Trotz Corona: Trödelmarkt in Henrichenburg geht in die nächste Runde

dzTrödelmarkt

Der Trödelmarkt in Castrop-Rauxel ist wegen der hohen Infektionszahlen im Moment nicht unumstritten. Die Veranstalterin stellt sich der Kritik - und zieht einen interessanten Vergleich.

Henrichenburg

, 22.10.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass es für den Besuch eines Trödelmarkts einmal strenge Regeln geben würde, hätte sich Ute Brinckmann noch Anfang diesen Jahres wohl nicht vorstellen können.

Für den kommenden Sonntag (25. Oktober) sieht sich die Veranstalterin des Trödelmarkts in Henrichenburg trotzdem gerüstet: „Es gibt zwei Einlasskontrollen, an denen die Leute auch aufgefordert werden, sich die Hände zu desinfizieren.“ Zudem dürfen nur etwa 250 Besucher gleichzeitig auf das Gelände am Aldi-Parkplatz an der Lambertstraße – mit Maske versteht sich.

„Mit der Maskenpflicht hatten wir anfangs Schwierigkeiten. Da hatten die Besucher wenig Verständnis. Die Veranstaltung findet ja im Freien statt.“ Brinckmann veranstaltet auch den Trödelmarkt auf der Langen Straße, bei dem die Besucher ebenfalls einen Mund-Nasenschutz tragen müssen. Trotzdem war im Vorfeld nicht jeder damit einverstanden, dass der Trödelmarkt überhaupt stattfinden durfte.

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Für Veranstalterin Brinckmann stehen aber die Kunden im Vordergrund. Die sind zufrieden und tragen den Mund-Nasen-Schutz mittlerweile auch im Freien, ohne sich darüber zu beschweren. „Das hat sich gelegt“, meint die 61-Jährige deshalb über die anfängliche Abneigung gegen die Maßnahme.

Mit der hört es aber natürlich nicht auf. Auch Rauchen, Trinken und Essen ist nur in bestimmten Bereichen erlaubt – nämlich am Waffelstand und dem Stand vom Imbissbetrieb Hübner.

Rauch- Trink- und Essverbot in bestimmten Bereichen

Vom Besuch der Castrop-Rauxeler auf dem Trödelmarkt profitieren etwa 40 bis 45 Händler. „Durch Corona sind es noch mehr geworden“, so Veranstalterin Brinckmann. Ihr ist es außerdem wichtig, mit einer weiterverbreiteten Vorstellung aufzuräumen: „Viele Händler sind nicht hobbymäßig auf dem Trödelmarkt. Die meisten leben davon.“

Was? Trödelmarkt in Henrichenburg Wo? Auf dem Aldi-Parkplatz an der Lambertstraße Wann? Sonntag (25. Oktober), 11-18 Uhr Was trödeln? u.a. Kleidung, Schuhe, Lederwaren, Süßigkeiten, türkische Backwaren, Handyhüllen, Masken und ganz normale Trödelware Was essen? Waffeln, Wurst- und Fleischwaren (Imbissbetriebe Hübner) Die nächste Veranstaltung? Trödelmarkt Lange Straße (6. November)

Deshalb hätten auch ungewöhnlich viele Händler im Vorfeld bei Brinckmann angerufen und wollten wissen, ob es denn ganz normal ablaufen werde. Im Moment sieht es gut aus, dass die Händler am Sonntag wie immer zwischen sechs und neun Uhr auf das Gelände können und die Castrop-Rauxeler ab 11 Uhr wieder trödeln dürfen.

„Viele sprechen mich an, weil sie sich freuen am Sonntag wieder Einkaufen gehen zu können“, erzählt Brinckmann. Zwar gebe es in einer Castrop-Rauxeler Facebookgruppe auch einige negative Kommentare, da ein Trödelmarkt in dieser zweiten Hochphase der Pandemie manchen eben auch ein Dorn im Auge ist. „Aber die positiven Rückmeldungen überwiegen“, will die Veranstalterin beobachtet haben.

Einkaufszentren sind auch geöffnet

„Außerdem haben die Einkaufszentren doch auch alle geöffnet. Auf einem Trödelmarkt ist die Situation auch nicht anders als in der Thier-Galerie“, findet sie. Seit dem 21. Juli breitet der von Brinckmann organisierte Trödelmarkt seine Stände wieder aus - und das an ganz unterschiedlichen Standorten. Ganz egal, ob in Henrichenburg, Oer-Erkenschwick, Datteln oder Essen: Bisher hat er seit dem Neustart noch jede Woche stattgefunden.

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