Nur um ein Haar entkam Marco K. den Flammen aus seinem brennenden Auto

dzPkw-Brand

Als es in seinem Opel Insignia nach verbranntem Plastik riecht, denkt sich Marco K. (29) zunächst nichts. Ein paar Minuten später steht der Opel in Flammen. Uns erzählte er die Geschichte.

Castrop-Rauxel

, 14.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Eigentlich will Marco K. (29) aus Bladenhorst am Pfingstsonntag, kurz nach Mitternacht, nur noch schnell nach Hause. „Ich war gerade von einem Kollegen gekommen“, sagt der Vater eines kleinen Kindes. „Da habe ich einen Gestank im Auto wahrgenommen: Es roch nach verschmortem Plastik.“

Zunächst lässt er sich davon nicht beunruhigen, denkt, der Geruch komme von den umliegenden Feldern. „Doch dann wurde der Gestank immer intensiver“, so der Castrop-Rauxeler. Trotzdem fährt Marco K. weiter - zunächst.

„Da dachte ich auf gut Deutsch: Scheiße, fahr mal lieber rechts ran“

Erst nachdem er kurz nach dem Autobahnkreuz Castrop-Rauxel Ost auf die A42 fährt, wird ihm mulmig: Neben dem beißenden Geruch entdeckt er plötzlich Qualm im Innenraum des Opels. Vor dem Tacho, vor dem Navigationsgerät. Die Sicht ist noch nicht beeinträchtigt, der Qualm wird aber dichter. „Da dachte ich auf gut Deutsch: Scheiße, fahr mal lieber rechts ran“, sagt Marco K. Mitten auf der Autobahn.

So richtig ist ihm die Gefahr der Situation aber weiterhin nicht bewusst. Weil es an der Stelle nur einen schmalen Standstreifen gibt, fährt Marco K. lieber noch ein „paar Meter weiter, bis 500 Meter nach der Auffahrt ein breiterer Seitenstreifen vorhanden war“. Denn einen Unfall will er nicht riskieren. Was eigentlich gut gemeint ist, wird dem Bladenhorster beinahe zum Verhängnis.

Den Flammen gerade noch entkommen

Als er das Auto abstellt und aussteigt, ist der Qualm schon überall im Auto. „Da habe ich erst bemerkt, wo ich da drin sitze. Das lief wie im Film ab. Ich bin schnell zur Beifahrerseite rübergelaufen, habe meinen Rucksack rausgenommen und habe mich dann vom Auto entfernt“, erinnert sich Marco K.

„Da habe ich schon die Flammen schlagen sehen. Es war knapp.“
Marco K.

Vielleicht 50 Meter sei er gelaufen, bevor er sich umgedreht habe, sagt er. „Da habe ich schon die Flammen schlagen sehen. Es war knapp.“

Unter Schock stehend ruft Marco K. die Feuerwehr. Einsatzkräfte der Feuerwache Mengede sind kurze Zeit später - um exakt 0.33 Uhr - vor Ort ist. Sie bekämpfen den Brand und fluten das Auto mit Schaum. Während der Wartezeit, die Marco K. „wie eine Ewigkeit“ vorkommt, sagt er heute, hält ein weiterer Autofahrer an und fragt, ob er helfen kann. „Er sagte dann ‚Komm, ich bleibe hier bis alles vorbei ist‘“, so Marco K. Das dauert allerdings noch.

Auch ein Kindersitz verbrennt im Auto

Hilflos schaut der Castrop-Rauxeler zu, wie sein Auto völlig ausbrennt. Ein paar Klamotten, ein Handyladekabel, sein Laptop - alles ist hinüber. Und auch ein Kindersitz. Ein Glück, dass Marco K. alleine im Auto unterwegs war. So richtig erinnern kann er sich nicht mehr an die Situation. „Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr. Ich war geschockt“, sagt er heute.

Kurz vor 3 Uhr bringt ihn der helfende Autofahrer nach Bladenhorst.

Wie es für ihn jetzt weitergeht, ist noch ungeklärt. Das Auto hat einen Totalschaden, der Restwert wird mit einem Gutachten beziffert. Vorerst ist Marco K. auf einen Leihwagen angewiesen. „Ohne Auto ist man ja aufgeschmissen“, so der Castrop-Rauxeler.

Den Schock habe er mittlerweile verdaut, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Sogar ins Auto gestiegen sei er wieder. Angst habe er nicht. „Nein, danach darf man ja heutzutage nicht gehen. Sonst dürfte ich ja gar nicht mehr das Haus verlassen. Es ist halt passiert, am Besten gar nicht mehr darüber nachdenken.“

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