Thomas Banasiewicz (l.), Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, hat Diplom-Ingenieur Thilo Schrammen (r.) zum Sachverständigen für das Elektrotechniker-Handwerk öffentlich bestellt und vereidigt. © privat
Handwerkskammer

Thilo Schrammen (48) ist den Mängeln im Elektro-Handwerk auf der Spur

Wenn Handwerker und Kunden sich über Leistung oder Bezahlung streiten, ist das ein Fall für einen vereidigten Sachverständigen wie Thilo Schrammen. Sein Urteil zählt auch vor Gericht.

Die elektrischen Leitungen liegen falsch, es zeigen sich nach kurzer Zeit Mängel, Produkte haben nicht die versprochene Qualität, die Rechnung ist zu hoch – es gibt immer wieder Fälle, wo Handwerksbetrieb und Kunde sich nicht einig sind.

Dann ist der Weg zu einem Sachverständigen hilfreich. Thilo Schrammen (48) wurde jetzt in einer kleinen Feierstunde vom Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, Thomas Banasiewicz, als Sachverständiger für das Elektrotechniker-Handwerk öffentlich bestellt und vereidigt.

Schrammens Urteil zählt auch vor Gericht

„Das Thema beschäftigt mich schon seit zehn Jahren. Ich finde es spannend, mit nicht alltäglichen Aufgabenstellungen konfrontiert zu werden“, sagt der Castrop-Rauxeler, der den gleichnamigen Familienbetrieb an der Lönsstraße in vierter Generation führt.

45 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, darunter drei Meister. Alles ist gut organisiert, so Schrammen, da bleibe Zeit für die durchaus zeitaufwendige Aufgabe. Er wird immer dann aktiv, wenn Auftraggeber und die beauftragte Firma sich nicht einig werden können.

Es ist eine vielseitige Aufgabe. Er begutachtet handwerkliche Leistungen, erstellt Mängelprotokolle und schreibt Gutachten. Im schlimmsten Fall landen die Auseinandersetzungen vor Gericht, wo sein Urteil wichtig ist. Ein Schritt, den Thilo Schrammen möglichst vermeiden will. „Eine vorgerichtliche Einigung ist für alle Parteien meist besser, schneller und billiger.“

Sachkunde musste vor einem Fachgremium nachgewiesen werden

Für die neue Aufgabe musste Thilo Schrammen büffeln, um die besondere Sachkunde nachzuweisen. Ein Wissen, das über die Meisterprüfung hinausreicht und in einer dreiteiligen Prüfung abgefragt wurde. Schließlich geht es beispielsweise auch um rechtliche Fragen. Auch nach der Vereidigung wird er regelmäßig Fortbildungen besuchen.

Schrammen selbst hat die Ausbildung im elterlichen Betrieb absolviert, danach dann Elektrotechnik studiert. Seit 1998 ist er Geschäftsführer bei Elektro Schrammen, 2005 hat er den Betrieb übernommen.

Hier wird er auch weiter tätig sein. „Das ist wichtig, damit er nicht den Bezug zur täglichen Routine verliert und Neuerungen in seinem Handwerk nicht nur auf dem Papier, sondern in der praktischen Arbeit erlebt“, so die Handwerkskammer Münster in einer Pressemitteilung.

Im Bezirk der Handwerkskammer sind 160 Sachverständige öffentlich bestellt und vereidigt. Sie begutachten Mängeln oder Schäden aus handwerklichen Leistungen, prüfen Handwerkerrechnungen oder unterstützen vor Gericht den Richter.

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Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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