Der EUV hat am Westring auf seinen großen Hallen für den Fuhrpark und Teile seiner Bürogebäude PV-Anlagen. © RVR 2019 Aerowest/Meixner
Umweltschutz

Solaranlagen-Ausbau: Castrop-Rauxeler bekommen 50.000 Euro Förderung

Jeder, der eine Photovoltaik-Anlage in Castrop-Rauxel bauen will, kann auf Förderung hoffen. 1000 Euro pro Haushalt, 50.000 Euro insgesamt. Wie kommt man ran? Jetzt gibt es erste Details.

Die Zahl der Solardächer in Castrop-Rauxel soll rapide wachsen. Während öffentliche Gebäude wie Schulen, Hallen oder der EUV-Stadtbetrieb am Westring schon ausgestattet sind, während Unternehmen und Landwirte ihre Bedachungen schon recht gut nutzen, um Sonnenstrom zu erzeugen, hängen die Wohnhäuser hinterher. Darin erkennt man aber großes Potenzial, das man unbedingt heben muss, um die Klimaziele zu erreichen. Nun soll es einen Anreiz geben.

Im Umweltausschuss am Dienstag (9.2.) war man sich einig, dass man einem im Klimabeirat entwickelten Beschluss folgt: Stadtbaurätin Bettina Lenort erklärte, dass die Verwaltung nun vorschlage, die noch nicht verausgabten Mittel aus dem Energiefonds, in Summe 50.000 Euro, für den Ausbau privater Photovoltaikanlagen zur Verfügung zu stellen. Das soll der Stadtrat in der kommenden Woche beschließen.

Maximal 1000 Euro für einen Haushalt möglich

„Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, diese Entwicklung voranzutreiben“, sagte Lenort. Die 50.000 Euro sollen direkt an die Bürger gehen. Konkret geht es um einen Förderbetrag von 100 Euro je Kilowatt-Peak, was die Höchstleistung einer Anlage bei voller Sonneneinstrahlung bemisst. Gedeckelt werden soll die Förderung je Haushalt auf 1000 Euro.

Der Hausbesitzer muss dafür einen Energiecheck zusammen mit der Verbraucherzentrale gemacht haben. Das Zertifikat und die anschließend erfolgte Kostenermittlung eines Fachunternehmens muss zusammen mit einem Förderantrag bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Auch bei den Stadtwerken und bei der Verbraucherzentrale soll das möglich sein, so Bettina Lenort.

Der Umweltausschuss der Stadt Castrop-Rauxel tagte zum ersten Mal online via Zoom.
Der Umweltausschuss der Stadt Castrop-Rauxel tagte zum ersten Mal online via Zoom. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Daniel Molloisch, Fraktionsvorsitzender der SPD, zeigte sich im Umweltausschuss erleichtert: „Zum Klimabeirat haben sich einige ja schon böswillig geäußert, dass das eine ‚Laberbude‘ werde. Ich glaube, man kann eindeutig sehen, dass das nicht der Fall ist. Bei öffentlichen Gebäuden und Unternehmen sind wir gut aufgestellt, aber im privaten Bereich fehlt es noch. Das ist der Weg in die richtige Richtung!“

Auch CDU-Umweltexperte Jonas Ehm sagte: „Ich war schon im Klimabeirat Fan dieser Idee und freue mich, dass wir das nun beschließen können.“

Die Grünen hatten die Förderung bei ihrem digitalen Neujahrsauftakt vor knapp zwei Wochen, als unter anderem Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender im Bundestag, zugeschaltet war, als Erfolg bezeichnet. Ratsherr und Stadtverbands-Sprecher Ulrich Werkle eröffnete den Abend mit einem Verweis auf diese erfreuliche Initiative. Seit Jahren hält Ulrich Werkle die PV-Entwicklung in Castrop-Rauxel genauestens fest und schiebt das Thema immer wieder aktiv an.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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