Ordnungsamt macht für Trödel auf der Langen Straße scharfe Vorgaben

dzCoronavirus

Am Sonntag soll auf der Langen Straße getrödelt werden. Die Corona-Auflagen sind hoch. Inwerb-Chef Armin Fiolka wirft der Stadt vor, mit zweierlei Maß zu messen. Doch die verteidigt sich.

Habinghorst

, 02.10.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ute Brinckmann organisiert seit vielen Jahren Trödelmärkte in Castrop-Rauxel und anderen Städten. Nach einer Corona-Unterbrechung im Frühjahr darf sie seit Ende Juni wieder trödeln. „Aber die Auflagen werden immer größer“, berichtet sie jetzt.

Am vergangenen Wochenende hat sie einen Trödel in Henrichenburg veranstaltet, am kommenden Sonntag, 4. Oktober, ist von 11 bis 18 Uhr der große Markt auf der Langen Straße angesagt.

Das Ordnungsamt der Stadt war in Henrichenburg vor Ort und hat Ute Brinckmann jetzt für die Veranstaltung in Habinghorst massive zusätzliche Vorgaben gemacht.

Nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen

„Wir haben zuletzt schon mit viel mehr Ordnern auf die Einhaltung der Corona-Regeln geachtet, haben an jedem Zugang zum Trödel Desinfektionsstationen stehen gehabt“, so die Henrichenburgerin. Nun aber gibt es zusätzliche Restriktionen: Außer in klar begrenzten Bereichen gilt auf dem gesamten Trödelmarkt die unbedingte Maskenpflicht, darf weder geraucht noch gegessen noch getrunken werden.

„Wie wir das kontrollieren sollen, weiß ich auch noch nicht. Aber wir werden es probieren und mit mindestens acht Ordnern versuchen, die Regeln umzusetzen“, sagt Ute Brinckmann.

Ute Brinckmann (l.) hat im Frühjahr 2018 die Organisation des Trödelmarktes auf der Langen Straße übernommen. Rechts neben ihr Armin Fiolka, Chef der  Werbegemeinschaft Inwerb, mit anderen Kaufleuten aus Habinghorst.

Ute Brinckmann (l.) hat im Frühjahr 2018 die Organisation des Trödelmarktes auf der Langen Straße übernommen. Rechts neben ihr Armin Fiolka, Chef der Werbegemeinschaft Inwerb, mit anderen Kaufleuten aus Habinghorst. © Inwerb

Armin Fiolka, Vorsitzender der Habinghorster Werbegemeinschaft Inwerb, findet die Regeln in Ordnung, kritisiert aber, dass die Stadt da wohl mit zweierlei Maß messe: „Wir müssen Corona bekämpfen, da stehe ich zu. Aber wenn hier die Lange Straße beim Trödelmarkt als großer Laden gesehen wird und strenge Restriktionen angesetzt werden, dann muss das auch überall so gehandhabt werden.“

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Fiolka weist in diesem Zusammenhang auf den Wochenmarkt in der Altstadt hin. „Da muss auch nicht jeder Castroper, der zum Jens Reiter rein will, in der ganzen Altstadt die Maske tragen und darf kein Brötchen unterwegs essen.“ Und wenn er die Fotos unserer Redaktion von Fußballplätzen sehe, „hält sich da auch kaum ein Mensch an die Maskenpflicht oder ein Alkoholverbot“, so Fiolka.

Die Stadtverwaltung allerdings sieht einen großen Unterscheid zwischen Wochenmarkt und Trödelmarkt. Stadtsprecherin Uta Steens: „Im Gegensatz zum Wochenmarkt dient der Trödelmarkt nicht der Grundversorgung. Als Markt mit Veranstaltungscharakter ist dieser daher höher zu reglementieren.“

Verkaufsoffener Sonntag geplant

Armin Fiolka will noch einmal mit dem Ordnungsamt die Situation besprechen, denn parallel zum Trödelmarkt will die Inwerb am Sonntag von 13 bis 18 Uhr auch einen verkaufsoffenen Sonntag auf der Langen Straße veranstalten.

So sah es beim letzten Trödel auf der Langen Straße am 6. September aus.

So sah es beim letzten Trödel auf der Langen Straße am 6. September aus. © Volker Engel

Ute Brinckmann will am Sonntag unbedingt trödeln lassen. „Wir haben unser Hygienekonzept vom Gesundheitsamt genehmigt bekommen, versuchen, alle Auflagen des Ordnungsamtes umzusetzen“, erzählt sie. Man werde an den Zugängen zum Trödelmarkt den Einlass kontrollieren, alle Händler müssten Kontaktlisten führen und man werde den Zugang beschränken, wenn sich zu viele Menschen auf dem Trödelgelände aufhielten.

Das sei sicher nicht leicht. Auf einem Freigelände die Zahl der Menschen minutiös nachzuhalten, sei schwierig, „denn es darf laut Vorgabe pro sieben Quadratmeter nur ein Besucher sein, was schwer zu zählen ist“, so Ute Brinckmann. Dabei sei man sich auch bewusst, dass es auf der Langen Straße Problembereiche gebe, in denen die Ansprache von Besuchern besonders schwierig sei.

Schon 50 Händler sind angemeldet

„Aber der Trödelmarkt auf der Langen Straße wird immer total gut angenommen, darum wollen wir das jetzt auch auf jeden Fall durchführen“, sagt die Henrichenburgerin, die die Trödelmärkte dort seit Frühjahr 2018 im Auftrag der Inwerb veranstaltet.

50 Händler hätten sich schon für Sonntag angemeldet, „und da kommen sicher noch mehr dazu“, so Ute Brinckmanns Erfahrung. Wenn das Wetter mitspiele, rechnet sie mit einem Erfolg. Trotz aller neuen Auflagen.

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