Rot-grünes Geleucht erinnert in der Altstadt an die Bergbautradition

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„Glückauf“ in der Altstadt: An drei Überwegen in die Fußgängerzone tragen die Ampelmännchen nun eine Grubenlampe. Passanten sind erst bei genauerem Hinsehen überrascht.

Castrop-Rauxel

, 10.08.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das gefällt uns richtig gut.“ Burkhard Komorek ist mit Frau und Kindern in der Castrop-Rauxeler Altstadt unterwegs. Die Familie kommt aus dem Einkaufszentrum am Widumer Platz und steht an der Fußgängerampel Lönsstraße. Sie zeigt rot. Aber nicht einfach nur rot - wie tausende andere Ampeln allerorten.

Das Ampelmännchen hat die Arme von sich gestreckt und hält in der rechten Hand eine Grubenlampe. Als das Lichtzeichen auf Grün springt, folgt das Gruben-Ampelmännchen dem Geleucht. Seit ein paar Tagen hat die Stadt drei Fußgänger-Ampelanlagen in der Altstadt mit neuen Signal-Motiven und neuer Technik ausgestattet.

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Neben dem Übergang vom Widumer Tor zum Simon-Cohen-Platz, ist eine weitere nur einen Steinwurf entfernt. Sie steht an der Ecke Lönsstraße/Münsterstraße/Widumer Straße. Die dritte Bergmännchen-Ampel ist am anderen Ende der Altstadt – am Übergang Münsterstraße/Biesenkamp.

Bergmann soll bei Kindern Aufmerksamkeit stiften

„Ach“, sagt Veronika Tillmann. „Ich hab sie bis gerade noch gar nicht gesehen.“ Vor allem für Kinder erhofft sie sich durch die einfache Symbolik einen Lerneffekt: mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr. Über den Hintergrund müssten Bergleute erzählen. „Aber meine kleine Enkelin ist immer neugierig.“

Am Übergang von der Widumer Straße in die Münsterstraße ist eine der drei umgerüsteten Fußgängerampel-Anlagen mit dem Bergbau-Ampelmännchen.

Am Übergang von der Widumer Straße in die Münsterstraße ist eine der drei umgerüsteten Fußgängerampel-Anlagen mit dem Bergbau-Ampelmännchen. © Volker Engel

Auch Lisa Batzdorf wird erst auf unsere Frage auf die Neuerung aufmerksam. „Ich find es nett“, sagt sie „Die Grubenlampe passt zur Region.“

Reinhard Greiwe ist gerade nach einem halben Jahr nach Castrop zurückgekehrt. „Das ist doch schön. Ich bin hier groß geworden.“ Auf die Frage, ob es noch mehr Bergmann-Ampeln geben solle, antwortet er vielsagend schmunzelnd: „Davon könnte es mehr geben. Aber das habe nicht ich zu entscheiden, das macht die Politik.“

Neue Technik geht mit dem Motivwechsel einher

Die Entscheidung für das Castrop-Rauxeler Ampel-Geleucht hatte tatsächlich die Politik getroffen – allerdings einem Bürgerantrag folgend. Bei der Inbetriebnahme am Mittwoch (5.8.) erklärte Bürgermeister Rajko Krawanja: „Im Schatten des Erin-Turms haben wir jetzt eine alltägliche Erinnerung an unsere Stadtgeschichte und die Bergbautradition. Das finde ich schön.“

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Mit dem Motivwechsel einher geht eine Umrüstung der Altstadt-Ampeln auf moderne LED-Technik. Sie nimmt der EUV derzeit vor. Das Ziel ist eine größere Energieeffizienz. Allein die drei Grubenmännchen-Ampeln sparen 5353 Kilowattstunden Strom und 2,2 Tonnen CO² pro Jahr ein.

Wie die Stadtverwaltung erklärt, rüstet der EUV im ganzen Stadtgebiet sukzessive auch die Straßenbeleuchtung auf die sowohl energiesparende als auch wartungsärmere und hellere LED-Technik um. Ob dabei auch weitere Ampeln das Bergmann-Geleucht erhalten, verrät sie derweil noch nicht.

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