Parkplätze, Autokino oder Stahlzäune? Rätsel um Grundstück im Erinpark

dzWirtschaft

Parkplätze, Autokino oder Stahlzäune? Im Schatten des Erin-Förderturms ist ein großes Grundstück abgesperrt. Doch was da genau passiert, ist noch nicht klar. Es geht um Arbeitsplätze.

Castrop

, 17.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist eine exponierte Lage, keine Frage. Doch was genau soll da passieren, wo im Schatten des Erin-Fördertums ein riesiges Grundstück abgezäunt und offenbar planiert worden ist? Schon Anfang Mai tauchte die Frage nach dem Warum bei Facebook in der Gruppe „Du bist Castroper, wenn“ auf.

„Bekommen wir endlich mehr Parkplätze?“, wollte eine Userin wissen. Im nächsten Post wurde über ein Autokino spekuliert, was wiederum auf großen Beifall stieß. Aber weder das eine noch das andere ist korrekt. Dank Benjamin Schmudde gab es in der Gruppe die Aufklärung. Schmudde schrieb, dass er das Grundstück über seine Firma gekauft habe und dass man dort ein weiteres Werk für Zaunsysteme bauen wolle.

Im neuen Werk will man 30 weitere Arbeitsplätze schaffen

„Wir betreiben bereits die Firma Camas im Erinpark“, war da weiter zu lesen. Und jedes Jahr wachse man weiter, inzwischen auf über 60 Mitarbeiter. Durch das neue Werk der BPS Stahl GmbH sollen dort 30 weitere Arbeitsplätze geschaffen werden, heißt es in dem Post. Allerdings sei es leider schwer, in Castrop zu wachsen.

Die Firma Camas sitzt Am Förderturm 10-12 im Erinpark. Dort gibt es einen Werksverkauf von Zäunen.

Die Firma Camas sitzt Am Förderturm 10-12 im Erinpark. Dort gibt es einen Werksverkauf von Zäunen. © Schlehenkamp

Und wörtlich: „Es gibt im Erinpark zum Beispiel einen Bleistift-Designer, der total gegen die Erschaffung von weiteren Arbeitsplätzen ist. Mal sehen, wie es hier weitergeht. Traurig, dass wachsende Unternehmen, welche Arbeitsplätze schaffen, so gebremst werden.“ Unsere Redaktion hat versucht, mit dem Unternehmen und speziell Benjamin Schmudde Kontakt aufzunehmen. Leider ohne Erfolg.

Lagerverkauf von Zäunen und Co.

Wissen sollte man in diesem Zusammenhang aber, dass die Firma Camas am Sitz Am Förderturm 10 bis 12 unter anderem einen Lagerverkauf von Zäunen und Co. anbietet. Dort ist im Regelfall immer jede Menge los. Kunden halten sich dort in der Regel 15 bis 45 Minuten auf, heißt es im Netz.

Die BPS Stahl wiederum hat ihren Sitz Am Förderturm 10a und laut Google an der Behringhauser Straße 27. BPS als Familienunternehmen mit Sitz in Castrop-Rauxel könne jede Schmuckmatte fertigen, heißt es auf der Homepage.

Schmudde: Suchen Grundstück von 100.000 Quadratmetern

Aber zurück zur Facebook-Gruppe: Da hat Schmudde gepostet, dass man ein Grundstück von 100.000 Quadratmetern suche, das man als Gewerbe-Grundstück nutzen könnte, und nach Tipps gefragt, wo man so etwas finden könnte. „Gerne auch in anderen Städten, in Castrop kommen wir da leider nicht viel weiter“, schrieb er am 3. Mai.

So sah es schon am 25. April unweit des Förderturms aus. Getan hat sich seitdem auf dem Gelände nichts mehr

So sah es schon am 25. April unweit des Förderturms aus. Getan hat sich seitdem auf dem Gelände nichts mehr © Schlehenkamp

Seitdem sind die Bagger offensichtlich wieder abgerückt, es tut sich zumindest vordergründig nichts. Stadtsprecherin Uta Stevens bestätigte auf Anfrage unserer Redaktion, dass NRW. Urban als Flächeneigentümer das Grundstück im Dezember des vergangenen Jahres verkauft habe.

Dort solle eine Art Halle errichtet werden. Ein Bauantrag sei aber noch nicht gestellt. Uta Stevens: „Auf jeden Fall soll der Kunst- und Gestaltungsbeirat bei der Genehmigung mit eingebunden werden.“ Denn natürlich solle ein Neubau den Qualitätsmerkmalen des Erinparks entsprechen.

Stimmen: So etwas passt in diese Lage gar nicht

Daher scheint der Wind nämlich genau zu wehen. Hinter vorgehaltener Hand heißt es im Erinpark, so ein Zaun-Unternehmen passe eigentlich nicht das Konzept eines vornehmeren Firmen-Parks. Und man befürchte endlose Autoschlangen und Parkplatzprobleme auf und an der Erinstraße und drumherum.

FDP-Fraktionschef Nils Bettinger kündigte im Gespräch mit unserer Redaktion an, er überlege, ob er das Thema in dem für den 16. Juni geplanten Ausschuss für Wirtschaftsentwicklung auf die Tagesordnung nehme, den er leitet.

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