Ein Warnschild am Deininghauser Bach in Dingen soll über die Salamander-Pest aufklären. © Nora Varga
Umweltschutz

Salamander-Pest in Castrop-Rauxel: Ein Massensterben vor der Haustür

Eine Warnung vor der Salamander-Pest klingt im ersten Moment wie ein Scherz. Hinter der Krankheit steckt aber die ernste Gefährdung einer ganzen Tierart. Die Castrop-Rauxeler können helfen.

Der Feuersalamander ist in großer Gefahr. Dabei ist Castrop-Rauxel einer der Hotspots für das Massensterben einer ganzen Tierart. Die Rede ist von der Salamander-Pest. Ausgelöst wird die Krankheit von einem Pilz. Der „Batrachochytrium salamandrivorans“ (kurz Bsal) ist ein aus Asien eingeschleppter Pilz.

Die Stadtpressestelle erklärt zu der Erkrankung: „Der Pilz frisst regelrecht Löcher in die Haut und stört damit wichtige Hautfunktionen wie die Hautatmung und den Schutz vor Austrocknung. In den Wunden können sich außerdem Bakterien ansiedeln, die Sekundärinfektionen auslösen. Infizierte Tiere sterben innerhalb von 14 Tagen, die Sterblichkeitsrate liegt bei über 95 Prozent.“

Seit 2017 häufen sich die Fälle von Bsal im Ruhrgebiet und Castrop-Rauxel ist einer der Hotspots. Jonas Virgo ist Doktorand am Lehrstuhl für Evolutionsökologie und Biodiversität an der Ruhruniversität Bochum: „Im Naturschutzgebiet „Langeloh“, das sich auf der Stadtgrenze Bochum/Herne/Castrop Rauxel befindet, wurde zum Jahreswechsel ein solches Sterben dokumentiert. Innerhalb weniger Wochen wurden hier etwa 200 tote, Bsal-infizierte Feuersalamander gefunden. “

Der heimische Feuersalamander ist in großer Gefahr. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Einfache Maßnahme können helfen

Um die Weiterverbreitung der Krankheit zu verhindern, sind die Castrop-Rauxeler aufgefordert, mitzuhelfen. Schon kleine Maßnahmen können helfen, die Verbreitung des Pilzes zu verhindern.

Das Land NRW empfiehlt etwa „die Reinigung, Desinfektion und das Durchtrocknen von Stiefelsohlen und Ausrüstungsgegenständen, die mit den Tieren am/im Wasser oder dem Boden in ihren Lebensräumen in Kontakt gekommen sind.“

Auch Hundebesitzer sind aufgefordert, die Pfoten ihrer Vierbeiner nach Spaziergängen durch Wäldern oder Feuchtgebieten zu reinigen. Auch in Castrop-Rauxel wurden Warnschilder aufgestellt, die Spaziergänger über die Salamander-Pest aufklären. So soll eine Weiterverbreitung des Pilzes gestoppt werden.

Außerdem: Wer einen Feuersalamander (ob tot oder lebendig) sieht, soll diese Nachricht sofort an die Mailadresse meldung-feuersalamander@rub.de schicken. Mit den Daten können Jonas Virgo und seine Kollegen dann erfassen, wie viele Feuersalamander es noch gibt und wie weit sich Bsal verbreitet hat.

Jonas Virgo: „Wir hoffen, dass diese Art der Information zum Einen das Bewusstsein für den Schutz der Amphibien fördert. Gleichzeitig sollen die Meldungen helfen, weitere Bsal-Gebiete frühzeitig zu identifizieren.“ Mittlerweile seien durch die Hinweise aus der Bevölkerung schon neue Bsal-Schwerpunkstellen gefunden worden.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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