Ohne Maske im Theater? WLT startet mit Hoffnung in neue Spielzeit

dzWestfälisches Landestheater

Die Corona-Pandemie ist nicht vorbei, aber ein Aufatmen ist doch zu spüren beim WLT: Das Theater kann wieder Theater spielen. Es soll sogar ohne Masken gehen.

Castrop-Rauxel

, 17.08.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 85 Mitarbeiter, der Bürgermeister, der Bundestagsabgeordnete sind da. Das ist das üppige Aufgebot, das das Westfälische Landestheater an die Treppe zum Europaplatz manövriert, um zu sagen: Die neue Spielzeit beginnt! An diesem Montag (17.8.2020) steht das unter Corona-Vorbehalt. Wenn es so kommt wie geplant, kann aber tatsächlich im September wieder Theater in der Stadthalle gespielt werden.

Ralf Ebeling, Intendant des Westfälischen Landestheaters in Castrop-Rauxel

Ralf Ebeling, Intendant des Westfälischen Landestheaters in Castrop-Rauxel © Tobias Weckenbrock

Seit März konnte das WLT kaum spielen. Es machte eine Ausnahme und ließ das Bühne-raus-Festival stattfinden - auf der Draußen-Bühne auf dem Parkplatz zwischen Logistikzentrum und Stadion. Ende Juni war das, als das Wetter nicht mitspielte. Aber die Schauspieler, die spielten endlich wieder.

Die Mitarbeiter des WLT vor und hinter den Kulissen sind froh, dass es wieder los geht. Das konnte man spüren beim Auftakttermin der neuen Spielzeit in der Stadthalle.

Die Mitarbeiter des WLT vor und hinter den Kulissen sind froh, dass es wieder los geht. Das konnte man spüren beim Auftakttermin der neuen Spielzeit in der Stadthalle. © Tobias Weckenbrock

Pleite gehen kann ein Theater wie das WLT praktisch nicht: Es ist nicht so abhängig von Einkünften durch Buchungen und Kartenverkäufe, da es aus öffentlichen Kassen der Städte, Kreise und des Landes bezuschusst wird. „Wir haben die öffentliche Förderung weiter bekommen“, sagt WLT-Intendant Ralf Ebeling nach dem Pressetermin zur Spielzeiteröffnung am Montag. Klar habe man Einbußen, aber man habe gut gewirtschaftet und nur für einen kurzen Zeitraum Mitarbeiter in Kurzarbeit senden müssen. Entlassen worden sei niemand.

Schlagkräftig und gut erholt

So ist das Team nun schlagkräftig, erholt und brennt darauf, wieder auf der Bühne zu stehen. „Wir arbeiten das ganze Jahr durch, haben dann aber sechs Wochen Sommerferien“, so Ebeling. „Darum ist es üblich, dass sich dann alle freuen.“

Das Westfälisches Landestheater eröffnet die neue Spielzeit. Die rund 80 Mitarbeiter versammelten sich zum Auftakt in der Stadthalle.

Das Westfälisches Landestheater eröffnet die neue Spielzeit. Die rund 80 Mitarbeiter versammelten sich zum Auftakt in der Stadthalle. © Tobias Weckenbrock

Gearbeitet wurde auch im Lockdown, so Ebeling: Proben, Proben, Proben. „Das künstlerische Personal hat fast gearbeitet wie sonst - nur mit weniger Aufführungen“, sagt der Intendant. „Wichtig ist, dass wir unsere Produktionen bereit halten, um zeigen zu können, was dann von uns erwartet wird.“

Das ist das Klassiker-Foto zur Spielzeit-Eröffnung: Die Corona-Pandemie hat das WLT kaum Mitarbeiter gekostet. Aber die tragen bei solchen Terminen heute Maske. Vorne WLT-Direktor Günter Wohlfarth und Intendant Ralf Ebeling neben den Politikern Frank Schwabe und Rajko Kravanja.

Das ist das Klassiker-Foto zur Spielzeit-Eröffnung: Die Corona-Pandemie hat das WLT kaum Mitarbeiter gekostet. Aber die tragen bei solchen Terminen heute Maske. Vorne WLT-Direktor Günter Wohlfarth und Intendant Ralf Ebeling neben den Politikern Frank Schwabe und Rajko Kravanja. © Tobias Weckenbrock

„Nachdem wir in den vergangenen Monaten vor bisher ungekannte Herausforderungen gestellt wurden, freuen wir uns nun auf ein spannendes Theaterjahr, in dem wir – so hoffen wir – wieder wie gewohnt für Sie und unser Publikum spielen dürfen“, schreibt das WLT nun in einer Pressemitteilung.

Erster Auftritt auf Ickerner Markt

Konkreter: Wenn es mit dem Bürgerfest in Ickern klappt, dann steht das WLT erstmals am 4. September wieder auf der Bühne. „Schritt für Schritt ins Paradies“ lautet das Motto des musikalischen Programms von Tankred Schleinschock und dem Ensemble des Landestheaters auf dem Ickerner Marktplatz.

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Wie das Kinderprogramm weiter geht, sei noch offen. Einige Veranstalter sagten derzeit, dass es klappe, von anderen höre man die Bitte nach Verlegung. „Aber die Schulen dürfen nun wieder“, so Ebeling. „Ob sie kommen, wissen wir nicht.“

Das Landestheater will bald wieder in der Stadthalle und im WLT-Studio spielen. Los geht es aber mit einer Premiere der neuen Spielzeit in Marl.

Das Landestheater will bald wieder in der Stadthalle und im WLT-Studio spielen. Los geht es aber mit einer Premiere der neuen Spielzeit in Marl. © Tobias Weckenbrock

Im Abendtheater gibt es in den nächsten Monaten „Ich bin eine Schauspielerin, mehr nicht. Romy Schneider – Das Leben einer Ikone“: Am 12. September wird um 19.30 Uhr im Theater Marl die erste Vorstellung gezeigt. „Marlow“ ist ab 17. Oktober um 20 Uhr in der Stadthalle Castrop-Rauxel zu sehen. An selber Stelle folgt am 12. Dezember um 20 Uhr die Premiere von „25 km/h“. Auf das Stück freue sich Intendant Ebeling am meisten, sagt er: Weil er es selbst inszeniert. Für alle ab 4 Jahren steht das Familienstück „Die Bremer Stadtmusikanten“ ab Samstag, 24. Oktober, auf dem Spielplan.

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Stadthalle kann „fast voll besetzt“ werden

Und wie läuft ein Theaterabend? „In unserem Studio müssen wir die ersten zwei Reihen sperren“, so Ebeling. „Ansonsten können wir die Stadthalle fast voll besetzen.“ Nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung gingen Zuschauer mit Maske zum Platz, können dort die Maske abnehmen und das Theaterstück ohne genießen. Auflage: Das WLT muss nachhalten, wer auf welchem Platz gesessen hat. „Das geht über Abo-System und Kartenverkauf“, so Ebeling.

Die Mitarbeiter des WLT vor und hinter den Kulissen sind froh, dass es wieder los geht. Das konnte man spüren beim Auftakttermin der neuen Spielzeit in der Stadthalle.

Die Mitarbeiter des WLT vor und hinter den Kulissen sind froh, dass es wieder los geht. Das konnte man spüren beim Auftakttermin der neuen Spielzeit in der Stadthalle. © Tobias Weckenbrock

Die Schauspieler „wollen spielen, wollen gesehen werden - das ist ein wichtiger Bestandteil ihres Berufes“, sagt der Intendant. „Die Motivation kann man vor zehn Leuten oder einer Videokamera nicht ewig aufrecht erhalten.“

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