Frank Schwabe (SPD-Bundestags-Abgeordneter) postete Fotos von einem Schnee-Ausflug ins Sauerland. Das sorgte für starken Wirbel im Netz. © Tobias Weckenbrock
Coronavirus

Schwabe im Schnee: Wirbel um Sauerland-Fotos des Bundestagsmitglieds

Viel Wirbel hat ein Castrop-Rauxeler Bundestagsabgeordneter mit Fotos aus dem Sauerland kurz vor dem Jahreswechsel erzeugt. Er war mit der Familie im Schnee, obwohl von Anreisen abgeraten wird.

Eigentlich ist es ein harmloses Foto: Frank Schwabe, seit 15 Jahren Bundestagsabgeordneter der SPD aus Castrop-Rauxel, mit Schal und Mütze im Schnee. Nein, nicht Schal und Mütze mit Schalke-Emblemen sind der Aufreger oder der Grund zu Lästereien, sondern die Umgebung: „Wir haben das Jahr gestern im Schnee ausklingen lassen“, postete er an Neujahr auf seiner Facebookseite und bei Instagram. Und: „Irgendwo im Sauerland. Und jetzt allen ein frohes neues Jahr!!!“

So froh hat das Jahr für die Ferien-Region, in der er selbst mit seiner Familie war, nicht begonnen: Vor allem der Wintersport-Ort Winterberg wird seit Tagen angefahren von Tausenden Menschen, die die freie Zeit, in der Urlaubsreisen, Zoo- oder Schwimmbadbesuche nicht möglich sind, mit der Familie nutzen möchten. Staumeldungen und wiederholte Aufrufe, bitte nicht anzureisen, machen seit dem Wochenende direkt nach Weihnachten medial die große Runde.

Ob das an Schwabe, seiner Frau und den drei Kindern, die im Ortsteil Schwerin leben, vorbeigegangen ist? Oder ob es ihm egal war? Das Foto sorgt jedenfalls für reichlich Kommentare auf Facebook. Politikern wie Frank Schwabe wird eine besondere Vorbildfunktion beigemessen. Taugt ihr Winterausflug als Vorbild für die Millionen Menschen im Ruhrgebiet, die sich auch nach besonderen Erlebnissen in der Pandemie sehnen?

Schwabe ergänzt weitere Fotos der Umgebung

Zu seinem ersten Foto, das nur einen engen Ausschnitt zeigt, ergänzt Schwabe aufgrund der Kritik am 2. Januar ein weiteres Foto. Es zeigt eine menschenleere Schneelandschaft. Er schreibt dazu: „Da einige mutmaßen, ich hätte Regeln gebrochen oder mich in den Sauerland-Trubel begeben, habe ich ein Foto zugefügt, das die Umgebung zeigt. Alle Personen gehören zur Kernfamilie.“

Der Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe (SPD) aus Castrop-Rauxel spricht im Deutschen Bundestag.
Der Bundestagsabgeordnete und Schalke-Fan Frank Schwabe (SPD) aus Castrop-Rauxel bei einer Rede im Bundestag. © picture alliance / Britta Peders © picture alliance / Britta Peders

„Natürlich“ halte er die Corona-Regeln ein. Er lasse „darüber hinaus weitere Vorsichtsmaßnahmen gelten“, so Schwabe. „Dazu gehört natürlich, dass ich mich nicht auf irgendwelche Pisten oder in irgendwelche Wintersportorte begebe.“ Er habe erkannt, dass das aus dem ersten Foto nicht „zu 100 Prozent hervorging“. Er wolle „auf keinen Fall, dass es genutzt werden kann, um einem laxen Umgang mit Corona zu rechtfertigen. Im Gegenteil. Haltet strikt die Regeln ein! Achtet auf alle Abstände und Hygienemaßnahmen!“

Schwabe: Im Gysenbergpark ist es enger

Auf der Tourismus-Website sauerland.com werden Besucher derzeit zwar mit Schneebildern, aber mit einem nicht zu übersehenden Hinweis begrüßt: „Unser Appell an euch muss lauten: Fahrt nicht in die Skigebiete und Wintersport-Hotspots. Wenn ihr an die frische Luft möchtet, geht spazieren oder winterwandern (das ist auch ohne Schnee eine echte Erfrischung). Am besten vor der eigenen Haustür.“

Frank Schwabe schreibt in der Facebook-Diskussion: „Normalerweise sind wir im Gysenberg-Park. Dort ist es aber sicher ‚enger‘.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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