Seit dem Wochenende ist der Skatepark in Habinghorst wieder geöffnet. © Dieter Düwel
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Skatepark ist wieder geöffnet: „Toll, dass wir hier trainieren können“

Lange Zeit war der Castrop-Rauxeler Skatepark wegen Corona geschlossen. Seit dem Wochenende herrscht wieder buntes Treiben auf den Rampen und Slidebalken.

Luca und sein Freund Yusuf kommen fast täglich mit ihren Rollern und Scootern zur Anlage in Habinghorst an der Ecke Wartburgstraße/Lange Straße. „Wir mussten in den letzten Wochen vor dem Garagentor oder auf dem Bürgersteig unsere Tricks üben. Es ist schon cool, dass wir jetzt wieder die Skaterbahn benutzen können“, sagen die beiden Zwölfjährigen. Nun hoffen sie, dass es bei der Öffnung bleibt.

Öffnung der Bahn als Vertrauensvorsprung

Bürgermeister Rajko Kravanja hatte im Interview mit unserer Redaktion am Freitag (11.6.) angekündigt, dass angesichts der niedrigen Corona-Inzidenz in Castrop-Rauxel der Zaun rund um den Skatepark wieder entfernt werde.

Im vergangenen Jahr hatte es Streit zwischen der Stadtverwaltung und den Jugendlichen gegeben. Zuerst wurde die Anlage im Mai gesperrt, weil Abstände nicht eingehalten wurden. Dann wieder geöffnet. Im Dezember errichte die Stadt endgültig einen Zaun. Seitdem war die Anlage dicht.

Angesichts der aktuellen Öffnung des Skateparks spricht der Bürgermeister von einem Vertrauensvorsprung für die Skater: „Sollte sich die Situation wieder ändern, müssen wir die Öffnung wieder rückgängig machen.“

Wunsch nach Erweiterung der Anlage

Kilian (22) und Mika (22) hoffen, dass es nicht dazu kommt, als wir sie am Dienstag ansprechen. Sie sind erfahrene Skater und nehmen mit ihren Bikes auch regelmäßig an Wettbewerben teil. Wie sehen sie die Situation auf den Bahnen in Habinghorst?

Kilian sagt: „Es ist natürlich toll, dass wir hier wieder trainieren können. Die Schließung war zwar bedauerlich, aber teilweise auch gerechtfertigt. Viele haben sich nicht an die Vorschriften gehalten, haben nicht die Abstände eingehalten oder sind nur gekommen, um abzuhängen.“

Mika ergänzt: „Man hätte natürlich auch nur die Bänke sperren oder die Personenzahl begrenzen können. Beim Fahren ist das Infektionsrisiko ja sehr gering.“

Kilian (links) und Mika freuen sich, neue Tricks wieder ausprobieren zu könnnen.
Kilian (links) und Mika freuen sich, neue Tricks wieder ausprobieren zu könnnen. © Dieter Düwel © Dieter Düwel

Beide hoffen sehr, dass die Situation entspannt bleibt und der Zaun nicht wieder aufgestellt wird. „Jetzt können wir wie früher unsere Videoclips produzieren und uns mit anderen Skatern in den Sozialen Netzwerken austauschen“, so Mika, der immer noch den Wunsch hat, dass die beliebte Anlage von Juni 2013 erweitert wird.

Am Mittwochabend gegen 19 Uhr ist der Skatepark eher mäßig besucht. Knapp ein Dutzend Jugendliche tummelt sich in kleinen Gruppen. Jan (15) ist froh, dass der Park wieder geöffnet ist. „Weniger Sport, wenig erlebt, das war schon traurig.“

Jan und Rick sind „flat“ gefahren

Er sei „flat“ gefahren, also auf ebenem Grund. Ohne die Bowl, eine große Vertiefung in der Mitte des Skateparks. Dort vollführen Jan und Rick akrobatische Kunststücke auf dem Skate Scooter, einem kleinen – aber sehr wendigen – Tretroller.

Springen lässt es sich auf dem Skatepark wunderbar.
Springen lässt es sich auf dem Skatepark wunderbar. © Christian Püls © Christian Püls

Rick musste sich ebenfalls mit ebenen Untergründen begnügen, also „flat“ fahren. So, wie die Jungs das sagen, klingt es nach flat tire, also einem platten Reifen. Vielleicht ein passendes Sinnbild, für den Stillstand der jugendlichen Skater.

Die 15-jährigen Jan und Rick sind viel „Flat“ gefahren.
Die 15-jährigen Jan und Rick sind viel „Flat“ gefahren. © Christian Püls © Christian Püls

„Ich musste aber auch viel für die Schule machen, auch wenn es keinen Präsenzunterricht gab“, meint Rick achselzuckend. Beide sind in dieser Zeit auf offene Skateparks ausgewichen, teils bis nach Düsseldorf gefahren.

Nun haben sie ihren Skatepark in Habinghorst zurück – vorerst. Ob das auch so bleibt, liegt wohl am künftigen Verhalten der Skater.

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