Pallasstraße in Dorf Rauxel: Die Wohnanlage Oberste Vöhde war fast zwei Wochen lang ohne warmes Wasser. © Tobias Weckenbrock
Mieterärger

Schaden in Dorf Rauxel ist behoben – aber der Ärger bleibt

150 Wohnungen der Siedlung Oberste Vöhde waren seit Ende Dezember ohne Warmwasser. Jetzt wurde der Schaden behoben. Der Ärger über die Informationspolitik der Wohnungsgesellschaft bleibt.

Iris Siebenpfeiffer kann es immer noch nicht ganz glauben: Seit Donnerstagabend (7.1.) hat sie in ihrer Wohnung in der Obersten Vöhde 14 wieder warmes Wasser. „Es war kurz nach 19 Uhr, als ich zum Händewaschen ins Bad bin – unverhofft kam dann warmes Wasser aus dem Hahn. Mein Freund dachte erst, ich veralbere ihn, als ich es erzählte”, sagt Siebenpfeiffer.

Knapp zwei Wochen lang habe die Castrop-Rauxelerin zu Freunden und Bekannten gemusst, um dort zu duschen, denn seit dem 27. Dezember sei kein warmes Wasser mehr aus den Leitungen in ihrer Wohnung gekommen.

Insgesamt 150 Haushalte in der Wohnanlage Oberste Vöhde an der Pallasstraße in Dorf Rauxel waren von einem Defekt einer Heizungspumpe betroffen – überall blieb das Wasser kalt. Bis zum 15. Januar sollte der Schaden laut der Vermieterin, der Wohnungsgesellschaft Grand City Property (GCP) behoben werden.

Frustriert über Informationsfluss

Als ebenso frustrierend wie die Folgen der kaputten Pumpe empfanden die Mieter der Wohnanlage den Umgang mit der Situation durch die Grand City Property . Gegenüber unserer Redaktion beschrieben die Mieter die Informationspolitik der Immobilienfirma als mangelhaft und geradezu unverschämt. Es hieß, die Mieter seien nicht ausreichend über den Pumpenschaden der Heizung und die Instandsetzungsmaßnahmen seitens der Wohnungsgesellschaft informiert worden.

Auf Anfrage unserer Redaktion widersprach die Pressestelle der Grand City Property dieser Darstellung. Zum einen habe man Informationsschreiben in den Häusern ausgehängt, zum anderen ständen Mitarbeiter der Kundenbetreuung den Mietern zur Seite. Überdies sei die Heizung bereits am 27. Dezember repariert worden, ein erneuter Schaden dann zwei Tage später aufgetreten.

Juristischer Rat

Als Reaktion auf unsere Berichterstattung über die Situation in der Anlage Obersten Vöhde kommentierten unter anderem bei Facebook weitere Mieter das Statement der GCP: Dort heißt es, das Unternehmen lüge, die Info-Aushänge seien erst angebracht worden, als Medienvertreter die Sachlage öffentlich gemacht hätten.

Iris Siebenpfeiffer teilt diese Auffassung: „Die Aushänge wurden erst im Zuge des Zeitungsberichts hier angebracht. Außerdem leugneten Mitarbeiter der GCP im Nachhinein, dass ich als Mieterin mich am 28. Dezember beim Call Center gemeldet hatte, um nachzufragen, was mit der Heizung nun sei.“

Siebenpfeiffer hat nach eigenen Angaben juristischen Rat eingeholt. Sie will eine Mietminderung erwirken.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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