Vermisste 80-Jährige wird seit 17 Tagen auch in Castrop-Rauxel gesucht

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Eine 80-Jährige Frau wird schon seit dem 23. Juni in Bochum vermisst. Die Familie sucht verzweifelt auch in Castrop-Rauxel nach ihr. Was steckt hinter dieser tragischen Geschichte?

Castrop-Rauxel

, 10.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit 17 Tagen wird die 80 Jahre alte Ingrid A. vermisst. Am 23. Juni verschwand die Frau aus einem Bochumer Seniorenheim. „Die Seniorin leidet an Demenz und kann daher zeitlich und örtlich desorientiert sein“, hieß es dazu in der ersten Meldung der Bochumer Polizei.

Die Angehörigen der Frau und die Polizei suchen seitdem intensiv nach ihr. Die Familie hat inzwischen 5000 selbst gedruckte Flugblätter mit der Suchmeldung zuerst in Bochum, dann auch in Lütgendortmund und Bövinghausen, mittlerweile auch in Castrop ausgehängt. „Wir versuchen alles, um sie zu finden“, sagt Familienmitglied Denise K. unserer Redaktion am Telefon.

Familie ist ständig zur Suche unterwegs

„Wir sind ständig unterwegs, haben inzwischen bestimmt 1000 Kilometer mit den Autos in der Umgebung abgefahren, um sie zu finden“, schildert Denise K. die Bemühungen. Bisher aber umsonst. Auch die Polizei hat keine echten Spuren der Vermissten finden können.

„Aufgrund von aktuellen Zeugenaussagen ist davon auszugehen, dass sich Frau A. am 25. Juni, gegen circa 15.30 Uhr, in einem Supermarkt an der Straße Grüner Weg in Bochum-Kornharpen aufgehalten hat. Hier waren bei ihr Verletzungen, vermutlich durch einen Sturz, im Gesichtsbereich erkennbar“, ist das, was die Bochumer Polizei zuletzt mitteilte. Am Mittwoch (10. Juli) bestätigte eine Polizeisprecherin, dass es immer noch keine Spur gebe.

Wie kann es aber sein, dass eine demente Frau so lange unterwegs sein kann? Sie muss doch schlafen, essen, trinken? Dafür haben weder die Polizei noch die Familie eine Erklärung. Denise K.: „Zeugen haben uns angerufen und erzählt, dass sie wohl Pfandflaschen gesammelt und in einem Supermarkt an der Castroper Straße abgegeben hat.“ Ob man damit überleben kann? Darauf weiß niemand eine Antwort.

Seit die Handzettel hängen, habe es immer wieder Anrufe und Hinweise gegeben, zur Vermissten aber habe keiner geführt. Ingrid A. sei demnach angeblich gesehen worden, wie sie in einem Bus nach Langendreer habe fahren wollen. Die Spur aber führte auch ins Nichts. Außerdem soll sie am 5. Juli noch am Bochumer Hauptbahnhof gesehen worden sein. Gesichert ist aber auch das nicht.

Polizei hat mit Hubschrauber und Hunden gesucht

Auch bei der Polizei ist man inzwischen fast ratlos. Wie die WAZ in Bochum berichtete, sei mehrfach der Hubschrauber „Hummel“ gestartet. Außerdem hätten 15 Spürhunde der „Rettungshundestaffel der Feuerwehren NRW“ mit Sitz in Wattenscheid nach der Frau gesucht. Ohne Erfolg. Inzwischen gibt es laut Polizei keine konkreten Suchmaßnahmen mehr, alle Streifenwagen-Besatzungen seien aber für den Fall sensibilisiert.

Und die Familie? „Wir hören mit der Suche nicht auf, sind mit Freunden von morgens bis abends unterwegs“, so Denise K. Auch in Castrop-Rauxel. Denn man glaubt immer noch fest daran, die 80-Jährige zu finden. Und zwar lebend.

500 Euro Belohnung sind ausgesetzt

Für konkrete Hinweise, die zum Auffinden der Frau führen, hat die Familie mittlerweile sogar eine Belohnung ausgesetzt, die sich laut Handzettel auf 500 Euro beläuft.

Hinweis der Redaktion: Am 15. Juli vermeldete die Polizei, dass die Vermisste am 14. Juli in Bochum tot aufgefunden wurde. Wir haben daraufhin diesen Artikel nachträglich anonymisiert und die Bilder entfernt.

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