Rauxeler Kunoplatz darf sich jetzt auch offiziell Kunoplatz nennen

Politiker beschließen

In Deutschland ist alles formal geregelt. Und so musste der Kunoplatz in Rauxel, der nach einer Busch-Figur benannt ist, jetzt von einem Ausschuss noch offiziell Kunoplatz genannt werden.

Rauxel

, 24.06.2020, 06:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Kunoplatz am Ende der Kunostraße in Rauxel ist an seinen Kugeln zu erkennen. Nach einem formalen Akt darf er sich nun offiziell Kunoplatz nennen.

Der Kunoplatz am Ende der Kunostraße in Rauxel ist an seinen Kugeln zu erkennen. Nach einem formalen Akt darf er sich nun offiziell Kunoplatz nennen. © Stadt

Der Kunoplatz am Ende der Kunostraße in Rauxel trägt seinen Namen inoffiziell schon seit ca. 2012, als der Deinighauser Bach entlang der Schulstraße freigelegt wurde. Wie der Betriebsausschuss 3 am 18. Juni auf Antrag der SPD beschlossen

hat, heißt der begrünte, dreieckige Platz mit seinen markanten Steinkugeln nun auch offiziell Kunoplatz.

„Seit der Freilegung des Bachs wird der Platz immer wieder belebt und spielt eine nicht unwichtige Rolle in Rauxel“, so Daniel Molloisch, Vorsitzender der SPD Ratsfraktion, in der Begründung des Antrags. Mehrere ortsansässige Vereine nutzen den Platz für ihre öffentlichen Veranstaltungen, schon weil seine

theaterähnliche Vertiefung mit der Treppenanlage neben dem kleinen Plateau zu gemütlichen Treffen und Gesprächen einlädt.

Friedhofsgärtner pflegt den Platz

Damit das auch so bleibt, kümmert sich neben dem EUV-Stadtbetrieb der Rauxeler Friedhofsgärtner Rüdiger Melzner seit mehr als fünf Jahren ehrenamtlich in einer städtischen Pflegepatenschaft um den Platz: „Alle zwei Monate machen wir dort sauber, blasen die Treppenanlage ab und jäten Unkraut“, erklärt Melzner.

Die Kunostraße – und damit nun auch der Kunoplatz an ihrem Ende zur Schulstraße hin – sind nach der Hauptfigur Kuno Klecksel aus dem Spätwerk von Wilhelm Busch, „Maler Klecksel“, von 1884 benannt.

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Dies hatten der Bauausschuss am 30. Oktober 1958 und der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am 25. November 1958 beschlossen. „Damit schließt sich dann auch der Kreis zu der benachbarten Max- und Moritzstraße“, sagt der Leiter des städtischen Archives, Thomas Jasper.

Platz bekommt offiziellen Straßenschlüssel

Im Rahmen der Platzbenennung installiert der EUV-Stadtbetrieb nun ein entsprechendes Straßenschild. Die Stadt vergibt gleichzeitig einen offiziellen Straßenschlüssel, das heißt eine landesweit eindeutige Nummer, und informiert das Katasteramt des Kreises Recklinghausen für das Liegenschaftskataster und die

Kreisleitstelle, den RVR für das Stadtplanwerk Ruhrgebiet, das Land NRW für die topographischen Karten und diverse Navigationsdatenfirmen über die Platzbenennung.

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Ein formelles straßenrechtliches Widmungsverfahren, in dessen Rahmen eine Straße der Öffentlichkeit unter Beachtung der Straßenordnung zugänglich gemacht wird, ist nicht erforderlich, da der Platz bereits im Rahmen der Widmung der Kunostraße mit gewidmet worden war. Da dies vor dem 1. Januar 1962 geschah, gelten Kunostraße und Kunoplatz gemeinsam als historisch gewidmet.

Pflegepaten gesucht

Wer eine Pflegepatenschaft für eine Grünfläche oder die Baumscheibe vor der Haustür übernehmen möchte, kann sich an den Bereich Stadtgrün- und Friedhofswesen über das Online-Formular der städtischen Homepage im Menüpunkt Wohnen und Wirtschaft/Umwelt und Grün oder telefonisch an 02305/106-2790 wenden.
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