dagegen hat mit 90 Anmeldungen zu viele Anmeldungen. Noch.

Die Stadt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich die Anmeldezahlen immer noch leicht in Bewegung befinden, obwohl das Anmeldeverfahren für die Grundschulen offiziell schon seit Mitte November letzten Jahres beendet ist.

Vor allem die Verfahren zur Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs können sich auswirken. Aber auch wer den Anmeldetermin verpasst hat, nach dem Erhebungsstichtag weggezogen ist oder sein Kind in einer Nachbarstadt angemeldet hat, klärt sich noch in den nächsten Wochen.

Zusätzlicher Raumbedarf an den Grundschulen ist da

Im Bildungs-Ausschuss am Donnerstag richtete sich der Blick der Kommunalpolitiker in die Zukunft. „Mehr Geburten als erwartet, mehr Räume, mehr OGS, mehr Lehrer, mehr alles“, eröffnete die Vorsitzende Katrin Lasser-Moryson (SPD) die Diskussion. Christel Sperz (FWI) fragte in der digital abgehaltenen Sitzung: „Manche Schulen sind bis zum Stehkragen voll. Wie sieht das in den nächsten vier Jahren aus?“

Vor Jahren ging man noch davon aus, dass es 2021 rund 500 Erstklässler geben würde. Die Beigeordnete Regina Kleff erläuterte, dass sich die Zahlen in den kommenden Jahren bei 650 einpendeln werden. Der Bedarf sei da, zumal immer mehr Kinder die OGS besuchen und man grundsätzlich kleinere Klassen wolle.

Kann man anbauen oder braucht man einen zusätzlichen Standort, das soll jetzt geklärt werden. Katrin Lasser-Moryson: „Wir müssen in die Planung einsteigen. Ein langer Weg beginnt.“

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.