So geht es Baumschützer Johannes, der seit Montagabend die alte Eiche besetzt

dzAlte Eiche

Seit Montagabend hat ein Baumschützer die alte Eiche in Habinghorst besetzt. Der Einsatz von Polizei und Feuerwehr auch in der Nacht beeindruckte den jungen Mann bisher wenig.

Habinghorst

, 01.10.2019, 13:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montagabend ist die Alte Eiche in Habinghorst besetzt. Gegen 23 Uhr hat Baumschützer Johannes, der seinen vollständigen Namen nicht nennen möchte, sich mit einer Hängematte zwischen den mächtigen Ästen des Baums häuslich eingerichtet.

Bereits in der Nacht ging es auf dem Neubaugebiet an der Heerstraße in Habinghorst zur Sache. „Ich war gerade eine halbe Stunde oben, da kam die Polizei“, berichtet Johannes am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die Beamten hätten ihn aufgefordert, den Baum zu verlassen. Das kam aber für den jungen Mann nicht infrage.

„Ich bin gut gesichert“

Auch die Feuerwehr und der Rettungsdienst konnten ihn nicht dazu bewegen. „Ich frage mich, was die überhaupt hier wollten. Es gab ja keinen Notfall“, schildert Johannes seine Sicht auf das Geschehen. „Ich bin hier gut gesichert, mir kann nichts passieren.“

So geht es Baumschützer Johannes, der seit Montagabend die alte Eiche besetzt

Am Dienstagvormittag war einiges los am Fuße der Eiche. Demonstranten vom Aktionskreis "Rettet die Alte Eiche" unterstützten Baumschützer Johannes, der seit dem späten Montagabend in den Ästen der Eiche Stellung bezogen hat. © Matthias Stachelhaus

Weniger begeistert war der Baumschützer darüber, dass er in der Nacht immer wieder von der Polizei mit Taschenlampen angeleuchtet worden sei. Auch dann, als er die Beamten darum gebeten hatte, das nicht zu tun. „Psychoterror vom Feinsten“, nennt Johannes das.

Beeindruckt zeigt er sich davon nicht. Zumindest nicht äußerlich. „In einem Jahr am Hambacher Forst habe ich das alles und schlimmeres schon oft erlebt.“

Gekommen um zu bleiben

Die am frühen Morgen angerückten Arbeiter der Baumfällfirma seien nach rund 30 Minuten wieder weg gewesen. „Die haben schnell bemerkt, dass sie hier nichts machen können“, sagt Johannes.

Bleiben will er so lange, bis er entweder schriftlich versichert bekommt, dass der Baum stehen bleibt, oder man ihn herunterholt. „Dafür müssten die allerdings mit einer Hebebühne anrücken. Keine Ahnung, wie das auf dem Gelände hier gehen soll“, sagt der Baumschützer.

Versorgt ist Johannes erst einmal gut, sagt er. Mit Tee, Brötchen und Kopfhörern, die er von unten zur Verfügung gestellt bekommen hat, liegt er in seiner Hängematte und blickt von oben auf das Geschehen am Fuße des 250 Jahre alten Baumes.

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