Dr. Uwe Werfel impft als erste Mitarbeiterin Annette Bienek, Pflegekraft auf der Covid-Station. © EvK
Coronavirus

Station im EvK ist derzeit ein internes Corona-Impfzentrum

Pflegekraft Annette Bienek war die erste EvK-Mitarbeiterin, die am Donnerstag (4.2.) gegen das Coronavirus geimpft wurde. Für zwei Tage hat das Krankenhaus ein hauseigenes Impfzentrum eingerichtet.

Impfstart am Evangelischen Krankenhaus Castrop-Rauxel: Die Freude war am Donnerstag (4.2.) bei vielen Mitarbeitern groß. Noch gut in Erinnerung war, wie am 20. Januar ein Termin kurzfristig abgesagt wurde, weil es plötzlich keinen Impfstoff gab. Damals war die Enttäuschung und auch Empörung sehr groß. Jetzt wurde für zwei Tage das Kurzzeitbehandlungszentrum zum hauseigenen Impfzentrum. Alle, die wollten, kamen allerdings nicht dran.

Impfkoordinator Dr. Uwe Werfel setzte um 13 Uhr die erste Spritze. Die glückliche Empfängerin war Annette Bienek, die als Pflegekraft auf der Covid-19-Station arbeitet und deshalb zu den Mitarbeitern zählt, die am gefährdetsten sind. Ihr war die Freude darüber deutlich anzusehen, auch wenn sie Maske trug.

Zwei Tage lang verimpft nun das Impf-Team, das sich aus Ärzten und Pflegekräften aus den eigenen Reihen zusammensetzt, insgesamt 351 zur Verfügung stehende Dosen. Hierfür wurde im Haus eine Station in ein professionelles Impfzentrum umgewandelt, so Pressesprecherin Andrea Wocher. Es gibt zwei Impfstraßen, die vom Anmeldungs-, über den Aufklärungs-, den Impf- und den Ruhebereich alle erforderlichen Bedingungen eines Impfzentrums erfüllen.

Spritzen werden vom Fachpersonal der Zentralapotheke vorbereitet

Vorbereitet werden die Spritzen direkt vor Ort von pharmazeutischem Fachpersonal aus der Zentralapotheke der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft. Seit dem Impfstart am 1. Februar muss das Team Präzisionsarbeit leisten: Schon im Krankenhaus in Herne, das vorher dran war, gingen insgesamt 604 Spritzen durch die Hände der Fachfrauen.

Impfnachschub: Diane Dieckmann, Leiterin der Zentralapotheke (r.), mit frisch aufgezogenen Spritzen
Impfnachschub: Diane Dieckmann, Leiterin der Zentralapotheke (r.), mit frisch aufgezogenen Spritzen © EvK © EvK

Rund 150 Mitarbeiter des Krankenhauses in Castrop-Rauxel, die sich auch für eine Impfung angemeldet hatten, werden jedoch erst einmal leer ausgehen, so Andrea Wocher. Der knappe Impfstoff zwingt dazu, streng nach einer Prioritätenliste vorzugehen. Diese Liste wurde nach den Vorgaben der Ständigen Impfkommission (Stiko) erstellt und richtet sich nach der Tätigkeit und der Gefährdungssituation der Personen.

Termin für zweite Impfgabe steht noch nicht fest

Die zweite Impfgabe wird innerhalb der nächsten drei bis sechs Wochen erfolgen. Wann genau es soweit ist, darüber geben die zuständigen Stellen noch keine Auskunft.

Verwaltungsdirektor Gerhard Glock zeigte sich erleichtert, dass der Impfanfang gemacht werden konnte. „Ich bin froh, dass wir nach vielen kräftezehrenden Wochen und Monaten der Pandemie endlich etwas entgegensetzen können“, sagte der Verwaltungsdirektor am Donnerstag.

Gerhard Glock (r.) wünschte dem Impfteam am Donnerstag einen guten Start.
Gerhard Glock (r.) wünschte dem Impfteam am Donnerstag einen guten Start. © EvK © EvK

Zuletzt hatte sich am EvK in Castrop-Rauxel ein Corona-Hotspot entwickelt. Über mehrere Stationen hinweg gab es seit Mitte Januar Infektionen bei mehr als 40 Patienten. Mehr als 70 Mitarbeiter waren infiziert oder in Quarantäne. Ganz langsam entspannt sich die Lage aktuell wieder.

Stand Donnerstag (4.2.) werden derzeit 32 Corona-Patienten stationär behandelt, davon einer auf der Intensivstation. Außerdem melden sich immer mehr Mitarbeiter zum Dienst zurück. Mit Erleichterung wurde bereits am Freitag (29.1.) das Ergebnis aus einem Speziallabor registriert: Unter den Fällen gab es keine Virus-Mutationen.

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Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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