Vergewaltigungsvorwürfe: Prozess gegen Kampfsporttrainer endet überraschend

dzLandgericht Bochum

Monatelang hat sich ein Kampfsporttrainer aus Castrop-Rauxel vor Gericht verantwortet. Es ging um die Vergewaltigung einer Ex-Schülerin. Nun ist ein überraschendes Urteil ergangen.

Bochum/Castrop-Rauxel/Dortmund

, 08.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung einer Kampfsport-Schülerin vor 27 Jahren hat das Bochumer Landgericht einen Taekwondo-Trainer (59) aus Castrop-Rauxel vorzeitig freigesprochen. Ursprünglich sollte bis November noch ein ergänzendes Gutachten zur Erinnerungsfähigkeit der Belastungszeugin eingeholt werden – doch dann gaben die Richter nach einer Zwischenberatung überraschend klare Signale auf einen bevorstehenden Freispruch.

Strafanzeige im Jahr 2015 erstattet

Die heute 44-jährige Belastungszeugin hatte vor fünf Jahren bei der Polizei angezeigt, in den frühen 1990er-Jahren dreimal von ihrem ehemaligen Kampfsporttrainer vergewaltigt worden zu sein. Zwei Übergriffe sollen sich in der Umkleidekabine eines Kampfsportvereins in Bochum-Langendreer ereignet haben, eine weitere in der Ex-Wohnung des Angeklagten in Dortmund-Barop. Die Vergewaltigungsvorwürfe hatte die Zeugin im Prozess wiederholt.

Mutmaßliches Opfer fühlte sich verhöhnt

Darüber hinaus hatte die 44-Jährige einem Polizeibeamten erzählt, dass nicht die Taten selbst, sondern vor allem der Triumph des Täters („Er hat nur gegrinst“) sie nachhaltig verletzt habe. Den Bochumer Richtern war die Beweislage unterm Strich aber zu dünn für eine Verurteilung. Staatsanwalt Dr. Karsten Hake dagegen hatte vier Jahre Haft gefordert. Der Angeklagte hatte bis zuletzt geschwiegen.

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