Rita Hirschmann (65) aus Castrop-Rauxel möchte ihr altes Leben wieder zurück. © Katharina Roß
Umfrage

Osterbeschlüsse gekippt: Castrop-Rauxeler unterstützen Merkels Entscheidung

Kanzlerin Angela Merkel hat am Mittwochvormittag (24.3.) verkündet, dass es doch keine besondere Osterruhe geben wird. Doch wie stehen Castrop-Rauxeler dazu? Wir haben eine Umfrage gemacht.

Am Mittwochvormittag hat Kanzlerin Angela Merkel verkündet, dass die Beschlüsse zur Osterwoche rückgängig gemacht werden. Ursprünglich hatten Bund und Länder beschlossen, Gründonnerstag und Karsamstag zum Ruhetag zu erklären. Die Kanzlerin räumte ein, dass der Beschluss ihr Fehler gewesen sei und sich zumindest so kurzfristig nichts rechtssicher umsetzen lasse.

Doch wie kommt das bei den Castrop-Rauxeler Bürgerinnen und Bürgern an? „Ich finde es richtig, dass es gekippt wurde“, meint Rita Hirschmann, 65. Sie hält es für wichtig, dass die Kanzlerin ihren eigenen Fehler zugibt. „Sie stellt sich gut dar“, meint sie.

Merkels Stellungnahme trifft auf Zustimmung

Viele Bürgerinnen und Bürger aus Castrop-Rauxel sehen das genauso. „Merkel hat sehr gut gesprochen und alles auf ihre Kappe genommen“, meint Christel Czwing. Die ursprünglichen Beschlüsse für Ostern hatte sie für „unmöglich“ gehalten.

Froh über den neuen Beschluss ist auch Miriam Omeirat, 32, Hausfrau. Sie steht den Corona-Maßnahmen kritisch gegenüber. „Meine Kinder werden depressiv, weil sie den ganzen Tag zu Hause sind“, meint sie. Es sei ihrer Meinung nach nicht zu begründen, dass die Friseure öffnen dürfen, andere Geschäfte aber nicht. „Beim Friseur ist man noch näher an Mund und Gesicht“, meint sie.

Auch Susanne Ramnitz, 63, findet es gut, dass die Beschlüsse gekippt wurden. „Weil man dann etwas unternehmen kann“, wie sie erzählt. Sie würde es unterstützen, wenn es mehr Lockerungen gäbe. „Man sollte den Menschen auch wieder ein bisschen Freiheit zurückgeben“, meint sie. Sie könnte sich beispielsweise vorstellen, dass an der Nord- und Ostsee Geschäfte und Restaurants wieder öffnen dürfen.

Osterruhe sei „falsche Maßnahme“

Ganz anders sieht das Kornelia Sczudlek, 59, Leiterin des Zentrums für Kindesentwicklung in Castrop-Rauxel. Sie hält einen weiteren Lockdown für sinnvoll, um die Pandemie einzudämmen. Den ursprünglichen Beschluss zur Osterruhe hat sie aber trotzdem nicht unterstützt.

„Es wäre die falsche Maßnahme, am Donnerstag zu schließen“, meint sie. Sie befürchtet, dass sich die Menschen dann einfach alle am Samstag in die Läden gestürzt hätten. Nun sei sie froh, dass Klarheit herrscht. „Ich wusste vorher nicht, was ich meinen Mitarbeitern sagen soll“, sagt sie.

Rita Hirschmann appelliert an die Eigenverantwortung ihrer Mitbürger. „Es ist ganz wichtig, dass wir uns alle zurücknehmen“, meint sie. Die Osterbeschlüsse habe sie als „eine Art Bevormundung“ empfunden.

Wichtiger als die Beschlüsse der Politik sei es ihrer Meinung nach, dass die Menschen selbst auf Abstand achten würden. Glücklich darüber sei sie zwar nicht, aber man müsse eben noch durchhalten. „Ich möchte mein altes Leben zurück“, sagt sie.

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