SPD beteuert: Wir wollen das Nordlager als Grünfläche nicht anpacken

dzBebauungsplan

Auch im Bauauschuss Castrop-Rauxel war der neue Bebauungsplan für den Bereich südlich der Recklinghauser Straße ein dickes Thema. Die SPD setzte ein Ausrufungszeichen hinter das Nordlager.

Castrop-Rauxel

, 24.11.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klare Worte aus der Politik fielen im Ausschuss für Bauen, Verkehr und Sport in seiner finalen Sitzung in diesem Jahr. Und wieder - genau wie im Umweltausschuss - waren die Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) und der neue Bebauungsplan für den Bereich südlich der Recklinghauser Straße Auslöser kontroverser Debatten.

Ausschusschef Oliver Lind (CDU) sagte: „Ich halte die Sorge der Sportvereine für berechtigt. Es hätte Sinn gemacht, wenn hier im Vorfeld erklärt worden wäre, was die Pläne im Einzelnen für sie bedeuten und der Bürgermeister über sein Sportstättenkonzept berichtet hätte. Ich werde den Bürgermeister und die Vereine bitten, in der nächsten Sitzung hier zu erscheinen.“

Das sei freilich kein Skandal und kein Grund zur Besorgnis, aber mindestens habe es hier eine Kommunikationspanne gegeben.

Goerke: Die Sportvereine sind in Kenntnis gesetzt worden

Bernd Goerke (SPD) wies den Vorwurf einer Kommunikationspanne zurück. „Die Sportvereine sind vorher in Kenntnis gesetzt worden.“ Und insgesamt handele es sich an der Recklinghauser Straße um ein Gesamtpaket, das der unbefriedigenden Situation vor Ort geschuldet sei.

Über das Sportplatz-Thema werde im Übrigen seit fast 15 Jahren geredet, den von der Verwaltung vorgelegten Maßnahmen- und Zielkatalog mit Rewe-Modernisierung und Verkehrsoptimierung halte er in Summe für einen guten Weg. „Dass wir das Nordlager als solches nicht anfassen wollen, da sind wir uns wohl einig.“

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Grüne, FWI und Linke befürchten, dass das Nordlager neben dem Sportplatz auch für Wohnbebauung geopfert werden könnte. „Wenn das so ist, wie die SPD gesagt hat“, erklärte Udo Weber (Grüne), könnte man genausogut das Nordlager im FNP belassen wie es ist, nämlich Grünfläche, und es aus dem Bebauungsplan-Gebiet rausnehmen.

So lasse man sich jedenfalls ein Hintertürchen für die Bebauung offen. Zumindest in Teilflächen, möglicherweise aber auch in Gänze. Für Oliver Lind wäre es absurd, „wenn wir nicht die Gesamtlage in den Blick nehmen würden“. Im Übrigen sei der Flächennutzungsplan nicht parzellenscharf.

Linke und FWI: Nordlager ausklammern

Für die Linke und die FWI erneuerten Margita Gudjons und Günter Beyer ihre Forderung, das Nordlager aus dem Beschluss herauszunehmen. Im Umweltausschuss war mehrheitlich der Kompromiss beschlossen worden, das Nordlager mit besonderem Augenmerk zu betrachten.

Und dann kursierte noch diese böse Vermutung: Die Stadt könnte ja, um Geld für die Sportanlagen zu bekommen, auch das Nordlager vermarkten wollen. Für Oliver Lind (CDU) sind das pure Spiegelfechtereien. Der Grünen-Antrag fand keine Mehrheit.

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