Die Grabtafeln weisen auf frühere Bewohner des Schloss Bladenhorst hin. © Bodo Möhrke
Gedenkstätte

Steinerne Zeugnisse des Adels werden geschützt und in Szene gesetzt

Sieben historische Grabplatten sind Zeugen der Geschichte von Schloss Bladenhorst und seiner Bewohner. Auf dem Waldfriedhof soll jetzt die Gedenkstätte aufgewertet werden.

Historisch wertvoll und denkmalgeschützt sind die Grabplatten der Herrschaften von Bladenhorst. Seit den 1950er-Jahren befinden sie sich in der offenen Gedenkstätte neben dem Trauerhallengebäude auf dem Waldfriedhof Bladenhorst. Deren Zustand ist schlecht.

Das soll sich ändern. Die Stadt Castrop-Rauxel will das Landes-Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“ nutzen, um die Gedenkstätte instandzusetzen und aufzuwerten. Der Teil des Förderprogramms „Heimat. Zukunft. NRW“, richtet sich an diejenigen, die sich um Orte und Bauwerke, „Zeugen“ ihrer Heimat kümmern und die die dazugehörige Geschichte oder Tradition aufarbeiten und präsentieren.

Die Gesamtkosten der Maßnahme veranschlagt die Stadt mit 146.000 Euro. Der Eigenanteil beträgt zehn Prozent, also 14.600 Euro. Der Rat der Stadt beauftragte in der letzten Sitzung des Jahres einstimmig die Verwaltung zum einen, den Förderantrag zu stellen, und zum anderen, diesen im Fall einer Bewilligung auch 2021 umzusetzen.

Regenwasser sammelt sich in der Gedenkstätte und führt zu Schäden

„Die ausgestellten Grabplatten aus Sandstein sind bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Bladenhorst und dienen als steinerne Zeugnisse der adligen Bewohnerschaft des Ortes“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Für die Erhaltung und angemessene Unterbringung der Grabplatten bestehe aus geschichtlichen und volkskundlichen Gründen ein hohes Interesse.

Sieben Grabplatten

  • Philipp d. J. von Viermundt, gest. 21.01.1584 (Erbauer des Schlosses Bladenhorst)
  • Hermann v. Oer zu Horst, gest. 01.05.1612
  • Agnes Heilenberg v. d. Recke geb. v. Viermundt, gest. 28.01.1642
  • Conrad Philip Vethack, Rentmeister zu Bladenhorst, gest. 10.01.1716
  • Anna Elisabeth Deutecom, gest. 08.04.1722
  • Elisabeth Christina Henriette v. Romberg, Stiftsdame zu Fröndenberg, gest. 23.01.1739
  • Wappen der Familie Quad v. Landscron (zeitweise Besitzer des Hauses Ickern)

Die Gedenkstätte befindet sich in einem schlechten Zustand. Der Bodenbelag ist im Zuge von Bergsenkungen einseitig gesackt, sodass sich regelmäßig das auf den geöffneten Seiten eingedrungene Regenwasser in der Gedenkstätte

sammelt. Die Sackungen haben bereits zu Rissen im Mauerwerk geführt. Zudem sind die Wände und die Grabplatten teilweise von Feuchtigkeit befallen. Das Dach ist reparaturbedürftig.

Beleuchtung für wirkungsvolle Inszenierung geplant

Erst nach einer Instandhaltung, so die Stadtverwaltung, könne auch eine Beleuchtung zur wirkungsvollen Inszenierung der Denkmale installiert werden. „Die Gedenkstätte und die Grabplatten sind angesichts ihrer herausragenden Bedeutung für Bladenhorst nicht angemessen inszeniert“, so die Vorlage.

Nicht sehr attraktiv zeigt sich die Gedenkstätte in ihrem jetzigen Zustand.
Nicht sehr attraktiv zeigt sich die Gedenkstätte in ihrem jetzigen Zustand. © Stadt Castrop-Rauxel © Stadt Castrop-Rauxel

Zu den umfangreichen Sanierungen für eine witterungssichere Unterbringung der Grabplatten gehört es vor allen, die Feuchtigkeits- und Wetterschäden an den Platten zu beheben. Es müssen der Fußbodenbelag erneuert, die Außen- und Innenfassen erneuert und die Decke instandgesetzt werden. Statt der offenen Seitenwände soll es hochwertige Glaselemente geben.

Ziel ist es, dass der künftig wettergeschützte Standort für stadtteilbezogene Veranstaltungen, kulturelle Ereignisse wie Musikaufführungen oder Vorträge sowie für themengerechte VHS-Kurse zur Verfügung stehen soll. Für Rauxel und Bladenhorst soll damit ein „multifunktionaler Begegnungsort“ entstehen.

Infotafeln über die wechselvolle Geschichte des Schlosses Bladenhorst

Dazu ist in einem weiteren Schritt die Gestaltung und Installation von Infotafeln geplant, die Besucher über die wechselvolle Geschichte des Schlosses Bladenhorst und die zu den Grabplatten gehörenden Menschen unterrichtet. Die Stadt überlegt, diese Informationen in Zusammenarbeit mit örtlichen Initiativen und Vereinen zusammenzutragen. Dazu könnten der Arbeitskreis Stadtgeschichte, kirchlichen (Jugend-)Gruppen oder Schulklassen der Waldgrundschule gehören.

Geschichte der Grabplatten

  • Ursprünglich befanden sich die Grabplatten auf einem Friedhof unmittelbar vor den Toren des Schlosses.
  • Aufzeichnungen belegen, dass sich mindestens seit dem Jahr 1332 eine Kapelle auf diesem Gelände nahe des Schlosses befand.
  • Ein Neubau entstand 1867 an gleicher Stelle.
  • Im Jahr 1941 ist die intakte Kapelle der Kirchenfeindlichkeit der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen. Das Gotteshaus wurde abgerissen und durch eine Militärbaracke ersetzt. Auch wurden die Reste des Friedhofes zerstört.
  • Die Grabplatten der Schlossherren konnten (teilweise) von der Stadt aus der Kapelle gerettet werden.
Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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