Stadtverwaltung lehnt Umgehungsstraße ab

L 654-Bau

Unmittelbar vor der ultimativen politischen Entscheidung über das Ja oder Nein zur Ortsumgehung Merklinde (L 654 n) im Dezember hat die Stadtverwaltung die umstrittene Straße bereits öffentlich beerdigt.

MERKLINDE

von Von Michael Fritsch

, 12.11.2010, 13:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Brummis nerven die Anwohner der Gerther Straße schon lange.

Brummis nerven die Anwohner der Gerther Straße schon lange.

Vor über 60 Zuhörern präsentierte er das endgültige Nein zur L 654 n in einer fiktiven Rückschau auf den Süden Castrop-Rauxels vom Jahr 2025 auf die Gegenwart und erklärt: „Der Bau wurde ausgesetzt, die Belastung durch den LKW-Verkehr durch Tempobegrenzung und demografischen Wandel stark reduziert“, sah der TBG den Stadtteil Merklinde 2025 gleichwohl erheblich aufgewertet.

Eine Sicht der Dinge, die den zahlreich erschienenen Anwohnerinnen und Anwohnern der Gerther Straße erwartungsgemäß überhaupt nicht passte. In mehreren Wortbeiträgen machten sie anschließend ihrem Ärger mit der weithin bekannten Argumentation Luft: Edmund Roßberg zweifelte unter Verweis auf den Integrierten Landesverkehrsplan so wie Prognosen des Bundes den Rückgang des LKW-Verkehrs an. Leonard Tricot berichtete, dass die LKW nachts im Fünf-Minuten-Takt führen, Ilfa Schween verwies darauf, dass der Rückbau der Gerther Straße unter der Voraussetzung der L 654 n vorgenommen worden sei und Anni Koch sagte: „Die L 654 n würde wesentlich weniger Merklinder belasten als die jetzige Situation.“ Widerspruch dagegen erhob Fuchsweg-Anwohnerin Gabriele Scherer: „Der Westwind brächte allen Merklindern neue Belastungen“, meinte sie.

SPD-Chef Rajko Kravanja hat unterdessen den für den 1. Dezember angekündigten Vorstandsbeschluss zur L 654 verschoben. Der Grund: Guido Hütte vom Landesamt Straßen.NRW soll zuvor im Umweltausschuss (30. 11.) und im Betriebsausschuss 3 (2. Dezember) die Umweltverträglichkeitsstudie zusätzlich öffentlich darlegen und erläutern.

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