Sperrung von Hellweg und Gerther Straße wird zum Problemfall auf der B235

dzWittener Straße

800.000 Euro investiert Gelsenwasser unter der B235. Die Baustelle sorgt für zähfließenden Verkehr auf der Wittener Straße. Und die Sperrung von Hellweg und Gerther Straße kommt erst noch.

Obercastrop, Merklinde

, 24.05.2019, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine riesige Baustelle hat Gelsenwasser der Stadt Castrop-Rauxel auf der B235 beschert. Obercastrop und Merklinde werden damit bis Jahresende leben müssen, aber auch die vielen Autofahrer, die diese wichtige Nord-Süd-Achse nutzen. Warum ist dieser Aufwand nötig, wollten wir von Gelsenwasser wissen?

„Die Bauarbeiten sind im Rahmen des Erneuerungsprogramms von Trinkwasserleitungen für eine auch in Zukunft sichere Wasserversorgung notwendig. Für unvermeidbare Behinderungen im Zuge der Bauarbeiten bittet Gelsenwasser um Verständnis.“ So steht es unter jeder Gelsenwasser-Mitteilung, selbst wenn nur in einer Sackgasse ein paar Meter Leitung neu verlegt werden müssen. Auf der Bundesstraße 235 ist das aber doch eine andere Dimension.

Unternehmen investiert rund 800.000 Euro

„Das ist richtig“, erklärt André Ziegert von der Gelsenwasser-Unternehmenskommunikation uns am Telefon. „Im Rahmen dieser Baumaßnahme investieren wir rund 800.000 Euro zur langfristigen Sicherung der Wasserversorgung in Castrop-Rauxel in unser Trinkwassernetz.“ Die Rohre unter der B235 seien marode und müssten deshalb ausgetauscht werden.

Wird der Querschnitt der Rohre auch größer, wird heute mehr Wasser verbraucht als früher? Nein, im Gegenteil, erklärt Ziegert. Früher, in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, sei der Wasserbedarf in Castrop-Rauxel viel höher gewesen, weil Bergbau und Industriebetriebe jede Menge Wasser verbraucht hätten. Man könne heute also sogar kleinere Wasserrohre verlegen.

Straße muss nicht auf voller Länge aufgerissen werden

Unter der B235 müsse man aber nicht aus dem Grunde einer Veränderung der Rohrgröße tätig werden, sondern um die alten Rohre zu ersetzen, die marode geworden seien. Ziegert: „Durch das gewählte Rohreinzugs-Bauverfahren können Kosten und Ressourcen gespart werden. So ist es nicht notwendig, die Straße auf der gesamten Länge aufzureißen.“

Sperrung von Hellweg und Gerther Straße wird zum Problemfall auf der B235

Mal geht es in der Mitte durch die Baustelle hindurch, mal werden die Spuren um die Baustelle hertum verschwenkt. © Thomas Schroeter

Die Bauunternehmen, die tätig sind, ziehen nach seiner Schilderung dabei eine Stahlleitung mit 30 Zentimeter Durchmesser in eine bestehende Graugussleitung mit 50 Zentimetern Durchmesser ein. Trotzdem braucht das Verlegen der Rohrleitungen auf einer solchen Strecke, und von der Cottenburgstraße bis zur Lothringer Straße sind es immerhin fast zwei Kilometer, seine Zeit. Und so müssen Verkehrsteilnehmer bis mindestens Ende des Jahres mit der Dauerbaustelle auf der B235 leben.

Sperrung von Hellweg/Gerther Straße wird nötig

Vom 7. Juni bis vermutlich zum 1. Juli wird es gerade in Merklinde richtig ungemütlich. Denn dann müssen die Zu- und Ausfahrten der Gerther Straße und des Hellwegs auf die B235 voll gesperrt werden. Eine nicht gerade verkehrsarme Kreuzung. Eine weitere Sperrung an der gleichen Stelle ist laut Gelsenwasser auch noch für die Herbstferien geplant.

André Ziegert sagt: „Die Sperrung der Anbindung Lothringer Straße erfolgt ab der kommenden Woche für rund zehn Wochen. Die Anfahrt ist dann über den Jägerweg möglich. Die Anwohner werden schriftlich informiert.“ Ob das auch im Falle von Hellweg und Gerther Straße passiert, ist noch nicht beantwortet. Umleitungen sollen aber rechtzeitig ausgeschildert werden.

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Und die anschließende Sanierung der Fahrbahnoberflächen im Baustellenbereich will Gelsenwasser genau mit Straßen NRW abstimmen. Der Landesbetrieb ist auf dieser Bundesstraße der Baulastträger. Aber das zeitliche Ende der großen Baustellen liegt ja noch in sehr weiter Ferne.

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