Karin Stracke vor der Brachfläche, die auf ihr Grundstück wuchert. © Nora Varga
Wohnen

Unkraut wuchert wie wild: Vivawest wollte Nachbarn an Kosten beteiligen

Die Strackes haben ein Problem. Vom Vivawest-Nachbargrundstück wuchert massenweise Unkraut in den Garten. Als sie sich beschweren, sollen sie sich sogar noch an den Pflegekosten beteiligen.

Das Grundstück neben dem Haus von Karin und Wilhelm Stracke ist Brachland. Von dem Brachland wachsen etliche Brennnesseln, Disteln und Unkraut auf die nebenliegenden Grundstücke.

Auch in den Garten an der Bublitzer Straße 21, dem Grundstück von Familie Stracke. Sehr zum Leidwesen von Karin Stracke: „Ich habe um 5 Uhr früh da gesessen und die Disteln raus gerissen. Mir tut jetzt noch alles weh. Ich habe ein künstliches Knie und eine künstliche Hüfte. So was kann ich nicht mehr.“

Auch wenn sie das Unkraut entfernt hat, wollte sich Karin Stracke nicht mit der Situation zufrieden geben: „Das wächst alles immer wieder nach.“ Zum Beweis zeigt sie auf hohe Disteln und Gräser hinter der Garage. „Das habe ich vor zwei Wochen rausgerissen. Das ist alles wieder da.“

Wenn sie sich nicht um das Unkraut kümmern würde, dann würde die ganze Fläche an der Garage zuwachsen. „Da kann man dann gar nicht mehr einsteigen.“

.Auf der linken Seite das Brachland von Vivawest, auf der rechten Seite das Grundstück von Familie Stracke.
Auf der linken Seite das Brachland von Vivawest, auf der rechten Seite das Grundstück von Familie Stracke. © Nora Varga © Nora Varga

Die Ickernerin hat sich dann an den Besitzer der Fläche gewandt. Das ist die Vivawest. Dort stieß die sie allerdings auf Granit: „Der Herr in der Leitung hat mir gesagt, ich soll die Sachen einfach rausreißen und über den Zaun schmeißen. Aber so eine Distel reißt man nicht raus, die muss man ausbuddeln.“

Als Karin Stracke nicht locker ließ, legte der Service-Mitarbeiter einen drauf und bot ihr an, einen Kostenvoranschlag für die Gartenarbeiten auf der Fläche zu schicken. Wenn ihr der Zustand der Fläche so wichtig sei, dann solle sie sich doch an den Kosten beteiligen.

Der Brachfläche der Vivawest. Mittlerweile parken hier sogar einige Anwohner. Natürlich ohne Erlaubnis.
Der Brachfläche der Vivawest. Mittlerweile parken hier sogar einige Anwohner. Natürlich ohne Erlaubnis. © Nora Varga © Nora Varga

„Da habe ich dann einfach aufgelegt. So weit kommt es noch. Ich werde nicht für ein Grundstück bezahlen, mit dem ich eigentlich nichts zu tun habe“, ist Karin Stracke sauer

Vivawest verspricht Besserung

Sie ist nicht die Erste in der Siedlung, die Ärger mit Vivawest hat. Die 82-Jährige klagt: „Das ist immer der gleiche Typ. Den haben die nur eingestellt, um die Leute loszuwerden. Der ist immer so unfreundlich. Ich will nie wieder mit dem sprechen.“ Sie und ihr Mann wohnen seit 1969 in dem Haus: „Aber so was ist mir in all der Zeit noch nicht untergekommen.“

Mit den Vorwürfen konfrontiert, erklärt Vivawest-Sprecher Gregor Boldt: „Eigentümer angrenzender Grundstücke müssen sich an den Kosten selbstverständlich nicht beteiligen. Eine von Ihnen geschilderte Kommunikation diesbezüglich können wir nicht nachvollziehen und wäre auch nicht in unserem Sinne.“

Der Zaun der Nachbargrundstücke ist kaum noch zu sehen. Bevor Karin Stracke stundenlang Unkraut gerupft hat, sah es auch an ihrem Zaun so aus.
Der Zaun der Nachbargrundstücke ist kaum noch zu sehen. Bevor Karin Stracke stundenlang Unkraut gerupft hat, sah es auch an ihrem Zaun so aus. © Nora Varga © Nora Varga

Die Flächen der Vivawest würden in regelmäßigen Abständen gepflegt. Und tatsächlich: Bereits am Tag nach unserer Anfrage wurden laut Vivawest Gartenarbeiten auf der Fläche begonnen. Im Laufe der Woche würden weitere Arbeiten durchgeführt.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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