Spuren eines Abbiegemanövers: Der Fahrer eines Lastzuges rammte am Montagabend (1.2.) diesen Golf in einer Wohnsiedlung und beging Verkehrsunfallflucht. © Friederichs
Polizei sucht Zeugen

Unfallflucht: 40-Tonner pflügt durch Vorgarten und schrottet Golf

Montagabend in den engen Straßen einer Wohnsiedlung. Ein 40-Tonner passt kaum zwischen den Autos her. Dann will er abbiegen. Der Fahrer rammt ein Auto, fährt durch einen Vorgarten und flüchtet.

Montagabend (1.2.), gegen 18.50 Uhr. Ein Nachbar schellt an der Tür von Jasmin Friederichs. „Dein Auto wurde angekratzt“, sagt er. „Komm mal schnell.“ Der Nachbar eilt noch die Straße herunter – der Unfallverursacher ist aber längst ‚über alle Berge‘. Was bleibt, sind Spuren.

„Ein unbekannter Lkw-Fahrer versuchte von der Röttgersbank in die Straße Sonnenschein einzubiegen“, heißt es am Dienstag (2.2.) in der Pressemitteilung der Polizei Recklinghausen. „Dabei touchierte er einen geparkten silbernen VW Golf.“

Nach Schilderung des Nachbarn ist ein 40-Tonner die Röttgersbank in Richtung Nordosten gefahren. Dann biegt er rechts in die Straße Sonnenscheid ab. An der Einmündung parkt Jasmin Friederichs‘ Auto. Die Straßen in der Wohnsiedlung sind eng. „Ich hab noch überlegt, wie er da durch passen würde“, erzählt der Zeuge seiner Nachbarin.

Reifenspuren verlieren sich

Wie eng das Abbiegemanöver ist, davon zeugen tiefe Reifenspuren im gegenüberliegenden Vorgarten an der Straße Sonnenschein. Der Fahrer des Lastzuges pflügt durch den Rasen. Und verschwindet dann in Richtung In der Wanne und Borghagener Straße. Die Polizei ist schnell vor Ort. Streifenwagen nehmen die Verfolgung auf, erzählt Jasmin Friederichs. In der Wanne verlieren sich die Reifenspuren.

Auch den Außenspiegel hat der Lastzug
Auch den Außenspiegel hat der Lastzug „mitgenommen“. © Friederichs © Friederichs

Friederichs Golf steht indes nicht mehr da, wo sie ihn geparkt hat. „Er hat mein Auto auf den Gehweg gedrückt“, erzählt sie im Gespräch mit dieser Redaktion. Die linke Seite ist kaputt.

Friederichs Nachbar schildert der Polizei, was er gesehen hat. „Das amtliche Kennzeichen konnte nicht abgelesen werden“, heißt es in der Pressemeldung der Polizei. „Bei dem Fahrzeug soll es sich um eine weiße Zugmaschine mit einem Auflieger handeln. Die Plane des Aufliegers ist grau mit grüner Aufschrift.“

Halterin bleibt auf den Kosten sitzen

Auf 4000 Euro beziffert die Polizei den Schaden. Jasmin Friederichs befürchtet, dass er höher ist. „Womöglich ist die Achse gebrochen.“ Denn als sie am Abend auf Bitten der Beamten das Auto von der Unfallstelle fahren will, hört sie merkwürdige Geräusche. „Das ging nur fünf Meter.“

Auf Geheiß ihrer Autowerkstatt lässt sie den Wagen stehen. Die Werkstatt wird ihn am Dienstagabend mit einem Transporter abholen. „Wenn sich der Lkw-Fahrer nicht noch findet, bleibe ich auf den Kosten sitzen“, erzählt Jasmin Friedrichs. Weil der Golf schon fast 14 Jahre alt ist, hat sie ihn nur Haftpflicht-versichert.

Die Folgen des Unfalls sind an der linken Seite des Golf sichtbar. Womöglich ist aber auch die Achse gebrochen.
Die Folgen des Unfalls sind an der linken Seite des Golf sichtbar. Womöglich ist aber auch die Achse gebrochen. © Friederichs © Friederichs

Besonders ärgerlich: Noch im Dezember hat sie ihn für zwei Jahre über den TÜV gebracht – nach einer notwendigen Investition von 2000 Euro. „Das Auto ist Checkheft-gepflegt“, sagt sie.

Die Polizei sucht indes Zeugen für die Verkehrsunfallflucht. Hinweise nimmt sie unter Tel. 0800 2361 111 entgegen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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