Neue Geräte waren fürs Berufskolleg Castrop-Rauxel bestellt. Doch für die Lehrer fehlte ein entscheidendes Detail am Hybrid-PC, einer Mischung aus Tablet und Notebook: eine Kamera. © unsplash.com
Digitalisierung

Untaugliche Computer fürs Berufskolleg: Neue Geräte müssen direkt zurück

Für gelungene Digitalisierung an Schulen fehlen Endgeräte für Lehrer und Schüler. Am Berufskolleg Castrop-Rauxel wurden sie jetzt geliefert. Doch für Lehrer fehlt ein entscheidendes Detail.

Digitaler Unterricht kann nur so gut sein wie die Ausstattung. WLAN, ausreichend Endgeräte – das alles fehlt an vielen Schulen. Auch jetzt, wo wieder ausschließlich aus der Distanz unterrichtet wird, müssen Lehrer vielfach immer noch auf ihre privaten Computer, Notebooks oder iPads zurückgreifen. Am Berufskolleg Castrop-Rauxel sollte sich das jetzt ändern.

Die Bestellungen mit genauen Anforderungen hat das Berufskolleg schon lange an den Schulträger, den Kreis Recklinghausen, weitergeleitet. Über die Gemeinsame Kommunale Datenzentrale (GKD) wurde zentral für die acht Berufskollegs im Kreis beim Hersteller bestellt. Als jetzt die Lieferung das Ziel erreichte, muss die Enttäuschung groß gewesen sein. Denn an den Endgeräten für die Lehrer fehlten die Kameras. Keine Kamera, keine Videokonferenz, kein guter digitaler Unterricht, so die einfache Folgerung.

Die Empörung war unter der Lehrerschaft nach Informationen unserer Redaktion groß. Vor allem, weil Schulleiterin Birgit Becker in einem Schreiben lediglich informiert habe, dass sich die Ausgabe der Endgeräte an die Lehrer verzögern würde und diese keine Kamera hätten. Auf Nachfrage unserer Redaktion verwies Birgit Becker auf den Kreis und das zuständige Schulamt.

Hersteller hat die Bestellung falsch ausgeliefert

Pressesprecherin Svenja Küchmeister bestätigt die fehlerhafte Lieferung durch den Hersteller. Davon sei nicht nur das Castrop-Rauxeler Berufskolleg betroffen, sondern auch die anderen Berufskollegs im Kreis. Insgesamt wurden über das Förderprogramm des Landes NRW für Lehrer 1032 Endgeräte bestellt. 760 der Endgeräte wurden ohne Kameras ausgeliefert.

Arbeiten werden die Lehrer damit allerdings nicht müssen, so die Auskunft des Kreises. „Die Geräte werden ausgetauscht“, so Svenja Küchmeister. Für Castrop-Rauxel wurden 142 Convertibles geliefert. Sie werden auch Hybrid-PC genannt, weil sie Laptop und Tablet in sich vereinen. Sie waren alle für die Lehrer bestimmt.

Freut sich auf die neue Aufgabe am Berufskolleg in Castrop-Rauxels größter Schule: Birgit Becker.
Freut sich auf die neue Aufgabe an Castrop-Rauxels größter Schule: Birgit Becker. © Berufskolleg © Berufskolleg

Außerdem wurden für Castrop-Rauxel 43 iPads für Lehrer bestellt, die noch nicht geliefert wurden. „Sie sind derzeit nicht lieferbar“, so die Pressesprecherin. Das Problem ist bekannt, haben doch auch viele andere Schulen im Land iPads für Lehrer und Schüler bestellt und kämpfen ebenfalls mit Lieferverzögerungen.

Notebooks für die Schüler sind da, müssen noch konfiguriert werden

Bessere Nachrichten gibt es zu den Endgeräten, die für einen Teil der Schüler bestellt wurden. 2400 sind es kreisweit, für Castrop-Rauxel sind es 360 Notebooks. Svenja Küchmeister: „Sie wurden bereits ausgeliefert.“

Auch die fehlenden Lehrer-Endgeräte, dann mit Kamera, sollten Castrop-Rauxel bald erreichen. Vertraglich vereinbart ist eine Nachbesserungszeit bis zum 19. Februar, so die Informationen aus dem Schulamt des Kreises.

Einsatzbereit werden sie dann aber noch nicht sein. Genauso wenig wie die Notebooks, die an Schüler verliehen werden. Alle Geräte müssen erst konfiguriert werden – eine aufwendige Arbeit. Für die Schüler-Endgeräte kommt Hilfe von anderen Schülern. Auszubildende zum Fachinformatiker Systemintegration am Berufskolleg Ostvest in Recklinghausen werden die Einrichtung übernehmen, genauso wie sie das bereits an der eigenen Schule gemacht haben. Kurz vor den Osterferien sollten die Castrop-Rauxeler Schüler des Berufskollegs dann ihre Notebooks nutzen können.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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