Der Europaplatz am Stadtmittelpunkt: Das Rathaus, die Stadthalle und die Europahalle sind ein anerkanntes architektonisches Bauwerk-Ensemble. Sie tragen das Siegel „Big beautiful buildings“. Aber sie gelten auch als reif für eine große Sanierung oder gar den Abriss. © Tobias Weckenbrock
Politik

Partei-Nachwuchs fordert gemeinsam konkrete Anti-Korruptions-Maßnahme

Die Castrop-Rauxeler Nachwuchsorganisationen der Parteien haben sich kurzerhand zusammengeschlossen und mehr Transparenz von Politikern eingefordert. Eine Gruppe blieb erst außen vor, zog aber nach.

Transparenz im Kampf gegen Korruption: Das fordern die Castrop-Rauxeler Ortsverbände der größeren Parteien. Die Jusos (SPD), die Grüne Jugend, die JuLis (FDP) und die Linksjugend Solid (Die Linke) forderten in einer gemeinsamen Erklärung von ihren eigenen Bundestagskandidaten eine höchstmögliche Transparenz. Die Junge Union (CDU) schloss sich offenbar zunächst nicht einem gemeinsamen Schreiben an, folgte aber am Samstagabend doch dem Tenor.

Nach den jüngsten Korruptionsfällen im Bundestag sehen sie das Vertrauen in die Demokratie gefährdet, heißt es in einer Pressemitteilung aller genannten Organisationen außer der JU. In ihrer Erklärung verlangen sie von ihren Kandidaten, dass diese sich im Falle einer Wahl im Bundestag im Kampf gegen Korruption einsetzen und ihre eigenen Nebeneinkünfte und Lobbykontakte offenlegen.

„Vertrauen hat stark gelitten“

„Das Vertrauen in die Demokratie hat in den letzten Tagen und Wochen stark gelitten“, heißt es in dem gemeinsamen Schreiben. „Von Korruption in der Politik profitieren am Ende nur extremistische und populistische Kräfte, die sich dieses Misstrauen zunutze machen. Wir wollen dem entgegen treten und verlangen von unseren Kandidaten, dass sie sich im Falle einer Wahl ganz klar für eine transparente Arbeitsweise und den Kampf gegen Korruption aussprechen.“

Zusätzlich erklären sie, dass man bei diesem Thema über Parteigrenzen hinweg arbeiten müsse: „Wichtig ist, dass man sich als Partei davon distanziert und diese Fälle mit aller Entschlossenheit aufarbeitet. Wer korrupt ist, hat in der Politik nichts zu suchen. Dieser Person muss die politische Verantwortung entzogen und strafrechtlich belangt werden.“

Die Vorsitzenden und Mitglieder von Jusos, Grüner Jugend, JuLis und Linksjugend tauschten sich kurzerhand zu diesem Thema aus. Am Freitag entstand die Idee einer gemeinsamen Positionierung. Die Junge Union aber, hieß es auch, lehnte das Angebot offenbar zunächst ab. Stimmte nicht, hieß es am Samstagabend. Man folge dem Ansinnen.

JU schließt sich „uneingeschränkt an“

Die Junge Union Castrop-Rauxel schließe sich „jeder Forderung nach konsequenterem Vorgehen gegen Korruption vorbehaltlos und uneingeschränkt an“, hieß es auf Anfrage unserer Redaktion vom JU-Vorsitzenden Alexander Willms. „Die aktuellen Vorwürfe gegen einzelne Abgeordnete haben uns bei ihrem Bekanntwerden erschüttert zurück gelassen“, sagte er.

Machenschaften wie diese seien „im allerhöchsten Maße verachtenswert und gehen fundamental gegen das Wertesystem aller Organisationen der Union“, meinte Willms. „Für uns ist selbstverständlich, dass, unabhängig von der Parteizugehörigkeit, jeder, der sein öffentliches Amt nicht ausschließlich dem Wohle der Menschen widmet, sondern es mit privaten Interessen vermischt, seinen Platz in Parlament, Fraktion und Partei räumen muss.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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