Oliver Lind will „Politik der Nadelstiche“ an der Langen Straße fahren

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Bei einem Ortstermin an der Langen Straße hörte sich CDU-Bürgermeister-Kandidat Oliver Lind die Schilderungen der Anwohner an. Er möchte eine „Politik der Nadelstiche“ an der Straße fahren.

Castrop-Rauxel

, 10.07.2020, 18:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Situation an der Langen Straße in Castrop-Rauxel erhitzt die Gemüter, das merkt man allein schon an der Lautstärke, in der sich die Teilnehmer eines Ortstermins am Freitagnachmittag (10.7.) unterhalten, als die Gruppe sich die Straße entlang bewegt.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Christos Katzidis war gekommen, um die Vorteile einer funktionierenden kommunalen Ordnungspartnerschaft zwischen Polizei und städtischen Ordnungskräften zu erläutern, und sagte: „Wir müssen kommunale Ordnungsdienste stärken und einheitliche Standards in allen Kommunen schaffen.“ Katzidis forderte außerdem, dass das Ordnungsamt besser ausgestattet werde, etwa mit Body-Cams. Null-Toleranz-Politik ist das Stichwort des Unions-Politikers.

„Wir müssen die Ordnungspartnerschaft überhaupt erst mal starten“

Dieses Stichwort nimmt CDU-Bürgermeister-Kandidat Oliver Lind nicht auf. Eine engere Zusammenarbeit zwischen Polizei und Ordnungsbehörden, einschließlich einer besseren Ausstattung für letztere fordert aber auch er. „Bürgermeister Kravanja fordert, dass wir die Ordnungspartnerschaft intensivieren müssen. Ich finde, wir müssen sie überhaupt erst mal starten.“

"Es gibt keinen Ansatz, der alle Probleme löst. Wir müssen die Auswüchse mit Nadelstichen bekämpfen", sagte Oliver Link (r.) beim Ortstermin mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Christos Katzidis.

"Es gibt keinen Ansatz, der alle Probleme löst. Wir müssen die Auswüchse mit Nadelstichen bekämpfen", sagte Oliver Link (r.) beim Ortstermin mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Christos Katzidis. © Lukas Wittland

Zudem brauche man eine durchgängige Erreichbarkeit des Ordnungsamts für die Anwohner, die mit den Problemen zu kämpfen haben, fordert Lind.

Etwa 20 Anwohner waren zum Termin gekommen. Auch André Suren. Er wohnt in direkter Nachbarschaft zum Haus 107 an der Langen Straße. Der 24-Jährige und seine Eltern würden die Probleme schon lange direkt mitbekommen, sagte Suren. „Hier türmt sich der Müll, Transporter parken alles zu, es ist laut, die Polizei ist häufig da“, sagte Suren. „Wir haben Lärmprotokolle geführt, aber es ändert sich nichts.“ Für ihn sei es hauptsächlich ein Strukturproblem.

„Politik der Nadelstiche“

Vom ganzen Geld, das für die soziale Stadt Habinghorst ausgegeben wurde, sei nur der Straßenbelag geblieben. „Die Leute, die hier wohnen, können am wenigsten dafür. Soziale Brennpunkte dürfen keine bleiben“, sagte Suren. Seien Eltern hätten schon überlegt, das Haus zu verkaufen, man wisse aber ja auch nicht mehr, was man dafür bekäme.

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„Bitte verkaufen sie nicht“, sagte Lind. „Wenn viele wegziehen, verstärkt das die Probleme.“ Eine grundsätzliche Besserung der Lage könne man nur erreichen, wenn man es schaffe, Jobs in der Stadt zu schaffen - und wirtschaftliches Leben in die Straße bekommt.

Der Bürgermeister-Kandidat möchte die Probleme an der Langen Straße mit einer „Politik der Nadelstiche“ angehen, sagt er. „Das Problem ist vielschichtig. Wir haben städtebauliche Probleme, ein Integrationsproblem, ein soziales Problem. Es gibt keinen Ansatz, der alle Probleme löst. Wir müssen die Auswüchse mit Nadelstichen bekämpfen.“

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