Schalla-Prozess

Ralf H. soll 1993 Nicole Schalla (†16) ermordet haben – Montag gibt‘s ein Urteil

Mehr als 27 Jahre nach der Tat wird am Montag (25.1.) entschieden, ob der mutmaßliche Mörder Ralf H. verurteilt oder freigesprochen wird. Er soll eine 16-jährige Schülerin umgebracht haben.
Ralf H. wird das Landgericht Dortmund am Montag als freier Mann betreten. Nur zu seiner Sicherheit wird er bislang von Justiz-Mitarbeitern begleitet. Ob er das Gebäude genau so frei verlässt, ist offen. © Stephan Schütze

Mehr als 40 Verhandlungstage hat es in den vergangenen zweieinhalb Jahren im Prozess um die getötete Schülerin Nicole Denise Schalla gegeben. Jedes Mal saßen die Eltern des Opfers dem mutmaßlichen Mörder gegenüber – nun hoffen sie auf eine langjährige Haftstrafe für den Castrop-Rauxeler.

Ralf H. soll die 16-Jährige im Oktober 1993 auf dem Weg von einer Bushaltestelle zu ihrem Elternhaus im Jungferntal getötet haben. Ein Vierteljahrhundert nach der Tat konnte ihm eine Hautschuppe, die im Leistenbereich der Leiche gefunden wurde, nachgewiesen werden.

Die Verteidiger des Angeklagten sehen allerdings keine ausreichende Beweise für die Schuld des Mannes, der selbst sagt: „Ich bin unschuldig.“ Anwalt Udo Vetter betont, dass noch andere Hautpartikel am Pullover des Mädchens gefunden wurden, die bis heute niemandem zugeordnet wurden.

Freispruch, Verjährung oder Mordurteil?

Er fordert einen Freispruch. Sollte Ralf H. aber doch schuldig gesprochen werden, handele es sich nicht um Mord, sondern Totschlag, so Vetter. Dieses Delikt wäre inzwischen verjährt und der Angeklagte müsste nicht mehr ins Gefängnis.

Die Staatsanwaltschaft fordert hingegen eine Verurteilung wegen Mordes und die lebenslange Haft mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, um eine vorzeitige Entlassung abzuwenden.

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