Die Maskenpflicht soll verschärft werden. Dann darf man nur mit einer medizinischen Maske in Busse und Bahnen (Symbolbild). © picture alliance/dpa
Nahverkehr

Verschärfte Corona-Regeln im Bus: Fahrer können leichter kontrollieren

Wer Bus und Bahn fährt, muss eine medizinische Maske tragen. So sehen es neue Corona-Regeln vor. Das hat Folgen für die vier Verkehrsbetriebe, die in Castrop-Rauxel unterwegs sind.

In Bayern gilt die verschärfte Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf bereits. Die anderen Bundesländer sollen nachziehen, lautet das Ergebnis der Ministerpräsidenten-Konferenz am Dienstag. Folgt das Land NRW diesen Beschlüssen 1:1, müssen bald in Bussen und Bahnen medizinische Masken getragen werden. Das sind FFP2-Masken und sogenannte OP-Masken.

Die Pflicht gilt für die Fahrgäste. Gilt sie auch für die Fahrer? Hier haben die Verkehrsbetriebe in Castrop-Rauxel differenzierte Meinungen.

Ob die Fahrer eine Maske tragen, wird ihnen zurzeit bei der Bogestra freigestellt. Generell sind sie von den Fahrgästen durch Schutzscheiben getrennt. „Sollte es auch für Fahrer Pflicht werden, haben wir genügend medizinische Masken vorrätig“, sagt Pressesprecherin Sandra Bruns. Auch jetzt werden schon Masken ausgegeben.

Verkehrsbetriebe haben eine ausreichenden Vorrat an medizinischen Masken

Ähnliches gilt bei DSW21. Man habe in ausreichender Menge medizinische Masken verschiedenster Art vorrätig, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Das Fahrpersonal bekomme schon seit Beginn der Pandemie auf Wunsch Masken ausgehändigt, etwa auch für die Fahrt zum Einsatz. Aber, so erklärt DSW21-Sprecher Frank Fligge auf Anfrage, er gehe davon aus, dass kaum ein Fahrer die FFP2-Maske während der Fahrt tragen werde, weil sie die Sicht einschränke.

Fligge weist aber auch darauf hin, dass dadurch die Sicherheit der Passagiere nicht beeinträchtigt werde. In zwei Dritteln der Busse seien mittlerweile Plexiglasscheiben eingebaut, die Fahrer und Passagiere trennten. Und in den anderen Fällen sei nach wie vor die erste Sitzreihe hinter dem Fahrer für Passagiere gesperrt.

Auch bei der HCR werde es keinen Versorgungsengpass geben. Masken müssen die Fahrer immer dann tragen, so Sprecher Dirk Rogalla, wenn sie nicht am Steuer sitzen, weil sie beispielsweise Rampen herunterfahren oder auf dem Weg zum Einsatz sind. Das gilt auch für DSW21.

Christoph van Bürk, Pressesprecher der Vestischen Straßenbahnen, erläutert, dass es zurzeit keine Maskenpflicht für die Fahrer gebe. 221 der 242 Busse seien mit Hygieneschutzscheiben ausgestattet, damit habe man schon sehr früh begonnen. Auch die 130 Fahrzeuge der Fremdunternehmen sollen, so van Bürk, nach und nach damit ausgestattet werden.

Weil Fahrgäste wieder vorne einsteigen, ist Kontrolle einfacher

Mit diesen Scheiben ist in fast allen Bussen wieder der Vordereinstieg möglich. „Damit können die Fahrer besser feststellen, ob die Fahrgäste Masken tragen“, sagt Christoph van Bürk. Auf Verstöße weist das Personal nach Angaben der Unternehmen bei allen Verkehrsbetrieben hin. Die offiziellen Kontrollen aber bleiben den Ordnungsdiensten vorbehalten.

„Maskentragen ist aber kein Thema mehr“, so Sandra Bruns für die Bogestra. Das habe sich gut eingespielt. Generell seien Busse und Bahnen kein Corona-Hotspot, betont wie andere Pressesprecher auch Christoph van Bürk. „Die Gefahr ist genauso groß wie im öffentlichen Raum generell.“ Dafür würden auch Lüftungen und der Luftaustausch sorgen, wenn an jeder Haltestelle die Türen aufgehen.

Busse und Bahnen sollen nur zu einem Drittel besetzt sein

Mit den neuen Corona-Maßnahmen haben Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten den Wunsch geäußert, dass Busse und Bahnen möglichst nur zu einem Drittel besetzt sein soll. Ein Wunsch, der den vier Verkehrsbetrieben keine Probleme bereitet.

Überall steigen viel weniger Menschen ein, vor allem seitdem auch die Schüler wegfallen. Je nach Unternehmen und auch nach verschiedenen Linien sind zurzeit zwischen 25 und 45 Prozent der Fahrgäste unterwegs, die vor der Corona-Pandemie öffentliche Verkehrsbetriebe nutzten. Wenn die Homeoffice-Quote noch steigt, könnten die Zahlen noch weiter sinken, lautet die allgemeine Einschätzung.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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