Shisha-Bar-Inhaber in Castrop-Rauxel reagieren betroffen auf Anschlag in Hanau

dzHanau-Attentäter

Ein Rechtsterrorist schießt in Shisha-Bars um sich und tötet mehrere Menschen. Die Inhaber zweier Shisha-Bars in Castrop-Rauxel fühlen angesichts der Toten und Verletzten vor allem Schmerz.

Castrop-Rauxel

, 20.02.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Caglayan Caglar ist der Inhaber der Shisha-Bar Cafe de Keyff an der Oberen Münsterstraße 8. Als er am Donnerstag (20.2.) aufgewacht ist, wusste er noch nicht, was in der Nacht im hessischen Hanau geschehen war. Caglayan Caglar schaltete den Fernseher ein und konnte seinen Augen nicht trauen, erzählt er am Donnerstag.

Bei einem Anschlag sind nach Polizeiangaben neun Menschen in und um zwei Hanauer Shisha-Bars getötet worden. Unter den Todesopfern sind nach ersten Erkenntnissen der deutschen Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund.

Rechtsextremer Hintergrund

Außerdem wurden mehrere Menschen verletzt, zwischenzeitlich wurde ihre Zahl mit etwa fünf angegeben. Am frühen Donnerstagmorgen entdeckten Spezialkräfte zudem die Leiche des mutmaßlichen Todesschützen in seiner Wohnung sowie seine tote Mutter.

Laut Hessens Innenminister Peter Beuth gehen die Behörden von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat aus. Tobias R. war offenbar ein militanter Rassist. Vor dem Anschlag veröffentlichte Tobias R. ein Bekennerschreiben.

So reagieren Castrop-Rauxeler Shisha-Bars

Caglayan Caglar ist sich sicher, dass der Täter rechtsextrem ist und gezielt Ausländer töten wollte. Er glaubt jedoch nicht, dass so etwas Vergleichbares in Castrop-Rauxel geschehen könnte. Im gleichen Atemzug sagt er dann doch etwas hilflos, dass solch ein Anschlag eigentlich überall passieren könne.

Es tue ihm vor allem Leid um die Menschen, die beim Anschlag gestorben oder verletzt wurden. Trotz der Betroffenheit wird er seine Shisha-Bar am Donnerstagabend öffnen – und geht davon aus, dass sich seine Kunden nicht von dem Anschlag beeindrucken lassen und weiterhin in die Shisha-Bar kommen werden.

„Wie konnte so etwas passieren?“

Diese Hoffnung hat auch Thomas Elias. Er ist Inhaber des Shisha-Cafés Clin an der Lange Straße. Er könne sich jedoch gut vorstellen, dass die Kundschaft in den nächsten Tagen nachlassen könnte.

Er selbst gehe nach dem Anschlag mit einem ängstlichen Gefühl in sein Lokal und verspüre angesichts der Toten und Verletzten vor allem Schmerz. Er stelle sich vor allem eine Frage: „Wie konnte so etwas passieren?“ Wenn so etwas Schreckliches geschieht, sagt er, dann könne man es aber leider ohnehin nicht verhindern.

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