Unbekannte machen aus Spazierweg im Grutholz eine wilde Müllkippe

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Spaziergänger im Grutholz trauten am Gründonnerstagmorgen ihren Augen nicht. Ein Weg war mit allerhand Abfall aus Renovierungsarbeiten zugekippt und nicht passierbar. Dann ging alles schnell.

Castrop-Rauxel

, 09.04.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war wahrlich keine vorösterliche Überraschung, sondern ein schlimmes dickes Ei. Ilona Leichsenring, die am Morgen des Gründonnerstags wie immer mit ihren Hunden im Grutholz spazieren war, entdeckte gemeinsam mit zwei weiteren Hundebesitzerinnen eine wilde Müllkippe.

Ein ganzer Weg – ungefähr fünf, sechs Minuten strammen Gehens vom Wanderparkplatz an der B 235 aus – zugekippt und für Spaziergänger fast unpassierbar.

An die zehn Speißfässer, gefüllt mit Tapetenresten und anderem Renovierungsmaterial, Laminat, Malerzeug, alte Lautsprecher. Offensichtlich hatte jemand seine Renovierungs-Überbleibsel in großem Stil entsorgt. „Eine bodenlose Schweinerei“, sagt Ilona Leichsenring, die zunächst versuchte, jemanden beim Ordnungsamt zu erreichen. Als das fehlgeschlagen war, informierte sie die Polizei und unsere Redaktion.

Polizei hat eine Anzeige geschrieben

„Die Kollegen waren draußen, haben sich das vor Ort angeschaut und eine Anzeige wegen Ordnungswidrigkeit geschrieben“, bestätigt Polizeisprecherin Ramona Hörst am Donnerstag (9.4.) auf Anfrage. Vor Ort, ein paar Meter weit von der Kuppe entfernt, will auch Ingeborg Bennert ihren Augen kaum trauen.

Die Ickernerin ist mit ihrem Mann auf dem Fahrrad unterwegs. „So eine riesige Sauerei“, schimpft auch sie. Der schöne Anblick auf die Buschwindröschen hätte sie zuvor natürlich viel mehr erfreut. „Das kommt davon, weil der Bringhof dicht ist“, sagt ein Montainbiker, der sein Rad durch den Schutt trägt.

Eine geballte Ladung Schutt im Grutholz, abgekippt auch deshalb, weil die Schranke nicht geschlossen war. Die Mountainbiker trugen ihre Räder über die Hindernisse.

Eine geballte Ladung Schutt im Grutholz, abgekippt auch deshalb, weil die Schranke nicht geschlossen war. Die Mountainbiker trugen ihre Räder über die Hindernisse. © Schlehenkamp

Die Empörung der vier, fünf Spaziergänger, die in gebührendem Abstand voneinander den etwa 30 Quadratmeter großen Abladeplatz anschauen, ist groß.

„Das muss diese Nacht passiert sein“, vermutet Ilona Leichsenring, und es müsse ein Drei-Achser gewesen sein, der von der B 235 gekommen sei. „Die Reifenspuren waren sichtbar“, sagt die Rauxelerin.

Mitarbeiter des Stadtbetriebs EUV ging auch im Grutholz spazieren

Ein Mitarbeiter des Stadtbetriebs EUV, der ebenfalls im Grutholz spazieren ging, hat seinen Arbeitgeber in Kenntnis gesetzt. Und verweist darauf, dass die Schranke am Eingangsbereich neben dem Hundeplatz geöffnet ist. „Sonst hätte das nicht passieren können“, sagt er.

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RVR-Revierförster Matthias Klar, informiert von unserer Redaktion, sagt am Donnerstagmittag: „Wir sind Grundstückseigentümer, wir müssen uns kümmern.“ Und findet ein ebenso drastisches wie zutreffendes Schimpfwort.

„Wir waren vor Ort und entsorgen den illegal abgekippten Abfall in Abstimmung mit dem Ordnungsamt schnellstmöglich“, erklärte EUV-Sprecherin Sabine Latterner am späten Vormittag. Gesagt, getan: Schon am Nachmittag war die wilde Müllkippe wieder weggeräumt.

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