Mit gestohlenen Kennzeichen ist eine 33-jährige Castrop-Rauxelerin unterwegs gewesen. © picture alliance / dpa
Prozess

Unfallflucht und geklaute Kennzeichen: Harte Vorwürfe gegen Castrop-Rauxelerin

Kein Versicherungsschutz, Unfallflucht, Körperverletzung und auch noch gestohlene Kennzeichen: Einer 33-jährigen Frau werden etliche Delikte vorgehalten. Doch um alle zu beweisen, müssen Zeugen her.

Eine 33-jährige Castrop-Rauxelerin, Mutter von drei Kindern, soll einen Auffahrunfall ignoriert und einfach weggefahren sein. Und das ist nicht einmal der einzige Grund, aus dem die Frau nun vor dem Amtsgericht Castrop-Rauxel stand. Ihr Fahrzeug war nicht versichert und zudem mit gestohlenen Kennzeichen ausgestattet.

Außerdem wurden der Angeklagten Körperverletzung – sie soll einen Zeugen angefahren haben – Bedrohung und Diebstahl zur Last gelegt.

Laut Anklage war sie am 30. Oktober 2020 gegen 23 Uhr auf der Ickerner Straße unterwegs. Beim Einparken in einer Nebenstraße ist sie gegen einen anderen Pkw gefahren. Angeblich ohne es zu merken.

Körperverletzung abgestritten

Das bekräftigte sie nun vor dem Strafrichter. Der Besitzer des beschädigten Fahrzeugs kannte die 33-Jährige und rief sie am Folgetag an. „Er wollte es ohne Polizei regeln, hat er gesagt.“ So die Angeklagte. Das Treffen am Nachmittag endete aber nicht einvernehmlich.

Ganz im Gegenteil: Sie soll, laut Protokoll, verärgert abgefahren sein und beim Rückwärtssetzen den hinter ihrem Fahrzeug stehenden Zeugen angefahren, zumindest am Bein berührt haben. Anlass für ihn, dann doch die Polizei einzuschalten.

Als der Vorfall nun aus dem Polizeiprotokoll verlesen wurde, reklamierte die Angeklagte. „Das haben die dazu gedichtet“, kommentierte sie, wies die ihr zur Last gelegte Körperverletzung von sich, gab aber zu, dass „die Sache von Tag davor“ stimme.

Die gestohlenen Autokennzeichen gab sie ebenfalls zu. Sie habe sie sogar eigenhändig irgendwo abgeschraubt und an ihren Pkw montiert, sagte sie. Weil sie eben unbedingt fahren musste in diesem Moment.

Dagegen wies sie einen ebenfalls angezeigten, einen Monat später verübten Ladendiebstahl weit von sich. Sie soll laut Anzeige Ende November in einem Discounter Waren im Wert von 16,42 Euro in den Rucksack gepackt und an der Kasse vorbei geschmuggelt haben.

Eigene Aussage widerrufen

„Stimmt nicht“, entgegnete sie – trotz eines Geständnisses direkt nach der Tat. Jetzt behauptete sie vor Gericht, die Waren seien bereits vor Betreten des Ladens im Rucksack gewesen. „Die Polizei liegt da falsch“, meinte sie. Richtig allerdings ist die Tatsache, dass die Angeklagte in dieser Zeit häufig Drogen konsumiert hat, inzwischen sei sie aber davon ab.

Ursprünglich hatte der Richter auf eine geständige Angeklagte gehofft, deshalb auf Zeugen verzichtet. Die müssen nun doch geladen werden, weil die Frau mehrere Anklagepunkte leugnet. Im August wird das Verfahren noch einmal von vorn aufgerollt.

Über die Autorin
Redaktion Castrop-Rauxel
Ich bin seit etlichen Jahren als freie Mitarbeiterin für die Lokalredaktion tätig, besuche regelmäßig Gerichtsverhandlungen, um darüber zu berichten, und bin neugierig auf alles, was in Castrop-Rauxel passiert.
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