Schiffstaufe am Rhein-Herne-Kanal: Mit Boot „Orca“ will die DLRG Menschenleben retten

Beim AMC Pöppinghausen

Der Falke ist verkauft. Jetzt übernimmt Orca seinen Dienst. Die Deutsche-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) Castrop-Rauxel hat Samstag sein neues Rettungsboot am Yachthafen getauft.

Pöppinghausen

, 14.04.2019 / Lesedauer: 3 min
Schiffstaufe am Rhein-Herne-Kanal: Mit Boot „Orca“ will die DLRG Menschenleben retten

Am Samstag taufte Bürgermeister Rajko Kravanja das neue Motorrettungsboot der DLRG auf den Namen "Orca". Es wurde im Yachthafen des AMC in Pöppinghausen zu Wasser gelassen. © Uschi Bläss

Pünktlich um 14 Uhr schwebte das neue Motorrettungsboot am Samstag am Haken des riesigen Lastkrans knapp über der Wasseroberfläche. Bevor es zum ersten Mal zu Wasser gelassen wurde, taufte Bürgermeister Rajko Kravanja es mit einer sprudelnden Sektfontäne auf den Namen „Orca“.

Die applaudierende Menschenmenge am Jachthafen in Pöppinghausen war beachtlich. „Das zeigt, mit wieviel Engagement die Vereine unserer Stadt im Einsatz sind“, lobte der Bürgermeister die vielen Ehrenamtlichen.

Unter den Gästen der Schiffstaufe befanden sich Mitglieder des THW, der Freiwilligen Feuerwehr, des AMC (Automobil- und Motorbootclub Castrop-Rauxel), Vertreter des Stadtsportbundes und Rainer Kruck, Direktor der Sparkasse Castrop-Rauxel.

So finanzierte die DLRG das neue Boot

Die Sparkasse übernahm als Hauptsponsor mit 10.000 Euro ein Drittel der Gesamtkosten. Die restlichen 20.000 Euro kamen unter anderem durch Zuschüsse der Volksbank Waltrop und des Stadtsportverbandes zusammen.

Besonderen Dank richtete Christian Emmerich (Vorsitzender der DLRG) an die Helfer der Tannenbaumaktion des Ortsteils Ickern, die ihren Erlös beisteuerten.

Besonders aufregend sei die Aktion „Scheine für Vereine“ von Radio Vest gewesen, verriet Michael Trösken, Pressewart des DLRG. „Wir hatten uns dort beworben und wurden im Radio genannt“, erzählte er. „Dann hieß es nur noch: schnell beim Radiosender anrufen. Was dann fast der ganze Verein auch tat.“

Die technischen Daten des neuen Rettungsbootes:

  • Der niederländische Bootsbauer „Tinn-Silver“ lieferte das Boot aus Aluminium.
  • Es ist mit einem Gewicht von 450 Kilogramm 150 kg leichter als das alte Boot.
  • Fünf bis sechs Personen kann das Boot aufnehmen.
  • Es hat eine Länge von 5,50 Metern und ist 1,96 Meter breit.
  • Der 75 PS starke Außenbootmotor schafft eine Geschwindigkeit von 50 km/h.
  • Die Sonderausstattung bietet eine Seitenklappe zur einfachen Aufnahme von verunglückten Schwimmern aus dem Wasser, einen Geräteträger mit blauem und gelbem Blitzlicht, Funkantennen, Scheinwerfer, Positionslichter und Funkgeräte für DLRG- und Binnenschifffahrtsfunk.

„Wir hoffen, dass wir nie verunglückte Schwimmer retten müssen“, sagte Trösken.

Ab Mai jedes Wochenende auf dem Kanal unterwegs

Ab Mai wird es wieder so weit sein. Dann schieben Ehrenamtliche an jedem Wochenende Dienst auf dem Wasser. „Wir begleiten regelmäßig die Bootsregatta des AMC. Das ist unsere Antwort auf den kostenfreien Liegeplatz im Yachthafen des Rhein-Herne-Kanals“, erklärte er.

„Neben dem Wasserrettungsdienst machen unsere Mitglieder auch ihren Bootsführerschein auf der ‚Orca‘“, berichtete er. So war das auch auf dem alten Boot, dem Falken, das nun nach 21 Jahren ausgemustert wurde.

Nachdem das neue Boot zu Wasser gelassen war, bot die DLRG Rundfahrten auf dem Kanal an. Ehrensache, dass die Gäste beim Grillen hinterher noch gemütlich zusammensaßen.

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