Verkaufsoffene Sonntage in Castrop-Rauxel: Termine können nachgeholt werden

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Verkaufsoffene Sonntage, die wegen Corona in Castrop-Rauxel ausgefallen sind, dürfen nachgeholt werden. Schon am Sonntag bleiben erste Geschäfte geöffnet. Die Reaktionen sind zwiegespalten.

Castrop-Rauxel

, 04.07.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In NRW sollen die Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte zusätzlich an bis zu vier Sonntagen öffnen dürfen. Damit könnten wegen der Corona-Beschränkungen ausgefallene verkaufsoffene Sonntage nachgeholt werden, hatte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Mittwoch in Düsseldorf gesagt.

Mit dieser einmaligen Maßnahme sollten auch Verkaufsströme in den Herbstmonaten von den Samstagen auf Sonntage umgelenkt werden. Das sei auch für den Schutz vor dem Coronavirus gut. Die Gewerkschaft Verdi lehnt die verkaufsoffenen Sonntage ab. Sie dürften nicht allein aus wirtschaftlichen Aspekten durchgeführt werden.

In Castrop-Rauxel waren acht Sonntage geplant

Aber aus wirtschaftlichen Gründen würden sie dem Handel in Castrop-Rauxel sehr gut tun. Der sollte in diesem Jahre eigentlich acht verkaufsoffene Sonntage veranstalten dürfen.

In der Altstadt am 29. März zum Frühlingsmarkt, am 17. September zum Viktualienmarkt und am 6. Dezember zum Himmlischen Advent.

In Ickern am 30. August zum Familienfest, in Habinghorst am 5. April zum Frühlingsfest, am 5. Juli zum Sommerfest und am 4. Oktober zum Erntedankfest sowie in Merklinde am 21. Juni zum geplanten Bürgerfest.

Bisher mussten wegen der Corona-Krise alle geplanten Termine abgesagt werden. Das gilt für die geplanten Feste ebenso wie für die Verkaufsöffnung an den Sonntagen.

Verkaufsoffener Sonntag in Habinghorst

In Habinghorst macht die Werbegemeinschaft Inwerb nun am Sonntag, 5. Juli, von 12 bis 18 Uhr den Versuch, „einen verkaufsoffenen Sonntag ohne begleitendes Fest zu veranstalten“, wie Inwerb-Chef Armin Fiolka am Freitag (3.7.) bestätigte. Er sei gespannt, ob die Kunden das annehmen, „aber wir müssen ja etwas tun“.

Das Angebot des Landes für weitere verkaufsoffene Sonntage in der zweiten Jahreshälfte findet er „prinzipiell gut, das kommt dem Handel natürlich entgegen. Wenn das aber nicht im Rahmen eines Festes stattfindet, wird es schwierig.“

Und Fiolka glaubt nicht daran, dass sich an den Beschränkungen für Feste so schnell etwas ändern wird. „Wenn Laschet jetzt schon den Karnevalsauftakt absagt: Können Sie sich vorstellen, dass wenig später die Weihnachtsmärkte oder Bubis kulinarisches Zelt öffnen dürfen? Da ist man doch eng aneinander und es geht um Alkohol“, so der skeptische Armin Fiolka.

Die Termine für zusätzliche verkaufsoffene Sonntage sollen laut Landesregierung die Kommunen festlegen. Eine Sonntagsöffnung sei inzwischen auch bei einem Sachgrund möglich. In diesem Fall wäre es das öffentliche Interesse, ausgefallene Käufe und Umsätze nachholen zu können. Damit sei die Sonntagsöffnung nicht an einen Anlass (Fest, Jahrestag etc.) gebunden.

Casconcept berät im August über Pläne

Die Castroper Standortgemeinschaft Casconcept hat sich noch keine Meinung zum Angebot aus Düsseldorf gebildet. Wie Edith Delord im Namen von Casconcept mitteilt, treffe man sich Mitte August zu einer Vorstandssitzung, in der die weitere Vorgehensweise besprochen werde.

Edith Delord: „Wir haben ja bis einschließlich August alle Veranstaltungen abgesagt (Naschmärkte und auch die Beach & Volley Days) und seitens des Veranstalters ist auch die „Nacht der Chöre“ für Anfang September abgesagt worden, da es organisatorisch zu riskant gewesen wäre.“

Man werde bei Casconcept aber überlegen – sollte es in Sachen Corona bis Anfang September zu weiteren Lockerungen kommen – „ob wir im September ein Nightshopping (vielleicht in Verbindung mit einem Naschmarkt) spontan anbieten können“, so Edith Delord.

Die Stadtverwaltung hat Stand Freitag laut Pressesprecherin Maresa Hilleringmann noch keine offizielle Information bekommen. „Doch die Verwaltung wird das Thema/die Möglichkeit prüfen. Falls es in Frage kommen sollte, würde der Rat der Stadt über weitere verkaufsoffene Sonntag beschließen“, so Hilleringmann.

Mit Material von dpa

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