St. Martin: In katholischen Kitas feiern die Eltern dieses Jahr nicht mit

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Laterne laufen mit Abstand – geht das? Ob es Martinsumzüge in Castrop-Rauxel gibt, ist vielerorts noch offen. Die katholischen Kitas haben schon entschieden: Eltern müssen draußen bleiben.

Castrop

, 06.09.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Durch die Straßen auf und nieder...: Das Martinsfest mit Brezeln, Kinderpunsch und feierlichem Laternenumzug ist das erste große Fest für Kindergartenkinder und Eltern nach den Sommerferien. Eigentlich nicht wegzudenken aus dem Veranstaltungskalender, gerade in konfessionellen Kindergärten.

Und dennoch hat der Träger aller elf katholischen Kindergärten in Castrop-Rauxel beschlossen, wegen Corona auf klassische Umzüge zu verzichten. „St. Martin ist zwar ein großes Fest für uns, aber wir können nicht garantieren, dass bei den Umzügen alle Abstände eingehalten werden“, erklärt Nils Gronemeyer, Sprecher der Katholischen Kindertageseinrichtungen östliches Ruhrgebiet gGmbH.

Umzüge nur auf dem Kita-Gelände erlaubt

Daher werde Martin diesmal ausschließlich im Kindergarten gefeiert, komplett ohne Eltern oder Großeltern. Die Kitas können entscheiden, was genau sie machen, sagt Gronemeyer. So sind kleine Laternenumzüge auf dem eigenen Kita-Gelände erlaubt, auch in der Dämmerung. Es kann Workshops geben, eventuell kleine Gottesdienste, auch Laternen würden gebastelt – ohne Mama und Papa..

Soweit wie bei den katholischen Kitas ist man bei den städtischen noch nicht: Es sei zu früh, um etwas zu Martins-Umzügen sagen zu können, teilt die Stadt mit. Es hinge alles davon ab, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. „Wir versuchen, positiv in die Zukunft zu blicken und das möglich zu machen, was möglich ist“, sagt Claudia Wimber, Bereichsleiterin der Kinderförderung.

Klar ist nach der Entscheidung der katholischen Kitas: Einen Umzug wie den im letzten Jahr in Frohlinde, den die Kita Heiliger Schutzengel und die Ökoinsel gemeinsam organisiert haben, wird es nicht geben.

Ein Bild, das es dieses Jahr nicht geben wird: Im November 2019 liefen um die 300 Kinder, Erzieher, Eltern und Großeltern beim Martinsumzug zweier Kitas durch Frohlinde.

Ein Bild, das es dieses Jahr nicht geben wird: Im November 2019 liefen um die 300 Kinder, Erzieher, Eltern und Großeltern beim Martinsumzug zweier Kitas durch Frohlinde. © Tobias Weckenbrock

Kleingartenanlage will Umzug machen

Wie die evangelischen Kindergärten feiern, scheint auch noch nicht festzustehen. „Wir müssen das alles noch überdenken“, sagt zum Beispiel Sven Teschner, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Castrop-Rauxel Nord. Es brauche ein Hygienekonzept, das man mit den Kindergärten der Gemeinden absprechen müsse. Im Laufe des Monats werde sicher eine Entscheidung fallen, sagt Teschner.

Hoffnung auf einen Martinsumzug macht indes Dieter Ricken, Vorsitzender der Kleingartenanlage Süd: „Wir wollen auf jeden Fall St. Martin feiern, damit die Kinder dieses Jahr noch etwas erleben“, sagt er. Die Anlage richtet traditionell einen kleinen Umzug aus. Laut Ricken kommen um die 30 Kinder, die mit ihren Laternen auch immer ein Altenheim besuchen, um dort zu singen.

„Das wird dieses Jahr natürlich nichts“, sagt Ricken. Aber wenn man draußen feiere, könne er sich einen kleinen Umzug mit Stockbrot und Würstchen vorstellen. Und am Altenheim könne man vorbeilaufen. Singen und winken.

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