Das Ringen um eine gute und einmütige Lösung bei der Schulentwicklung geht weiter. Noch fehlen Stellungnahmen von Beteiligten. Für die Sekundarschule gibt es jetzt aber Neuigkeiten.

Castrop-Rauxel

, 07.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Gemengelage bei der Frage, wie es mit den Schulen in Castrop-Rauxel weitergehen soll, bleibt ebenso dynamisch wie kniffelig. Bei der jüngsten interfraktionellen Runde des Arbeitskreises in Sachen weiterführende Schulen wurde deutlich, dass es offensichtlich unterschiedliche Interpretationsansätze von Gesprächen mit unterschiedlichen und zum Teil identischen Beteiligten gibt.

Im Klartext: Noch ist der Konsens, wie es in Zukunft mit den weiterführenden Schulen weitergehen soll, nicht in trockenen Tüchern.

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Alle Beteiligten, das versicherte die Schulausschussvorsitzende Katrin Lasser-Moryson (SPD) auf Anfrage unserer Redaktion, seien sich einig, dass sie angesichts der Tragweite der Entscheidung diese auf sichere Füße stellen wollen, um die besterreichbare Lösung zu finden.

Realschule soll auf vier Züge begrenzt werden

„Wir müssen uns auf die Parameter und die Aussagen verlassen können“, sagt Lasser-Moryson. Bekanntlich steht nach wie vor im Raum, im Norden eine neue Gesamtschule zu eröffnen. Das nächste interfraktionelle Treffen soll deshalb in der Janusz-Korczak-Gesamtschule über die Bühne gehen.

Ob tatsächlich bereits in der Schulausschussitzung am Donnerstag, 19. September, eine finale Entscheidung getroffen wird, ist unsicher, zumal verschiedene schriftliche Stellungnahmen ausstehen. Unter anderen von der Gesamtschule Waltrop und von der Bezirksregierung.

Dependance-Standort in der Debatte

Auch die Gesamtschule Waltrop stand bekanntlich als möglicher Dependance-Standort zur Debatte. „Alle Beteiligten sind aber gewillt, dass das Thema im November einvernehmlich vom Tisch ist“, sagt Katrin Lasser-Moryson.

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Klar scheint zunächst, dass die Sekundarschule weiter im Anmeldeverfahren bleibt. Ihr Bestand gilt also zunächst als sicher. Die Gymnasien, auch das gehört zum Lösungspaket, sollen in ihrer Zügigkeit nicht begrenzt werden. Wohl aber die Fridtjof-Nansen-Realschule, die künftig dann nicht mehr als vier Eingangsklassen aufnehmen soll.

Mutter Martina Barg (EBG) schließt sich Brandbrief an

Dem Brandbrief zweier Mütter und Elternvertreterinnen von Marktschule und Wilhelmschule schloss sich Martina Barg an. Die Mutter und Elternvertreterin des Ernst-Barlach-Gymnasiums schreibt unter anderem: „Als Elternvertreterin eines Gymnasiums steht bei mir vor allem im Fokus: Was passiert mit den Kindern, die weiterführende Schulen verlassen müssen?“

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Auch diese müssten in der Diskussion berücksichtigt werden. „Es gibt die Schülerströme zwischen den Schulen. Tragen Sie Sorge dafür, dass es möglich ist, den Elternwillen, der politisch gewollt ist für eine Schulwahl, auch umgesetzt werden kann“, so Barg.

„Beschränkung führt zu weiterer Abwanderung“

Und weiter: „Diskutieren Sie nicht, ob das sinnvoll ist – denn das ist Landespolitik. Schaffen Sie die Möglichkeiten – schränken Sie nicht ein und beschränken Sie nicht die Schulen durch Zügigkeiten. Dies wird zu noch weiteren Abwanderungen in andere Städte führen.“ Man habe Ergebnisse einer Umfrage mit einer sehr hohen Rücklaufquote. „Sie haben gleichzeitig eine durch Füße abgebildete Abstimmung der Schülerströme an den weiterführenden Schulen. Nutzen Sie das bitte alles als Grundlage.“

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Wie Kim Doerffer (Wilhelmschule) und Sylvia Schaier (Marktschule) schrieb auch Martina Barg an sechs Fraktionschefs, an die Schulverwaltung und die Schulausschussvorsitzende. Der Appell der Mütter zielte darauf ab, dass ein überparteilicher Konsens in der Schul-Causa gefunden wird und die Diskussionen „nicht auf dem Rücken der Kinder“ ausgetragen werden sollten.

Grüne: Integrierte Schulformen bewusst stärken

Am „Stadtgespräch“ der Grünen Montagabend in „Das Café“ in Rauxel beteiligten sich mehr als 30 Leute. „Die Entscheidung, ob wir wirklich einen Teilstandort der Willy-Brandt-Gesamtschule in Ickern brauchen, obwohl wir dort kürzlich erst eine Schule geschlossen haben, können wir aktuell nicht belastbar beantworten“, sagte Ursula Mintrop am Ende der Diskussion.

Fraktionschef Bert Wagener stellte fest: „Aus Sicht der Grünen müssen viele Aspekte, die in der bisherigen Diskussion nicht einbezogen wurden, noch mitgedacht werden.“

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Dazu gehöre insbesondere, „die steigende Zahl der Abschulungen von Realschule und Gymnasium zu verhindern“: Man müsse die Schülerinnen und Schüler besser fördern und gleichzeitig eine integrativ wertvolle „gute Mischung“ von Kindern und Jugendlichen an allen Schulen erreichen. „Dazu müssen wir an

den integrierten Schulformen nicht nur festhalten, sondern sie auch bewusst stärken“, so Wagener.

1008 Eltern beteiligten sich an der Umfrage

An der Befragung der Stadt zur Wahl einer weiterführenden Schule hatten sich 1008 Eltern beteiligt. Adressaten waren die Eltern von Kindern der zweiten und dritten Grundschulklassen.

Das Ergebnis wurde Mitte Juni kommuniziert. Demnach würden 92 Kinder aus dem dritten Schuljahr zu einer zweiten Gesamtschule angemeldet, falls es diese geben sollte. Ganze zwölf Kinder kämen an die Sekundarschule. Aber: Rund 250 Eltern waren für ihr Kind noch unsicher.

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