In den Laboren werden regelmäßig PCR-Test auf Mutationen des Coronavirus hin untersucht. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Südafrikanische Coronavirus-Mutante: Wieder ein Fall in Castrop-Rauxel

Die Zahl der Corona-Infizierten in Castrop-Rauxel steigt genauso wie die Zahl der Schnelltests. Einen Zusammenhang gibt es aber nicht. Wichtiger sind die Mutanten. Dazu zählt die südafrikanische Variante.

Nach der britischen Mutante des Coronavirus hat die südafrikanische Mutation den Kreis Recklinghausen endgültig erreicht. Erstmals wurden drei Fälle in Castrop-Rauxel am 16. März bekannt, die alle zusammenhingen. Die Quarantäne hat damals gut funktioniert. Es gab keine neuen Fälle. Bis zum Mittwoch (31.3.).

„Es gibt in Castrop-Rauxel einen vierten Fall der südafrikanischen Mutation“, informiert Lena Heimers, Pressesprecherin des Kreises, auf Anfrage. Er hänge nicht mit den drei ersten Fällen zusammen. Damit gibt es jetzt insgesamt acht Fälle im gesamten Kreis. Die südafrikanische Variante B.1.351 bleibt damit immer noch eine Ausnahme. Anders als die britische Mutante.

Der Anteil der britischen Mutante, die als weit ansteckender gilt als das ursprüngliche Coronavirus, beträgt im Kreis aktuell 43 Prozent. In Castrop-Rauxel, sagt Lena Heimers, sind es 42 Prozent, drei Prozentpunkte mehr als noch am Montag (29.3.). Damit sind im Kreis 866 der insgesamt 2014 akuten Fälle auf die britische Mutation zurückzuführen, in Castrop-Rauxel 131 der insgesamt 312 Fälle.

Dreiviertel aller Corona-Fälle könnten Mutante betreffen

Es werden aber nicht automatisch alle Tests auf die Mutationen hin untersucht, so Lena Heimers. Man gehe inzwischen davon aus, dass bereits drei Viertel der Infektionen auf die britische Mutation zurückzuführen sind.

Und noch eins sagt der Kreis: Die steigende Zahl der Schnelltests führe nicht zu steigenden Corona-Fallzahlen. Positive Ergebnisse aus den Schnelltests würden nur einen sehr geringen Teil der Infektionen ausmachen. Seit Anfang März kann sich jeder Bürger mindestens einmal pro Woche gratis mit einem Schnelltest auf Corona testen lassen. Die Kosten übernimmt der Staat.

Die Zahl der Tests wird weiter steigen. Nicht nur im Kreis, sondern auch etwa in Dortmund ist ein negatives Testergebnis notwendig, damit man einkaufen kann. Wenn am Donnerstag das Durchfahrtszentrum in Castrop-Rauxel eröffnet, wird die Zahl die Testungen weiter zunehmen.

Während die britische Mutation als ansteckender und tödlicher gilt, gibt es zur Ansteckung bei der südafrikanischen Mutation noch keine umfassenden Erkenntnisse. Sie soll ansteckender, aber weniger tödlich sein als das ursprüngliche Virus.

Impfungen könnten bei südafrikanischer Mutation weniger wirksam sein

Die Mutante soll auch das Immunsystem besser austricksen können. Das bedeutet, dass verschiedene Impfstoffe weniger wirksam sein könnten. Menschen könnten sich also auch nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung oder einer Impfung erneut mit dieser Variante anstecken.

Auch bei den Virus-Varianten gelten die gleichen Vorgaben und Empfehlungen wie bei allen anderen Corona-Fällen auch. Wegen der höheren Ansteckungsgefahr sollte noch stärker auf die Einhaltung der Regeln geachtet werden.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen
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