Der Panzerblitzer "Gunther" der Stadt Castrop-Rauxel ist ein Anhänger, der allerdings gegen Diebstahl gesichert ist. Er steht seit Herbst 2020 an einem der rund 100 Messstellen im Stadtgebiet. © Ranft
Tempo-Kontrollen

Panzerblitzer „Gunther“ wird an rund 100 Stellen in der Stadt stehen

Seit einigen Tagen steht der neue Panzerblitzer „Gunther“ an den Straßen Castrop-Rauxels. Der sonderbare Anhänger sorgt für verwunderte Leser. Ist das Ding echt? Und wo wird nun geblitzt?

Ist das ein Blitzer oder eine Attrappe? Diese Frage haben seit Montag mehrere Leser an unsere Redaktion gerichtet: Offenbar sorgt der seltsam anmutende Anhänger, den die Stadtverwaltung „Gunther“ taufte, für reichlich Verwunderung. Seit spätestens Samstag (10.10.) ist er auf den Straßen der Stadt zu sehen, Montag zum Beispiel auf der Vinckestraße, wo Tempo 50* gilt.

Und ja: Er ist echt und immer mit einem Messgerät ausgestattet. Damit ist der neue Panzerblitzer „gefährlicher“ für Autofahrer, die gern mal zu schnell fahren, als die neuen Blitzersäulen, mit denen der Kreis Recklinghausen aktuell alle Starenkästen ersetzt.

Rund 100 Messstellen sind vorgesehen

Aber wo wird er eingesetzt? Rund 100 Messstellen im Stadtgebiet hat die Verwaltung dafür vorgesehen, heißt es aus dem Bereich Verkehr und Ordnung. Jeden Donnerstag meldet die Stadt seit Jahren Blitzerstandorte des Messwagens für die darauf folgende Woche. Darunter sollen ab diesem Donnerstag auch die geplanten Standorte des Panzerblitzers sein.

Verschiedene Kriterien sind für die Auswahl der Messpunkte entscheidend, die die Abteilung Straßenverkehr auf ihrer Liste hat: Es seien Unfallhäufungsstellen, sensible Abschnitte vor Schulen, Kindergärten und Altenheimen sowie Straßen, die der Stadt als Raser-Schwerpunkte bekannt sind oder von Bürgern und Politikern gemeldet werden.

Rund 200.000 Euro soll er einbringen

Die Verwaltung plant, das Geld, das das gepachtete Gerät auf Rädern kostet (rund 125.000 Euro jährliche Miete), wieder einzunehmen. Man peile sogar 200.000 Euro Erlös im Jahr durch Ordnungs- und Bußgelder allein durch „Gunther“ an, um auch die zusätzlichen Personalkosten von 75.000 Euro zu decken. Überdies werde der Blitzwagen sieben Tage die Woche im Einsatz sein.

Mitarbeiter des Bereichs Ordnung und Bürgerservice ziehen Gunther mit einem Dienstfahrzeug der Stadt von A nach B und in die Rathaustiefgarage, wenn der Akku aufgeladen werden muss. Vorteil von Gunther gegenüber dem Messwagen: Der Anhänger ist auch ohne Personal einsatzbereit, während im Blitzwagen immer ein Mitarbeiter an Bord ist. Gunther könnte bis zu sieben Tage an einem Ort stehen, zumindest reicht der Akku so lange. Aber sein Einsatzplan soll flexibel sein, sagt Sprecherin Maresa Hilleringmann.

Die neue Blitzer-Säule an der Recklinghauser Straße in Ickern an der Stadtgrenze zu Dortmund-Mengede: Nach wenigen Tagen wurde der Blitze erstmals besprüht. Kurz darauf gab es eine zweite Attacke.
Die neue Blitzer-Säule an der Recklinghauser Straße in Ickern an der Stadtgrenze zu Dortmund-Mengede: Nach wenigen Tagen wurde die Scheibe erstmals besprüht. Kurz darauf gab es eine zweite Attacke. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Auch die Polizei blitzt in Castrop-Rauxel Raser. Sie fokussiert sich mit dem Laser auf Unfallschwerpunkte. Der Kreis Recklinghausen blitzt an festen Standorten an der B235 (Habinghorster Straße und Wittener Straße) sowie in Ickern (Recklinghauser Straße und Leveringhäuser Straße).

Dort werden Starenkästen gerade gegen neue Blitzersäulen ausgetauscht. Die drei letztgenannten Standorte sind allerdings nicht dauerhaft aktiv: Für drei Kameras gilt ein Rotationsprinzip unter den zwei Dutzend Säulen im Kreis RE.

*In einer vorigen Version schrieben wir, an der Vinckestraße gelte Tempo 30. Dort gilt aber Tempo 50.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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