Bei bundesweiten Durchsuchungen hat die Polizei drei Männer festgenommen. Eine Durchsuchung hat auch in Castrop-Rauxel, in der Nähe des Erinparks, stattgefunden. © Oskar Neubauer
Bundesweiter Einsatz

Razzia in Castrop-Rauxel: Polizei jagte im Erinpark falsche Polizisten

Drei Männer, die Mitglieder einer internationalen Bande sein sollen, wurden am Donnerstag festgenommen. Wegen Betrugsverdachts. Auch in Castrop-Rauxel waren Polizei-Einsatzkräfte beteiligt.

Sie geben sich als Polizisten aus und haben es vor allem auf Geld und Wertsachen älterer Menschen abgesehen: sogenannte „Falsche Polizisten“. In einer groß angelegten Razzia hat die Polizei am Donnerstag drei verdächtige Männer im Alter von 32, 35 und 58 Jahren festgenommen. Einer der Männer wurde in Herne festgenommen, über die anderen Orte wurde zunächst nichts bekannt.

Auch ein Objekt aus Castrop-Rauxel, in der Nähe des Erinparks, war Teil der Durchsuchungen. Mehrere Polizeifahrzeuge waren dort am Morgen gesichtet worden. Der Grund des massiven Einsatzes blieb zunächst unklar, denn die Polizei verwies an die Staatsanwaltschaft.

Später teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass Durchsuchungen in zehn Wohnungen und Juweliergeschäften in Berlin, Castrop-Rauxel, Herne, Köln, Langenfeld und Wuppertal erfolgten. Mehr als 200 Beamte aus NRW, Berlin und Baden-Württemberg waren im Einsatz.

International operierende Täterstrukturen

Nach bisherigen Informationen handele sich um international operierende Täterstrukturen, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Bochum und des Landeskriminalamts Baden-Württemberg. Die Ermittlungen werden von der bundesweit tätigen Ermittlungsgruppe „Trust“ dieses Landeskriminalamts in Stuttgart geleitet.

Der Betrug habe laut bisherigen Ermittlungen mit der Masche „Falsche Polizeibeamten“ stattgefunden. Hauptsächlich Bargeld, Gold und Schmuck sollen die mutmaßlichen Täter dabei erbeutet haben. Zwei Millionen Euro betrage die Gesamtschadenssumme, die der Bande zugerechnet wird.

Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bochum

Allein bei den Durchsuchungen am Donnerstag hat die Polizei Vermögenswerte von mehreren Hunderttausend Euro sichergestellt sowie weiteres Beweismaterial, darunter zwei scharfe Schusswaffen.

Die Staatsanwaltschaft Bochum führt nun ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßig begangenen Betrugs, außerdem wegen des Verdachts auf gewerbsmäßige Geldwäsche. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht Bochum bereits die Untersuchungshaft der drei mutmaßlichen Täter angeordnet.

Mehr als 200 Einsatzkräfte an den Razzien beteiligt

Die Einsätze dauerten an allen Standorten von ungefähr 6 bis 12 Uhr an. Genauere Informationen über den Einsatz in Castrop-Rauxel ließen sich bisher noch nicht ermitteln. Viele Details seien noch Teil des Ermittlungsverfahrens, so die Antwort des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg auf eine Anfrage der Redaktion.

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1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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