Trödelmarkt-Veranstalterin Ute Brinckmann und ihre Tochter Christine zeigten sich mit dem Verhalten der Marktbesucher sehr zufrieden. © Thomas Schroeter
Lange Straße

Prominenter Händler verweigert wegen Corona-Auflagen verkaufsoffenen Sonntag

Trödelmarkt und verkaufsoffener Sonntag unter harten Corona-Auflagen. Kann das funktionieren? Auf der Langen Straße gab es am Sonntag den Versuch. Mit einigen überraschenden Ergebnissen.

Die Auflagen des städtischen Ordnungsamtes für den Trödelmarkt und den verkaufsoffenen Sonntag auf der Langen Straße in Habinghorst am Sonntag (4.10.) waren klar und unmissverständlich: Auf dem gesamten Markt zwischen der Habinghorster Straße im Westen und der Borghagener Straße im Osten ist komplett Maske zu tragen und es darf außer in klar definierten Zonen weder geraucht noch gegessen noch getrunken werden.

Überraschung 1: Trödel-Veranstalterin Ute Brinckmann war mit ihrem Team mit einem sehr mulmigen Gefühl in den Tag gegangen: „Ich habe wirklich mit Problemen gerechnet, aber die Besucher haben sich bisher wirklich an die Auflagen gehalten“, zog die Henrichenburgerin, die seit Anfang 2018 im Auftrag der Werbegemeinschaft Inwerb die Trödelmärkte auf er Langen Straße veranstaltet, zur Halbzeit des Trödels gegen 15 Uhr sichtlich erleichtert ein Zwischenfazit.

Aufwand und Sorge waren sehr groß

Natürlich finde sich vereinzelt immer mal ein Besucher der Langen Straße, der ohne Maske unterwegs sei, ihre Sorge aber, dass man mit den Gästen in dieser Hinsicht deutliche Probleme bekommen könnte, hatten sich nach vier Stunden Trödelgeschehen zerstreut.

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Trödelmarkt auf der Langen Straße

„Der Aufwand für den Markt ist mit diesen Corona-Auflagen natürlich schon sehr groß“, so Ute Brinckmann. Man arbeite mit sechs Einlasskontrollen an den Endpunkten der Langen Straße und an den Einmündungen der Seitenstraßen, außerdem sei ihre gesamte Familie mit auf dem Trödelmarkt unterwegs, um Hinweise zu geben, Ermahnungen auszusprechen und zu beraten.

Dazu gehört auch Tochter Christine, die sich ebenfalls positiv angetan von der Kooperationsbereitschaft der Trödel-Kunden zeigte: „Die Leute gehen mit ihren Speisen in die ausgewiesenen Zonen, desinfizieren sich an den Einlasspunkten sogar die Hände. Das läuft echt super. Bis auf das Wetter.“

Überraschung: Armin Fiolka macht nicht mit

Ab 13 Uhr durften auch die Geschäfte auf der Langen Straße zum verkaufsoffenen Sonntag aufsperren. Das zog gerade bei Woolworth auch viele Kunden an, so dass sich vor dem Laden zum Teil Schlangen bildeten.

Bei Woolworth war am Sonntag viel los, zeitweise bildeten sich sogar Schlangen vor dem Ladengeschäft.
Bei Woolworth war am Sonntag viel los, zeitweise bildeten sich sogar Schlangen vor dem Ladengeschäft. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Aber längst nicht alle Händler machten Gebrauch von der Sonntagsöffnung. Brillen Mues etwa und, Überraschung 2, sogar der Chef der Inwerb, Armin Fiolka, ließen ihre Läden am Sonntag zu. Am Möbelladen von Fiolka verkündete ein Zettel in der Tür, warum das so war: „Es ist uns leider unmöglich, die Auflagen des Ordnungs- und Gesundheitsamtes zu erfüllen. Um Eure und unsere Gesundheit nicht zu gefährden, bleibt dieses Geschäft heute geschlossen.“

Ordnungsamt und Polizei patrouillierten

Dafür machte, Überraschung 3 nach den Ankündigungen der Wetterdienste, das Wetter dann doch mit, gönnte Trödelhändlern und -kunden doch einige Sonnenmomente. Die genossen auch jene Männer, die über die Einhaltung der städtischen Vorgaben zu wachen hatten. Zwei Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes und eine Polizeistreife waren unablässig unterwegs, um Maskenpflicht etc. zu kontrollieren.

Und auch die Ordnungskräfte zeigten sich am frühen Nachmittag entspannt. Das Marktgeschehen liefe reibungslos, außer wenigen Ermahnungen habe man bislang überhaupt nicht einzuschreiten brauchen, so Ordnungsamt und Polizei unisono.

Essen und Trinken war nur in gekennzeichneten Zonen sowie vor den geöffneten Cafès, Imbissbuden und Eisdielen erlaubt.
Essen und Trinken war nur in gekennzeichneten Zonen sowie vor den geöffneten Cafès, Imbissbuden und Eisdielen erlaubt. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Die Besucher wurden aber auch permanent auf die Auflagen hingewiesen. An den Einlassstellen, an vielen Bäumen und Laternen und auch zusätzlichen Aufstellern wurde auf die Corona-Auflagen hingewiesen. Und die Zonen, in denen Essen und Trinken ohne Maske erlaubt war, wurden ebenfalls mit Hinweisschildern und Absperrband genau vorgegeben.

Einzelne Raucher auch unter den Händlern waren allerdings zu beobachten, die sich in den Randbereichen des Marktes, speziell an seinem östlichsten Ende, schon mal über das generelle Rauchverbot im Marktbereich hinwegsetzten, wenn keine Ordner von Ute Brinckmann oder vom Ordnungsamt in Sicht waren.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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